Delmenhorster Künstler Bernhard Büsing stellt in der Müller-vom-Siel-Kate aus

Eine Dötlingen-Radierung für die Vernissage

Eine Frau und ein Mann stehen neben einer Büste.
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Erste Ausstellung seit anderthalb Jahren: Gerti Essing und Bernhard Büsing vor der Galerie.

Dötlingen – Zur ersten Vernissage nach fast anderthalb Jahren hatte die Dötlingen Stiftung am Sonntagmittag in die Müller-vom-Siel-Kate eingeladen. Den Auftakt zur Veranstaltung gestaltete Ulrike Flieger, die auf ihrer Violine drei Volksweisen aus Russland und Polen darbot. „Das waren die ersten schönen Töne, die wir seit anderthalb Jahren in der Kate hören konnten“, freute sich Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung, die die Ausstellung nicht wie sonst üblich mit der Vita des Ausstellenden begann, sondern den Künstler in eine Art Interview verwickelte.

„Ist es richtig, dass Sie sich hauptsächlich der Mythologie widmen?“, fragte sie Bernhard Büsing. Es entwickelte sich ein lockerer Dialog. „Ursprünglich habe ich mit der Landschaftsmalerei begonnen“, antwortete der Delmenhorster Künstler. Doch dann begann er, von seiner Leidenschaft, der antiken Mythologie, zu erzählen. Durch die intensive Lektüre von Ovids „Metamorphosen“ sei er auf die Götterwelt der Antike mit ihren Figuren und Geschichten gestoßen, die seitdem seine Aquarelle, Radierungen, Holzschnitte, Skulpturen und Plastiken bestimmen.

Essings Hinweis zu Büsings Holzschnitt „Deukalion und Pyrrha“, der auf einer Staffelei mitten im Ausstellungsraum thront, nutzte der Künstler, um den Mythos hinter den beiden Gestalten zu erklären. Hier war Büsing in seinem Element. Man spürte die Faszination, die Zeus, Narziss, Pyramus und Thisbe auf ihn ausüben. Er stellt die Figuren aber nicht einfach in ihrer Sagenwelt dar, sondern gibt ihnen einen aktuellen Bezug, wie beispielsweise mit dem Holzschnitt „Europa-Lockdown“. Die Grundlage bietet die griechische Mythologie. Zeus verwandelt sich in einen Stier, um Europa, die Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa, zu entführen. Mit dem Schriftzug „Lockdown“ unter Europas Kopf zielt er auf die aktuelle Situation ab. Europa blickt auf ein Smartphone in ihrer Hand, auf dem die „Fieberkurve der Pandemie“ zu sehen ist.

Göttervater wacht am Eingang

Auch zum griechischen Göttervater Zeus, der nun als Kunstwerk vor dem Eingang der Kate wacht, hatte Büsing einiges zu erzählen, was wiederum die Gäste in die Vernissage einbezog, die vor dem Gebäude ausharren mussten. Immerhin waren annähernd 30 Kunstfreunde der Einladung der Dötlingen Stiftung gefolgt.

Obwohl der Landkreis Oldenburg für ihn Neuland auf der Karte seiner Ausstellungsorte ist, widmete er dem Wahrzeichen Dötlingens sogleich ein Kunstwerk, natürlich mit mythologischem Inhalt: Bei einem Besuch in Dötlingen vor einigen Monaten fiel dem 82-Jährigen die Dorfeiche ins Auge. Er erkannte in ihr den Kopf der Daphne und verewigte sie mit seiner Radierung „Daphnekopf in Dötlingen“.

Die Ausstellung „Köpfe – mythisch und zeitnah“ ist bis zum 25. Juli samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. „Bernhard Büsing ist während der Öffnungszeiten anwesend und freut sich auf den Austausch mit Ihnen“, heißt es in der Ankündigung der Dötlingen Stiftung.

Ulrike Flieger eröffnete die Vernissage mit ihrem Violinenspiel.

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