Szenisch-musikalische Lesung über Paul Gerhardt in der St.-Firminus-Kirche

Einem Liederdichter auf der Spur

Lieder und Texte von Paul Gerhardt las Christian Bormann.
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Lieder und Texte von Paul Gerhardt las Christian Bormann.

Dötlingen – Einen Nachmittag für Kenner und Enthusiasten von Kirchenmusik bot der Sänger und Schauspieler Christian Bormann am Sonntag im Gotteshaus in Dötlingen. Er begab sich bei der szenisch-musikalischen Lesung auf die Spur des Liederdichters Paul Gerhardt, der im 17. Jahrhundert wirkte.

Dabei näherte sich Bormann dem Thema, indem er von seinen Recherchen berichtete. Die hatten ihn nach Lübben in den Spreewald in Brandenburg geführt, wo er einen Handwerker nach Info-Material über den bekannten Dichter fragte. Der Mann war gerade dabei, in der Paul-Gerhardt-Kirche zu streichen, in der der 1676 verstorbene Pastor begraben liegt und die nach ihm benannt ist. „Paul Gerhardt? Wer soll det sein? Ein Dichter? Hier in der Kirche?“, bekam Bormann zur Antwort.

Sollte ein derartiger Mangel an Wissen auch bei dem oder anderen im Publikum in der St.-Firminus-Kirche bestanden haben, darf dieser nach der Veranstaltung als abgestellt gelten. Bormann trug im Wechsel Texte und Lieder von Gerhardt vor. Dieser wuchs in äußerst turbulenten Zeiten auf. „Der Krieg ist im 20., ich selber im 30. Jahr. Was soll ich tun? Was werden?“, zitierte der Sänger und Schauspieler. Gerhardt kam 1607 zur Welt, nur ein paar Jahre vor dem unfassbar verheerenden 30-jährigen Krieg, der zwischen 1618 und 1648 vor allem in Deutschland wütete.

Trost in Gott gefunden

Viele Familienmitglieder starben, die Heimatstadt wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Trost fand der begabte junge Mann in Gott, der das „Größte, Schönste und Beste“ sei, wie es in einem weiteren Text heißt.

Bormann sang eine Reihe von Gerhardts Liedern und wusste mit seiner stimmlichen Qualität genauso zu überzeugen wie Organist Markus Häger an der Orgel.

Doch wenn Bormann „Lasset uns singen“ anstimmte, war er der einzige, der zu hören war. Wegen der Corona-Regeln verfolgten die rund 30 Zuschauer den Nachmittag nicht nur mit Abstand zueinander, sondern auch mit dem Mund-Nasen-Schutz. Ebenfalls aus Corona-Gründen spulte Bormann sein Programm zweimal, um 15 und 17 Uhr, herunter.

Von Ove Bornholt

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