Bildhauer Klaus Hack stellt in der Galerie im Heuerhaus aus 

Wie aus einem Holzstamm ein Turm zu Babel wird

Die Galeristinnen Gertje Kollmann (r.) und Anne Hollmann sowie ihr Praktikant Joshua Stegmann halfen Bildhauer Klaus Hack (v.l.) am Donnerstag beim Aufbau seiner Werke, darunter eine 2,40 große Figur sowie das „Schreikleid“ (im Vordergrund). - Foto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Holz ist sein Material. Seit mehr als 20 Jahren bearbeitet Klaus Hack Pappel, Buche, Kastanie und Co.. Mit Motorsäge und Stemmeisen kreiert er Bauwerke und Wesen.

Ab heute sind sie unter dem Titel „Figur und Turm“ in der Dötlinger Galerie im Heuerhaus zu sehen. Dort wird die Ausstellung um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers, der im brandenburgischen Seefeld lebt, eröffnet.

„Wir sind sehr stolz, dass wir Klaus Hack gewinnen konnten. Das wird eine tolle Ausstellung“, sind sich die Galeristinnen Anne Hollmann und Gertje Kollmann sicher. Letztere hatte im vergangenen Jahr ein Werk des Künstlers bei einem Bildhauersymposium in Oldenburg entdeckt und war sofort begeistert. Am Donnerstag reiste Hack mit einem Lieferwagen voll Arbeiten an. Neben 36 Skulpturen, darunter Reliefs, zeigt er acht Ölbilder.

Wie der Titel der Ausstellung bereits verrät, können die Besucher Figuren und Türme entdecken. Die Bauwerke sind an jene in Babylon angelehnt. „Der Turmbau zu Babel“ gehört zu den bekanntesten biblischen Erzählungen. Die Menschen bauten höher, um Gott näher zu sein. Hack faszinieren eher die Formen. Aus einem klobigen Stück Holz fertigt er filigrane Türme. Mit der Motorsäge erledigt er das Grobe. Dann setzt er Stemmeisen an und arbeitet geduldig die Details heraus, schneidet aus der Oberfläche zahlreiche, teils auch winzige Hohlräume. „Das erfordert schon eine enorme Konzentration“, verrät Hack.

Neben den anmutigen Türmen, die in den Himmel ragen, hat er Figuren mitgebracht – Fantasiewesen, denen ein „nicht von dieser Welt“ anhaftet. Der Mensch ist abstrahiert, oft in Bewegung. Die dargestellten Kleider sind als Hülle zu verstehen und ähneln mit ihren Hohlräumen den Türmen. „Letztere haben sich irgendwann aus den Kleidfiguren entwickelt“, so Hack.

Sämtliche Arbeiten hat Hack, der in Nürnberg und Berlin Bildhauerei studiert hat und seit 1994 in Seefeld lebt sowie arbeitet, weiß angemalt. „Weiß ist eher nichtssagend. Es bewahrt den plastischen Charakter“, erklärt er. Das Holz selbst oder gar eine andere Farbe würden zu sehr von den Formen ablenken. Nur die Hohlräume und Ritzen hält der 1966 in Bayreuth geborene Künstler dunkel, um Tiefe zu erzeugen.

Das „Babel“-Thema findet sich auch in seinen Reliefs sowie in den Altären wieder, die durch angebrachte Scharniere klappbar sind. „Eine sakrale Bedeutung haben sie nicht“, betont Hack.

Seine Arbeiten sind bis zum 30. Oktober in der Galerie zu sehen – donnerstags bis sonnabends von 15 bis 17.30 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17.30 Uhr.

www.galerie-doetlingen.de

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