Was Eltern für den Klimaschutz tun

Zogen ein positives „NaKita“-Fazit: die beteiligten Eltern, Erzieher und Verantwortlichen beim RUZ Hollen. Foto: Schneider

Mit der „Fridays for Future“-Bewegung hat das Thema „Klimaschutz“ deutlich an Fahrt aufgenommen. Als Greta Thunberg im August 2018 erstmals den Schulbesuch verweigerte, waren Eltern und Erzieher hiesiger Kindertagesstätten längst aktiv – im Rahmen des zweijährigen Projektes „NaKita“, das nun seinen Abschluss fand.

VON TANJA SCHNEIDER

Brettorf/Ganderkesee – „Das Bild von der Schildkröte, die sich in einem Plastikring verfangen hat, werde ich nicht mehr vergessen“, sagt Melanie Peters. Es habe sie wachgerüttelt und gezeigt, „dass jeder für seine Umwelt zuständig ist“. Wie der Falkenburgerin ging es in den vergangenen zwei Jahren vielen Müttern und Vätern, die am Projekt „NaKita – Eltern machen Klimaschutz“ beteiligt waren. Mit Unterstützung des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) Hollen sowie einer gut 107 000-Euro-Förderung durch das Bundesumweltministerium entwickelten die Eltern nachhaltige und individuelle Klimaschutzaktionen in den jeweiligen Einrichtungen.

Neben sechs Kitas aus den Gemeinden Ganderkesee und Hude war auch „Filibuster“ aus Brettorf dabei. „Es war ein super Projekt, das von den Eltern toll begleitet wurde“, bestätigt Leiterin Gudrun Löhlein während der Abschlussbesprechung. Von den meisten Kindergärten sind Vertreter im RUZ und berichten, was sie in den zwei Jahren auf die Beine gestellt haben. Die Falkenburger Eltern haben beispielsweise ein Gewächshaus errichtet. In anderen Einrichtungen bauten die Eltern ein Hochbeet, etablierten ein Klimafrühstück oder gestalteten einen Saisonkalender.

Die Brettorfer stellten recht schnell von Mineral- auf Leitungswasser um, richteten eine Tauschbörse sowie Schuhspenden ein. Gemeinsam säten Jung und Alt einen Blühstreifen an. „Und mit Unterstützung der Dachdeckerei Meyer konnten wir auch ein großes Insektenhotel aufstellen“, erzählt Mutter Janine Kolweyh. Die Eltern besorgten zudem Raupen. „Die Kinder haben jeden Tag geschaut, wie sie sich entwickeln und konnten schließlich im eigenen Blühstreifen die Schmetterlinge freilassen“, berichtet sie. Die Aktion solle wiederholt werden. Laut Löhlein waren viele Eltern aktiv. Sie brachten sich nicht nur ein, sondern wirkten auch als Multiplikatoren.

Projektleiterin Katja Wessolowski vom RUZ lobt das Engagement. Bei den vielen Verpflichtungen – von Beruf bis Familie – sei dies heutzutage nicht selbstverständlich. Das RUZ hatte den Rahmen des Projektes gesteckt, in Vorträgen über Themen wie Plastik und Mobilität informiert und die Eltern bei der Realisierung ihrer eigenen Ideen begleitet. „Etwas Besonderes, denn normalerweise erarbeiten wir Unterrichtsmaterialien, die wir dann mit Kindern erproben“, verdeutlicht RUZ-Geschäftsführerin Marina Becker-Kückens. Sie könne sich aber gut vorstellen, die Eltern künftig in die Vorbereitungen für die jährlichen Klimaschutzaktionstage einzubeziehen. „Ich bin gespannt, was sich in den kommenden Jahren in den Kitas tut“, sagt sie. Wessolowski ist sich sicher, dass „NaKita“ die Eltern nicht nur sensibilisiert hat, sondern auch zu Verhaltensänderungen führt. „Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir wirklich etwas für das Klima bewirken“, meint sie.

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