„Ein richtiges Highlight“

Turmfalkenpaar brütet im ehemaligen Schlauchturm am Neerstedter Rathaus

Fünf Eier brütet das Turmfalkenpaar aus.
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Fünf Eier brütet das Turmfalkenpaar aus.

Neerstedt – Erfreuliche Nachrichten für alle Vogelfreunde, aber insbesondere für den Nabu Dötlingen-Wildeshausen: Ein Turmfalkenpaar hat sich im ehemaligen Schlauchturm am Neerstedter Rathaus niedergelassen und brütet dort. Vor ein paar Wochen fielen Willy Zerhusen vom Nabu die Vögel zum ersten Mal in Rathausnähe auf. „Über dem Gelände war ein Falke am Rütteln“, erzählt er. Dass die Vögel den Nistplatz angenommen haben, habe Rolf Scheller, ebenfalls vom Naturschutzbund, beobachtet.

Im Januar 2019 haben die Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe damit begonnen, den Turm in ein Tierhotel zu verwandeln. Bei ihrem Vorhaben wurden sie finanziell von der Gemeinde Dötlingen unterstützt. Im Außenbereich finden sich Nist- und Unterschlupf-Angebote für Spatzen, Mehlschwalben, Mauersegler und Fledermäuse. Im Inneren baute der Nabu Nisthilfen für Rauchschwalben sowie einen Turmfalken- und einen Schleiereulen-Kasten ein, teilen die Mitglieder auf ihrer Homepage mit. Nun haben zwei Turmfalken diese Nistmöglichkeit entdeckt und brüten fünf Eier aus.

Ehemaliger Schlauchturm verwandelt sich nach und nach in einen Artenschutzturm

„Die Turmfalken hätten schon im letzten Jahr einziehen können“, sagt Zerhusen. Doch Baumaßnahmen am Rathaus hätten sie daran gehindert. „Das hat uns nicht in die Karten gespielt, und es folgte nicht so viel Brut, wie wir es uns gewünscht hatten“, so Zerhusen. „Daher sind wir umso erfreuter. Es ist ein richtiges Highlight.“

Im Januar 2019 haben Willy Zerhusen, Volker Kuhlmann und Rolf Scheller von der Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen (v.l.) die ersten Nistkästen an den ehemalige Schlauchturm in Neerstedt angebracht. archiv

Aber nicht nur das: Mauersegler seien ebenfalls in der Nähe gesichtet worden, wie Nabu-Sprecher Wolfgang Pohl berichtet. Diese Vögel seien in der Gemeinde bereits bekannt. „Die sind in Dötlingen zuhause und fliegen auch um die Kirche herum.“ In Rathausnähe habe er sie allerdings noch nicht gesehen. „Mauersegler kann man gut hören, weil sie einen durchdringenden Schrei haben. Selbst wenn man sie nicht sieht, hören kann man sie immer.“

Und wie viele Nistkästen sind schon im und am Turm angebracht? „Etwa 50 Kästen dürften es sein“, schätzt Pohl. Aus seiner Sicht ist aber noch Luft nach oben: „Der Turm ist längst nicht ausgeschöpft, was den Einbau von Nistkästen betrifft.“

Große Freude bei den Naturschützern

Über das Turmfalkenpaar freut er sich sehr: „Es ist das zweite in der Gemeinde Dötlingen. Das andere brütet an der Kirche.“ Er fügt hinzu: „Es ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Wir freuen uns, dass es angenommen wird.“ Es sei ein richtiger Erfolg. „Die Turmfalken breiten sich zurzeit auch aus. Infolge der Dürrejahre hat auch die Mäusezahl zugenommen. Die Mäusepopulation wächst nicht nur, sondern auch die der Beutegreifer. Es ist kein Wunder, dass die Population der Falken und beispielsweise der Bussarde zunimmt, aber dass es punktgenau auch hier geschieht, ist toll“, sagt der Naturschützer.

Der Turmfalken-Nachwuchs sei kurz vor dem Schlüpfen. „Man müsste demnächst die Eltern fliegen sehen, die dann verstärkt auf Futtersuche sind.“ Pohl sagt weiter: „Das ist immer spannend.“

Was fressen diese Vögel denn eigentlich? „Fleisch, alle Arten von Fleisch. Es sind Proteinverzehrer“, sagt er und lacht. Wie ihr Name schon sagt, brüten die Vögel in Höhlungen und Türmen. „Als es keine Menschen gab, waren sie in Felsformationen und haben in schwer zugänglichen Stellen gebrütet. Turmfalken sind Kulturfolger, sie haben sich an die menschliche Nachbarschaft angepasst“, erklärt der Naturschützer. In Wildeshausen gebe es die Tiere ebenfalls. „Kirchtürme sind beliebte Brutorte für Turmfalken“, weiß der Experte.

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