Eine Kita für Vierbeiner

Frances Luzar betreibt seit April 2020 eine Hundepension in Busch

Ein Herz für Hunde hat Frances Luzar aus Busch, die „Agathe“ Leckerlis gibt. Mit auf dem
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Ein Herz für Hunde hat Frances Luzar aus Busch, die „Agathe“ Leckerlis gibt.

Busch – „Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos“ steht in großen Lettern auf einem Schild geschrieben, das am Gartenzaun hängt. Im April vergangenen Jahres hat Frances Luzar ihre Hundepension „Hund-um-Service“ am Hunteweg in Dötlingen-Busch eröffnet. Die Tagesbetreuung ist das Kerngeschäft der 39-Jährigen. Ihr Mann Marcel unterstützt sie bei der Arbeit.

Ihren Alltag kann man sich wie einen Kitabetrieb vorstellen – nur eben mit Hunden statt mit Kindern: Die Besitzer bringen morgens ihre Vierbeiner zu Luzar und holen sie gegen Nachmittag oder Abend wieder ab. Bis zu fünf Tage die Woche können sie ihre Hunde tagsüber bei ihr abgeben. Luzar übernimmt dabei sozusagen den Part der Erzieherin. Ihre Kunden kämen unter anderem aus der Gemeinde Dötlingen, Wildeshausen, Goldenstedt und dem Harpstedter Raum, so die Tierliebhaberin.

Eine Tagesgruppe besteht im Durchschnitt aus sieben Hunden

„Eine Tagesgruppe besteht im Durchschnitt aus etwa sieben Hunden“, sagt die 39-Jährige. Sie beschreibt die Pension mit den Worten „klein, familiär und kuschelig“. Zusätzlich zu den Kita-Hunden haben sie und ihr Mann zwei Huskeys. Ihre Hündin „Kaya“ macht es sich während des Gesprächs draußen auf dem Boden gemütlich. Die französische Bulldogge „Agathe“, ihr schwarzer Labrador-Freund „Nalon“ und der große Berner Sennenhund „Bolle“ sind hingegen neugierig und beschnuppern ab und an die fremde Besucherin. Der Rest der Truppe tobt sich entweder auf der rund 1 000 Quadratmeter großen, eingezäunten Außenfläche aus oder hat es sich im Haus bequem gemacht: „Ich habe keine extra Hundezimmer. Sie dürfen überall hin, außer ins Schlafzimmer.“ „Nalon“ zählt übrigens zu Luzars „Stammkunden“. „Er kommt schon das vierte Jahr zu mir. Er ist ein Fünf-Tage-Kunde“, sagt sie und lacht.

Zusätzlich habe die 39-Jährige noch Platz für zwei bis drei Übernachtungsgäste, die auch übers Wochenende bleiben dürfen – „aber nur die, die aus der Tagesgruppe sind“, erklärt sie. „So kenne ich schon die Hunde und die kennen mich – und die Regeln hier“, begründet sie. Jeder Vierbeiner verhalte sich anders und habe einen eigenen Charakter. „Es gibt Robuste, aber auch Sensibelchen“, beschreibt Luzar die verschiedenen Eigenschaften der Tiere. Die Expertin weiß, dass Hunde – ebenso wie Menschen – soziale Kontakte brauchen. Auf diese Weise können sie Sozialkompetenzen entwickeln. „Über 50 Prozent der Kunden bringen ihren Hund wegen der sozialen Kontakte her – und damit er Spaß hat“, sagt die Selbstständige.

Nicht nur Menschen brauchen soziale Kontakte

Dass die Menschen im vergangenen Jahr seltener verreist sind, habe die 39-Jährige an den Zahlen der „Übernachtungsgäste“ gemerkt. „Im Prinzip gab es keine Urlauber, ich hatte mal Hunde da, wo die Besitzer im Krankenhaus waren.“ Aber dadurch, dass sie das Tagesgeschäft hat, sei sie gut durch die Corona-Situation gekommen. „Ich muss dazu sagen: Ich habe auch tolle Kunden. Die haben ihre Hunde vorbeigebracht, obwohl sie im Homeoffice waren und eigentlich selbst Zeit gehabt hätten“, berichtet sie. Zudem habe sie genügend Rücklagen gehabt. „Es kann immer passieren, dass man mal für mehrere Wochen ausfällt.“ In der Corona-Zeit habe sie aber auch Neukunden gewinnen können: „Was ich merke, ist, dass sich viele coronabedingt einen Hund angeschafft haben.“

Vor ein paar Jahren begann Luzar mit einem Gassi-Service. Dann habe sie immer mehr Anfragen erhalten. So kam es zur Eröffnung der Hundepension. „Aus dem Gassi-Service ist der Großteil der Kunden zur Pension gewechselt. Das war total gut, weil dann der Lockdown kam“, erzählt die Tierliebhaberin.

„Ich bin ein absoluter Hundemensch, keine Frage“

Die meiste Zeit ihrer Kindheit habe Luzar zusammen mit den treuen Vierbeinern zusammen gelebt. „Ich bin ein absoluter Hundemensch, keine Frage.“ Natürlich sei es auch mit viel Aufwand verbunden, aber „für mich ist das keine Arbeit. Es ist toll, sein Leben so intensiv mit Hunden zu verbringen“.

Ihre Hunde-Kita sei zwar fast ausgelastet, es würden jedoch immer wieder Plätze frei. „Kürzlich sind zwei weggezogen, die Hunde werden auch älter oder die Arbeitszeiten ändern sich bei den Kunden“, nennt Luzar Beispiele. Neukunden biete sie immer einen Probetag an. So kann die 39-Jährige sowohl die Besitzer als auch den Vierbeiner kennenlernen. Und die Hunde können sich auch schon mal beschnuppern. „Ich lade gerne ein, wenn die Tagesgruppe da ist.“ So könne sie sehen, wie der Vierbeiner sich verhält. Aber: „Es fügen sich nicht alle in die Gruppe ein. Ich hatte auch schon Fälle, wo es nicht ganz gepasst hat“, erinnert sie sich.

Weitere Informationen

gibt es auf der Facebook-Seite „Hund-um-Service“

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