Erstaunliches rund um den Aufbau morderner Kraftwerke

Windpark-Baustelle: Einblicke in den „großen Zirkus“

Im Beisein von Bauleitern, Landeigentümern und Vertretern der Bürgerwind GbR drehte Hermann Raschen, Geschäftsführer der VR Energieprojekte, symbolisch die letzte Schraube fest. - Fotos: an

Haidhäuser - Von Anja Nosthoff. Gefühlt ins Land der Superlative tauchten am Sonnabend die Besucher des Baustellentags im Windpark Haidhäuser ein, wo sich zurzeit zwölf Windräder im Aufbau befinden. Vier Mühlen stehen bereits komplett, bei zwei weiteren wurde jeweils das untere Turmsegment errichtet. Läuft alles nach Plan, sind die Windräder Anfang August fertiggestellt und die Anlage kann Ende August oder Anfang September in Betrieb gehen.

Mit vier Kremsern, die Landjugend-Mitglieder steuerten, kamen die Besucher während der Führungen ganz nah an die verschiedenen Baustellen heran. Sie durften sich auf die Fundamente stellen, an den Riesenschrauben rütteln oder die großen Turmsegmente umarmen, die noch darauf warten, mit den Mammutkränen an ihren Bestimmungsort geführt zu werden.

Mit ihren Fragen konnten die Besucher zudem Hermann Raschen, Geschäftsführer der VR Energieprojekte, oder die Bauleiter Erik Lundblad und Hendrik Frost löchern. Mit dem Aufbau des Windparks ist die dänische Firma Vestas beauftragt. Rund 50 Bauarbeiter, Ingenieure und Wachpersonal tummeln sich momentan auf der Großbaustelle.

„Stehen die Windräder erst einmal, profitieren wir hier von der guten Windsituation. Jetzt während des Aufbaus könnte es aber ruhig etwas weniger windig sein“, waren sich Raschen und Lundblad einig. Denn schon bei ganz geringer Windstärke muss der Aufbau aus Sicherheitsgründen stagnieren. Unvorstellbare Massen müssen die Kräne bewegen, um ein Windrad aufzubauen. Elf Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 126 und einer Nabenhöhe von 137 Metern sowie eine Anlage mit einem Rotordurchmesser von 117 und einer Nabenhöhe von 141,5 Metern entstehen in dem Dötlinger Bürgerwindpark.

Fünf Meter reichen die Betonfundamente an der tiefsten Stelle in die Erde hinein. Sie verfügen über einen Durchmesser von 26 Metern. Bei den Türmen sind es im unteren Bereich hingegen 4,5 Meter. Ganze vier Meter lang sind die Bolzenschrauben, mit denen Turm und Fundament miteinander verknüpft werden. Aufwendig ist nicht nur der Aufbau der Anlagen selbst, schon die Vorbereitungen nennt Lundblad „einen großen Zirkus“. Viel Aufwand sei nötig, um die Schotterstraßen für die Schwerlasttransporte sowie die Kranflächen zu errichten.

Das Gleiche gelte für den Aufbau eines einzigen Schwerlastkrans. Drei Turmsegmente muss so ein Kran in drei verschiedenen Bauabschnitten aufrichten. Das Finale ist die Montage von Nabe, Gondel und Flügeln. Schon ohne Getriebe bringe die Gondel 71 Tonnen Gewicht mit, das Getriebe wiegt noch einmal rund 50 Tonnen. Die Nabe bringt es auf 33, jeder Flügel auf 15 Tonnen. Sandsäcke im Turm gleichen Schwankungen aus, die durch die Höhe, das Gewicht und den Wind entstehen.

„Bei einer Windstärke von 25 Metern pro Sekunde stellen sich die Windräder automatisch ab“, informierte Lundblad. Denn dann bestehe die Gefahr, dass das Rad überdrehe. „15 Umdrehungen pro Minute sind ideal“, so der Bauleiter. Die Rotorblätter drehten sich automatisch mit dem richtigen Winkel in den Wind.

Erfreut zeigte sich Raschen, dass mit der Fertigstellung des vierten Windrads der erste Bauabschnitt abgehakt werden konnte. Symbolisch drehte er im Beisein der Bauleiter sowie einiger Landeigentümer und Vertreter der Bürgerwind GbR Dötlingen die letzte Schraube an einer der Anlagen fest.

Neben den geführten Kremserfahrten konnten die Besucher des Baustellentages noch miteinander ins Gespräch kommen. Es gab Getränke und Snacks. Und wer selbst einmal Hand anlegen wollte, durfte mit dem Mini-Bagger etwas Sand bewegen. Besonders der Nachwuchs ließ sich da nicht zweimal bitten.

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