Inspiriert durch Werbespot

Elfjähriger verschenkt Süßes an Kinder und Obdachlose

Ein Junge übergibt einer Frau vor einem Wohnheim ein Paket
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Ein süßes Päckchen hat der elfjährige Marvin Stöver unter anderem der Wohngruppe Tungeln übergeben.

Brettorf – „Stellt euch vor, Weihnachten wäre für wirklich alle...“ – diese Überlegung aus einem Werbefilm hat den elfjährigen Marvin Stöver Ende 2020 zu einer weihnachtlichen Spendenaktion animiert. „Den Werbespot habe ich Anfang Dezember gesehen und gedacht, dass ich diese Idee selbst umsetzen möchte“, erzählt der junge Brettorfer.

In dem Marketingfilm möchte ein Junge das Leben zur Weihnachtszeit etwas bunter gestalten und wird dabei von den Erwachsenen immer wieder mit dem Satz konfrontiert: „Stell dir vor, das würden alle machen!“ Ob nun auf dem Balkon zu musizieren, ein Plakat künstlerisch mit einem Bart zu ergänzen oder einen Schneemann in der Stadt zu bauen: Die Erwachsenen haben einen anderen Blick auf die Welt als der Junge, der sich die musikalische und durch Schneemänner bereicherte Stadt sehr gut vorstellen kann.

Beim Einkauf mit seiner Mutter sieht das Kind dann einen Obdachlosen, greift in die Einkaufstasche und zieht einen Schokoweihnachtsmann hervor. Nachdem er diesen an den sichtlich berührten Wohnungslosen übergeben hat, sagt der Junge zu seiner Mutter: „Stell dir vor, dass würde jeder machen!“

Schulleiterin Müller unterstützte Marvin

Ein ganzes Wochenende lang hat Marvin aus Brettorf über diesen Werbespot nachgedacht. Dann ging er mit seinen Gedanken zur Rektorin der Waldschule Hatten, Silke Müller. Schließlich durfte der Elfjährige seine Weihnachtsaktion in einer Videokonferenz den anderen Lehrern und weiteren Mitarbeitern der Waldschule Hatten vorstellen. „Die hohe Zahl der Konferenzteilnehmer war für mich okay – aufgeregt war ich nicht. Ich habe mich gefreut, dass sie mein schönes Zimmer sehen konnten“, erinnert sich Marvin. Seine Mutter Stefanie Stöver ergänzt: „Keine Wand ist mehr weiß. Werder Bremen ist überall zu sehen.“

Um weiter auf seine Weihnachtsaktion aufmerksam zu machen, half sie ihm, einen Informationsflyer zu erstellen. Die Handzettel verteilte der Elfjährige anschließend in seiner Schule. „Die Schokoweihnachtsmänner, die Lebkuchen und anderes weihnachtliches Gebäck haben wir im Archivraum gesammelt“, erzählt Marvin. Die Reaktion seiner Schulkameraden sei ganz unterschiedlich ausgefallen. Insbesondere die Kinder in seinem Alter hätten den Sechstklässler unterstützt. Die Sammelaktion sei ungefähr eineinhalb Wochen gelaufen. „Wir haben einen kleineren Einkaufswagen vollbekommen“, freut sich Stefanie Stöver.

Für das Obdachlosenheim nahm Reinhild Hagedorn die Süßigkeiten von Marvin entgegen.

Für seine Aktion war der Schüler extra aus dem Homeschooling in die Schule gekommen. Am Donnerstag vor den Weihnachtsferien sammelte Marvin zusammen mit seinem Vater Martin Stöver die süßen Spenden ein und nahm sie mit nach Hause. Dort bereitete er zusammen mit seiner Mutter die Päckchen zur Übergabe vor. „Ursprünglich wollte Marvin die Süßigkeiten in der Innenstadt von Oldenburg an Obdachlose verteilen, doch Corona hat diesen Plan vereitelt“, sagt Stefanie Stöver. „So haben wir uns im Internet nach Kinder- und Obdachlosenheimen umgeschaut.“ Schlussendlich entschied sich das Familienteam für eine Wohngruppe in Tungeln, das Haus Regenbogen, in dem körperlich eingeschränkte Kinder leben, und das Obdachlosenheim an der Ehnerstraße in Oldenburg.

„Beim Obdachlosenheim war ich über die Anzahl der Tagesgäste erstaunt“, berichtet Marvins Mutter. Rund 60 hilfsbedürftige Personen kämen pro Tag in die Sozialeinrichtung der Diakonie. Das Päckchen nahm stellvertretend Diplompädagogin Reinhild Hagedorn entgegen. „Auch wenn ich die Päckchen nur jeweils vorne am Eingang abgeben durfte und die Kinder sowie Obdachlosen nicht direkt sehen konnte, wurde mir von deren Vorfreude berichtet“, freut sich Marvin.

Familie Stöver wohnt seit knapp drei Jahren in Brettorf. Für sein Engagement ist Marvin von seiner Schule als „Waldschulheld“ betitelt worden. Außerdem ist er zum Botschafter für den Schnuppertag 2021 ernannt worden. „Ich kann mir vorstellen, dass ich die Aktion in ähnlicher Weise wiederholen werde“, zieht der junge Brettorfer ein Fazit.

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