Kollegen verabschieden Mechthild Schwarte nach 33 Jahren in die Ruhephase der Altersteilzeit

„Eine Legende verlässt das Gelände“

Blumen und ein selbst gesticktes Kissen: Die Kollegen und Bürgermeister Ralf Spille (4.v.r.) verabschieden Mechthild Schwarte (2.v.r.) nach 33 Jahren.
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Blumen und ein selbst gesticktes Kissen: Die Kollegen und Bürgermeister Ralf Spille (4.v.r.) verabschieden Mechthild Schwarte (2.v.r.) nach 33 Jahren.

Dötlingen – „Unser Urgestein Mechthild geht in Rente“ steht in großen Lettern auf einem Banner geschrieben. 33 Jahre lang hat Mechthild Schwarte als Erzieherin in der Gemeinde Dötlingen gearbeitet. Nun ist sie am Freitagvormittag in die Ruhephase der Altersteilzeit verabschiedet worden. „Ich geh nach Haus, ruh’ mich aus und strecke mich morgen noch mal aus“, sangen die „Dötlinger Strolche“ zusammen mit ihren Erziehern.

Mit den Worten „Liebe Mechthild, eine Legende verlässt das Gelände“, begrüßte Kita-Leiterin Isabell Hannig-Meints ihre langjährige Mitarbeiterin auf dem Spielplatz. „Du warst immer eine verlässliche Kollegin und standest mit Rat und Tat zur Seite. Dafür danken wir dir.“ Dann überreichte sie ihr ein Präsent, und die Frauen nahmen sich herzlich in den Arm. 1974 habe sie im Landkreis Vechta ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin begonnen. „1976 habe ich dann angefangen, zu arbeiten“, erzählte Schwarte, die seit den 1990er-Jahren in Dötlingen wohnt.

Der 8.8.1988 war der erste Arbeitstag

„45 Dienstjahre habe ich voll. 33 Jahre davon war ich hier in Dötlingen“, sagte die 62-Jährige. Die vergangenen zehn Jahre arbeitete sie in der Krippe, davor war sie im Kindergarten tätig. 1988 nahm Schwarte zusammen mit Angelika Tscherpel ihre Arbeit auf, ein Jahr später kam Gudrun Löhlein dazu, die im Sommer nach 32-jähriger Kinderbetreuung in der Gemeinde Dötlingen in den Ruhestand verabschiedet wurde (wir berichteten).

An das Datum ihres ersten Arbeitstages können sich Tscherpel und Schwarte noch ganz genau erinnern: „Der 8.8.1988 – und es war 8.08 Uhr, weil ein Kollege verschlafen hatte“, erzählen sie und lachen. „Das ist so ein markantes Datum“, so Tscherpel. Schwarte sieht es genauso: „Das ist ein tolles Datum, das ich nie vergessen werde.“ Das Sitzungszimmer des Rathauses war anfangs ihr Büro. Mit einem Spielkreis im Obergeschoss der Grundschule Dötlingen fingen sie an und bauten die Kindergartenarbeit mit auf. Damals habe es in der Gemeinde Dötlingen nur einen Kindergarten gegeben – in Neerstedt.

Im zweiten Jahr kam dann auch schon die zweite Spielkreis-Gruppe dazu, erinnert sich Tscherpel, die seit 1993 im Kindergarten „Filibuster“ in Brettorf arbeitet. In den 33 Jahren habe sich die Kita-Arbeit sehr verändert. „Alles hat sich verändert. Es sind ja auch Generationen dazwischen. Früher hat man anders gearbeitet als heute“, schilderte Schwarte.

Kita-Leiterin bedankt sich bei Mechthild Schwarte

Mit einem Präsent bedankt sich Kita-Leiterin Isabell Hannig-Meints (rechts) bei Mechthild Schwarte.

Ralf Spille nahm sich an seinem letzten Amtstag als Bürgermeister ebenfalls Zeit, um sich von Schwarte zu verabschieden. „Ich weiß nicht, wie viele Generationen Kinder du erlebt hast“, sagte er. „Du hättest es nicht so lange gemacht, wenn es dir keinen Spaß gemacht hätte.“ Dann wünschte er ihr viel Glück, Zufriedenheit und Gesundheit und überreichte ihr zum Dank ein Blumengesteck.

Schwarte hob die gute Zusammenarbeit mit der Leiterin hervor: „Mit Isabell habe ich viele Jahre zusammengearbeitet. Wir hatten viel Spaß. Ich werde die Zeit nie vergessen“, sagte sie in Richtung Hannig-Meints, die daraufhin mit den Tränen kämpfte. Sie hatte aber noch eine besondere Überraschung parat: „Ein Ruhestandskissen habe ich gestickt. Da kannst du dich drauf ausruhen“, sagte Hannig-Meints, die ihrer Kollegin kurzerhand das Kissen überreichte, die sich darüber sichtlich freute.

Was Schwarte am meisten vermissen wird? „Alles“, sagt sie und fügt hinzu: „Tolle Kollegen sind das hier, tolle Kinder und tolle Eltern.“ Ganz wird die 62-Jährige das Gelände der „Dötlinger Strolche“ aber nicht verlassen. „Als Oma komme ich noch her. Am Montag hole ich meine Enkelkinder aus der Krippe ab. Montag ist Oma-Tag“, sagt sie und lacht.  

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