Jury des Wettbewerbs „Bach im Fluss“ bereist den Altonaer Mühlbach

„Ein interessantes Projekt“

Nahmen die Maßnahmen am Altonaer Mühlbach genau unter die Lupe: die sieben Jurymitglieder des Wettbewerbs „Bach im Fluss“ mit Projektleiter Ralf Siemer (Zweiter v.r.).
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Nahmen die Maßnahmen am Altonaer Mühlbach genau unter die Lupe: die sieben Jurymitglieder des Wettbewerbs „Bach im Fluss“ mit Projektleiter Ralf Siemer (Zweiter v.r.).

Altona – Joachim Wöhler vom niedersächsischen Umweltministerium steht am Rande des Altonaer Mühlbachs, blickt auf Kiesbänke sowie Strömungslenker und zückt schließlich seinen Kugelschreiber. Unter dem Punkt „Ökologische Wirksamkeit“ macht er sich Notizen. „Das ist unser Masterfaktor bei der Bewertung“, erklärt das Jurymitglied des niedersächsischen Gewässerwettbewerbes „Bach im Fluss“.

Gemeinsam mit sechs weiteren Experten bereist er dieser Tage insgesamt elf Projekte in ganz Niedersachsen. Sie waren im Vorfeld aus allen Bewerbern ausgewählt worden. Zu den Nominierten gehört auch das Projekt „Altonaer Mühlbach: Ökologische Aufwertung und Umweltbildung im Unterlauf“ der vom Fischereiverein Wildeshausen angebotenen Schul-AG „Gewässerschutz“. Bereits vor zwei Jahren hatte der Fischereiverein zusammen mit der Hunte-Wasseracht am Wettbewerb teilgenommen und für die Maßnahmen am Altonaer Mühlbach den dritten Preis erhalten – damals allerdings in der Kategorie „Hauptamt“. Nun sind die Beteiligten bei den „Ehrenamtlichen“ am Start. „Und wir hoffen, dass wir gute Chancen haben“, sagte Ralf Siemer, Naturschutzbeauftragter des Fischereivereins und Projektleiter, vor der Bereisung am Dienstag.

Hoffnungen darf er sich zurecht machen. Denn die seit 2010 bestehende Arbeitsgemeinschaft mit Kindern aus der Hunte-, Haupt- und Realschule war sehr aktiv. Unterstützt von der Hunte-Wasseracht, den Grundstückseignern, dem Landkreis Oldenburg sowie der Stadt Wildeshausen errichteten sie im Altonaer Mühlbach Kiesbänke, bauten Strömungslenker aus Totholz ein und platzierten Störsteine. Ziel war die Verwandlung der eintönigen, sandigen Sohle in einen vielfältigen Lebensraum. Und dieses Vorhaben scheint gelungen. Laut Siemer gibt es eine Erhöhung der Arten- und Individuenzahl von Fischen und Wirbellosen.

Im Rahmen einer Begrüßung auf Gut Altona stellte Siemer der Jury die Aktivitäten der AG vor und sprach von einem „super Miteinander“ – nicht nur mit den Unterstützern, sondern auch unter den Kindern, die von drei verschiedenen Schulen kommen. Teamarbeit und die Heranführung an die Belange der Natur seien wichtige Aspekte der AG-Arbeit, zu der unter anderem auch die Gewässerkunde, Strukturgütebestimmungen und Einblicke in das Bruthaus des Vereins gehören. Im Vordergrund stehen laut Siemer aber die „minimalinvasiven“ Maßnahmen, deren Wirksamkeit die Schüler schon nach kurzer Zeit entdecken könnten.

Davon machten sich die sieben Jurymitglieder während eines Gangs entlang der Projektstrecke, die sich hinter dem Hotel „Gut Altona“ in Höhe des Eisenbahntunnels befindet, selbst ein Bild. Immer wieder schossen sie Fotos, schrieben Stichwörter auf. Zu den bewertungsrelevanten Aspekten gehören unter anderem die Umweltbildung, Bewusstseinsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen und kreative Finanzierungen. Ausschlaggebend bleibe aber die ökologische Wirksamkeit. „Ein Projekt, das sich zwar gut verkauft, aber wenig bringt, hat schlechte Chancen“, erklärte Wöhler. Im Falle des Altonaer Mühlbachs sei die ökologische Wirksamkeit deutlich gegeben. „Das Projekt ist interessant“, ließ Wöhler seine Einschätzung erahnen.

Von Tanja Schneider

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