1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Dötlingen

SELBSTVERSUCH Volontärin Annum Malik spielt zum ersten Mal Swingolf in Iserloy

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Annum Malik

Kommentare

Probiert sich in Iserloy im Swingolf aus: Volontärin Annum Malik.
Probiert sich in Iserloy im Swingolf aus: Volontärin Annum Malik. © Rullhusen

Iserloy – „Willst du dich nicht mal im Swingolf ausprobieren?“, fragten mich meine Kollegen neulich. „Oh ja, sehr gern“, meinte ich. Gesagt, getan: Bereits von der Iserloyer Straße aus Wildeshausen kommend, ist die sattgrün, frisch gemähte, zehn Hektar große Wiese mit verschiedenen bunten Fähnchen, den künstlich aufgebauten Hindernissen und angrenzenden Windkraftanlagen zu sehen. In Deutschland gibt es etwa 50 Swingolf-Anlagen: Eine von ihnen befindet sich in Iserloy.

Ein Schotterweg führt geradewegs zum Platz, der sich auf der linken Seite befindet. Der Hof der Betreiberfamilie Garms liegt auf der rechten Seite. Heute spielt hier der Swin-Golf-Club Iserloy – eine ideale Gelegenheit, den Profis über die Schulter zu schauen. Vereinsmitglied Uwe Hollmann zeigt mir erst einmal, worauf es bei der Sportart ankommt: Augenmerk auf den Ball richten, der weicher und größer als ein herkömmlicher Golfball ist, Körperspannung halten, Ellbogen ausstrecken und den Schläger unten mit der starken Hand – in meinem Fall die rechte – greifen. Nun heißt es abschätzen und abschlagen. Hollmann macht es mir vor: Bei ihm fliegt der Ball im hohen Bogen auf der 90 Meter langen, geraden Bahn Nummer 17 – beziehungsweise Loch 17, wie man es hier nennt – und bleibt nahe des blauen Fähnchens neben dem Loch liegen.

„Drei Par“ steht auf einer Holztafel, die sich neben der Bahn befindet. Drei was? Ein Par bedeutet ein Schlag, erklärt mir Michael Garms, Betreiber des Golfplatzes. Die Bahn sollte also im idealen Fall in drei Schlägen geschafft werden. Einen „Hole-in-one“, also mit einem Abschlag den Swingolfball im Loch versenken, erwartet hier niemand, so Garms. In den vergangenen 16 Jahren sei ihm dieser vielleicht einmal geglückt. Der Spaßfaktor stehe im Vordergrund. Zu viel Ehrgeiz ist also fehl am Platz.

Michael Garms zeigt das Einlochen.
Michael Garms zeigt das Einlochen. © Rullhusen

Nach einer Einweisung durch Garms und Hollmann soll ich mein Debüt vor den Augen des Vereins geben – und ich verspüre nur eins: Performancedruck par excellence. Luft holen, fokussieren, an alles denken und mindestens ähnlich professionell abschlagen. Pustekuchen. Der Schläger schwingt durch die Luft, aber nimmt den kleinen Ball nicht mit, der noch seelenruhig an derselben Stelle liegt. Neuer Versuch. Wieder dasselbe Luftspiel. Jetzt hatten alle genug zu lachen. Beim dritten Mal klappt es dann endlich. Der Ball fliegt und bleibt in relativ gerader Bahn etwa 25 Meter vor mir in Richtung blauem Fähnchen liegen. „Für einen Anfänger war das gar nicht schlecht“, loben mich die Vereinsmitglieder.

Danach geht es weiter zum Ball. Dort, wo er liegen geblieben ist, dürfen Anfänger einen „Tee“ in den Boden stecken und darauf den Ball platzieren, aber nicht weiter als etwa 15 Zentimeter von der ursprünglichen Position entfernt, erklärt Garms. Wenn man in der Nähe des Fähnchens ist, soll die Haltung des Schlägers so verändert werden, dass der Ball gefühlvoll und ganz sachte eingelocht werden kann. Der künstlich mit Sand aufgefahrene Hügel um das Fähnchen herum hat seine Tücken. Denn bei falsch dosiertem Schlag rollt der Ball mit Schwung den Hügel wieder hinunter und bleibt erst fernab vom Zielfähnchen liegen.

Garms findet, dass jede Bahn ihren eigenen Charakter hat. Tatsächlich. Bahn zwölf, auf der ich weiterspiele, führt durch einen angrenzenden Waldweg. Hier passiert mir ein Fauxpas: Trotz des „Tees“ nehme ich eine etwa fünf Zentimeter große Rasenfläche aus dem Boden mit. Auf der Spielkarte steht, was dann zu machen ist: Grasbüschel soweit wie möglich wieder einsetzen und festtreten.

Zum Ende der Bahn zwölf stehe ich kurz vor dem Ziel. Ich schlage aber zu heftig: Der Ball fliegt zwar in die richtige Richtung, aber doppelt so weit. Anfängerfehler und zu viel Adrenalin?

Idee kommt aus der Schweiz

Spielt auch schon Swingolf: der siebenjährige Lasse Garms.
Spielt auch schon Swingolf: der siebenjährige Lasse Garms. © Malik

Zuletzt spiele ich noch Bahn sieben beziehungsweise Loch sieben. Das Interessante hierbei sind der scharfe Rechtsknick und die großen Holzbriketts als Hindernis vor dem Zielfähnchen. Schlag für Schlag taste ich mich an das Fähnchen heran. Jetzt bleiben mir drei Möglichkeiten: Den Ball entweder hoch genug über die drei Hindernisse springen lassen, ihn zwischen die Hürden hindurch oder seitlich an ihnen vorbei spielen. Ich entscheide mich gegen das Umgehen der Hindernisse. Pech gehabt, denn mit vollem Risiko prallt mein Ball zwei Mal gegen das Holz und fällt zurück. Nicht schlimm, macht trotzdem Spaß.

Die riesige Grünfläche ist ein Kleinod für sich. Die Windanlagen aus nächster Nähe angrenzend an die Anlage zu sehen, ist eines meiner persönlichen Höhepunkte des Tages. Ein Maislabyrinth neben der Swingolfanlage soll bald auch wieder begehbar sein.

Die Anlage erfreute sich im Laufe der Jahre so großer Beliebtheit, dass Familie Garms sie schon um das Doppelte der Platzgröße erweitert hat. Die Idee dazu hatte die Familie in einem Schweiz-Urlaub. Swingolf hatte ihr so gut gefallen, dass sie es auch bei sich etablieren wollte. Wer einmal anfängt, hört ungern auf. Bestes Beispiel ist der siebenjährige Lasse Garms: Gerade von der Schule zurück, zeigt er mir zum Schluss meiner Partie, wie ein Aufschlag und das Einlochen gehen. Zu spät: Mittlerweile kann ich es auch.

Auch interessant

Kommentare