Neujahrsempfang in Dötlingen

Ehrenamt, Breitband und Finanzen

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Zum Neujahrsempfang begrüßte Klaus Jokiel von der MSG Hunte-Delme (Mitte) Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille (l.) und den Ersten Kreisrat Christian Wolf.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Welche Ereignisse haben das Jahr 2018 geprägt? Welche Herausforderungen stehen bevor? Diese Fragen haben den Neujahrsempfang in Dötlingen geprägt.

Global betrachtet sei 2018 mit dem heißen Sommer, dem Brexit und den Handelskriegen ein chaotisches Jahr gewesen. „Für unseren Verein war es ein gemischtes“, begrüßte Klaus Jokiel am Sonntagvormittag die Gäste des 28. Neujahrsempfanges der Motorsportgemeinschaft (MSG) Hunte-Delme. 

Denn diese hat zwar Veranstaltungen wie das Seifenkistenrennen erfolgreich über die Bühne gebracht, aber bereits seit Februar keinen Vorsitzenden mehr. Pierre Henning zog sich – wie er lange im Voraus angekündigt hatte – zurück, ein Nachfolger war nicht in Sicht. „Wie viele Vereine kämpfen auch wir darum, Ehrenamtliche zu finden, die Posten übernehmen“, so der MSG-Sportleiter Jokiel und erntete dafür allgemeines Nicken.

Zum Neujahrsempfang im „Dötlinger Hof“ zieht es traditionell Vertreter aus Parteien, Vereinen und Organisationen, die den Austausch untereinander schätzen. So gut besucht wie in den Vorjahren war die Veranstaltung diesmal aber nicht. Als Gäste sowie als Redner waren einmal mehr Bürgermeister Ralf Spille und der Erste Kreisrat Christian Wolf dabei. „Und ich komme nicht nur wegen des kurzen Weges gerne“, sagte der Dötlinger. 

Wolf schätzt auch die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen seines Jahresrückblickes verwies er auf wichtige politische Themen wie den Schultausch in Wildeshausen und das Abfallwirtschaftskonzept, ging aber auch auf weniger bekannte Themen ein, mit denen sich die Kreisverwaltung befassen muss, beispielsweise das Geldwäschegesetz.

In seinem Ausblick nannte er – wie schon zuvor der Bürgermeister – den Fachkräftemangel sowie den Breitbandausbau eine Herausforderung. Letzterer ist laut Spille mit so viel Bürokratie verbunden, dass einzelne Gemeinden gar nicht in der Lage waren, Förderanträge zu stellen. 

Bekanntlich hatte dies der Landkreis übernommen – mit Erfolg. „Doch obwohl auch überall gebuddelt wurde, hat bislang keiner mehr Power“, sagte der Bürgermeister. Wolf stimmte zu: „Das ist alles unbefriedigend und macht wenig Freude.“ Er versicherte, dass der Landkreis am Ball bleibt.

Spille griff in seinem Jahresrückblick für die Gemeinde den Ausbau des Heideweges, den Radwegbau von Neerstedt nach Klattenhof sowie das interkommunale Gewerbegebiet in Hockensberg auf, für das die Planungen langsam vorangingen. Mit Blick auf die Kinderbetreuung sieht er weitere Investitionen in die Kitas. Die Gründe seien die Nachfrage nach längeren Öffnungszeiten, der längere Verbleib des Nachwuchses in der Krippe sowie auch mehr Kinder pro Familie. „In Dötlingen geht der Trend scheinbar zum Drittkind“, sagte Spille.

Großes Thema der kommenden Jahre seien die Finanzen. Insbesondere aufgrund der hohen Abschreibungen von fast zwei Millionen Euro gelinge es der Kommune immer weniger, den Ergebnishaushalt auszugleichen. „Wir müssen daher auf der Ausgabenseite jeden Euro dreimal umdrehen“, so der Verwaltungschef. Und dennoch könnten – je nach Entscheidung der Politik – mit dem Rathausanbau und dem Haus der Generationen große Investitionen auf die Gemeinde zukommen.

Spille appellierte, Herausforderungen optimistisch anzugehen. Wolf sprach sich für einen respektvolleren Umgang miteinander aus. Wenn Mitarbeiter im Kreishaus beispielsweise wegen eines nicht genehmigten Bauantrages beschimpft und sogar Rettungskräfte angepöbelt werden, würden Grenzen überschritten. Wolf forderte deshalb mehr Besonnenheit, die Meinung des anderen zu achten und Einzelinteressen mal in einem größeren Zusammenhang zu betrachten.

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