Ein Sprung in die Vergangenheit

Elf Ferienpasskinder aus der Gemeinde Dötlingen besuchen das Museumsdorf Cloppenburg

Freuen sich auf den Rundgang über das Museumsdorf-Gelände: die Ferienpasskinder und die Betreuerinnen.
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Freuen sich auf den Rundgang über das Museumsdorf-Gelände: die Ferienpasskinder und die Betreuerinnen.

Cloppenburg/Neerstedt – Wie lebten die Menschen damals? Was haben sie gegessen und mit was für Maschinen arbeiteten sie? Und was ist eigentlich ein Heuerhaus? Um all diese Fragen ging es am Dienstag im Museumsdorf Cloppenburg. Elf Ferienpasskinder aus der Gemeinde Dötlingen unternahmen zusammen mit den drei Betreuern Sylvia Hollmann, Werner Scheffer und Jessica Zarifoglu vom Team der Evangelischen Jugend Dötlingen einen Ausflug dorthin.

Vom Haus der Generationen in Neerstedt aus fuhren sie morgens los. Während ihres Ausflugs erlebten die Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren so einiges und machten bei bestem Wetter quasi eine Zeitreise.

Kinder erfahren, was Menschen damals aßen

Die erste Station der Gruppe war die Diskothek „Zum Sonnenstein“, die vorher in Harpstedt stand und auf einem Geländeteil in Cloppenburg neu aufgebaut wurde. „Da lief gerade das Lied ,Daddy Cool‘“, erzählte Scheffer und lachte. „Heute geht es um das Thema ,essen wie damals‘. Ihr werdet sehen, wie vor 100 und 200 Jahren eine Küche aussah.“ Weiter sagte sie: „Ihr habt alle ein Badezimmer. Wir sehen beim Rundgang, wie früher ein Badezimmer aussah. Ihr habt Duschen und vielleicht auch eine Badewanne mit warmem Wasser“, sagte Hollmann zu den Mädchen und Jungen. „Hatten Kinder ihr eigenes Zimmer?“, fragte sie in die Runde. „Nein, hatten sie nicht“, antwortete ein Mädchen. „Wir schauen uns auch an, wie die Leute früher gekocht haben, und dann gibt es ein Picknick. Wir werden wie früher essen, lasst euch überraschen“, so die Betreuerin.

Spielen Schule: Betreuerin Sylvia Hollmann mit den Jungen und Mädchen. Hinter ihnen steht die Bauerschaftsschule aus Renslage.

Dann lief die Gruppe über das Gelände. Vor einem alten Gebäude blieb sie stehen. „Das ist ein Heuerhaus. Die befanden sich neben Bauern- oder Gutshäusern. Heuer kommt von anheuern. Die Bauern mussten damals eine Hilfe haben, weil sie noch nicht die Hilfsmittel hatten, die es jetzt gibt“, erklärte Hollmann verständlich. „Die Heuerlinge bekamen das Haus und lebten dort.“ Dann durften die Kinder natürlich auch einen Blick in das Gebäude werfen, das 1741 erbaut worden war. Sie waren neugierig und interessiert. „Überlegt mal, wie klein die Leute waren“, sagte Hollmann, während sie und die Kinder im kleinen Schlafzimmer standen, in dem sich ein Alkoven befindet.

Kinder schauen sich einen Alkoven an

Seit etwa zehn Jahren führe sie Ferienpasskinder über das Gelände des Museumsdorfes, informierte Hollmann nebenbei. Und was haben sie und die anderen Betreuer sich für das Picknick überlegt? „Es gibt Stuten und Pumpernickel, Butter und selbst gemachte Marmelade. Das Brot kaufen wir hier“, verrät Hollmann, die in der Gemeinde Dötlingen lebt.

Im Herrenhaus Arkenstede gibt es es unter anderem alte Arbeitsgeräte zu sehen.

Neben dem Thema Essen erfuhren die Kinder auch etwas darüber, wie der Schulalltag damals ablief. „Früher sind die Schüler nicht weggerannt, sie hatten Respekt vor dem Lehrer. Wir spielen jetzt Schule“, so Hollmann. Die Jungen und Mädchen sollten sich dafür hintereinander in Zweierreihen aufstellen. „Kinder, seid jetzt mal leise“, rief sie in strengem Ton – natürlich nur ironisch gemeint. „Setzt euch alle hin, Hände auf das Pult. Ich gucke jetzt, ob eure Hände sauber sind.“ Dann begutachtete sie eine Hand nach der anderen. „Naja, okay. Mal gucken, wer die dreckigsten Hände hat.“ Dann fügte sie hinzu: „Ihr wisst, wie streng es früher war. Was ist damals passiert, wenn ein Kind schmutzige Hände hatte?“, wollte sie wissen. „Man hat mit einem Stock auf die Hände gehauen“, sagte ein Junge. Dann warfen sie auch einen Blick in die kleine Bauerschaftsschule aus dem 18. Jahrhundert. Von dort aus ging es weiter zur Kirche (Baujahr 1699), die sich ganz in der Nähe befindet. „Es ist eine kleine Kirche, aber die bei uns in Dötlingen ist auch nicht viel größer“, sagte Zarifoglu zu den Kindern, die sich auf die Kirchenbänke setzten. „Kirchen waren ein Ort der Stille und der Ruhe“, so die Betreuerin.

Die Kinder schauen sich im Heuerhaus um.

Vom Gotteshaus aus gingen sie weiter zum Herrenhaus Arkenstede, einem großen Fachwerkhaus, das von einem Wassergraben umgeben ist. Im Inneren gibt es unter anderem Adelsporträts, alte Arbeitsgeräte und Kleider zu sehen. Nach einer Stärkung mit Brot aus dem Backhaus ging die Gruppe weiter, um noch mehr auf dem Gelände des Museums zu entdecken.  

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