Ehepaar Bötefür kocht für Hochzeit in Sulphur Springs / Fernsehteam dabei

Ungewöhnliche Essgewohnheiten in Texas

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Michaela Bötefür backte für die texanische Hochzeit als Dessert einen Apfelstrudel mit Vanille-Sauce.

Dötlingen - Die Familie Bötefür war mal wieder „on the road“. Diesmal ging es für die Besitzer des Dötlinger Schützenhofes „Unter den Linden“ nach Texas. Dort bereiteten sie für ihren Bekannten Werner „Joe“ Boesel ein deutsches Hochzeitsbüfett zu – natürlich angepasst an den texanischen Gaumen.

Schon 2013 waren die Bötefürs auf der „Boesel Ranch“ im texanischen Sulphur Springs. Der Kontakt kam durch eine Facebook-Seite zustande, auf der sich ehemalige Teilnehmer der VOX-Fernsehsendung „Goodbye Deutschland“ austauschen können.

Im September fragte Boesel an, ob Michaela und Thomas Bötefür nicht das Büfett für seine Hochzeit am 17. Oktober zubereiten könnten. „Wir sind also nach Texas geflogen und haben so die Zeit genutzt, in der in unserem Hotel der Flur, der Festsaal und die Zimmer renoviert wurden“, so Thomas Bötefür.

„Boesel wollte eigentlich nur einen Hackbraten – ‚Meatloaf‘ wie die Amerikaner sagen – und unsere traditionelle Hochzeitssuppe“, erklärte gestern Thomas Bötefür. Den Rest der Gerichte konnten die Deutschen selbst zusammenstellen.

Einzige Bedingung vom Auftraggeber war, dass es „spicy“ sein musste. Und so zauberten die Deutschen Schweinebraten, Hähnchenbrust in Curry-Bananen-Sauce, Rotkohl sowie Gemüsereis. Und als Dessert gab es Apfelstrudel mit selbstgemachter Vanillesauce. „Wie immer nach dem Rezept meiner Urgroßmutter aus dem Schwabenland“, so der Dötlinger Gastronom.

Ein besonderes Highlight war eine Einladung ins Rayburn Student Center der University Commerce. „Dort kamen wir uns wie Exoten vor.“ Denn das Dinner, an dem die Bötefürs teilnahmen, stand unter dem Motto „Deutsche Sitten bei Tisch“.

Eine Deutsch-Dozentin erklärte den Studenten, wie die Deutschen essen und trinken – durchaus befremdlich, wie Thomas Bötefür findet.

Für ihn stammten manche Tischregeln noch aus der Zeit der 1970er-Jahre, beispielsweise der Ratschlag, dass in Deutschland immer der Gastgeber zahle. Außerdem sollte der Gast immer ein Geschenk mitbringen – aber nie einen deutschen Wein. „An dieser Stelle habe ich das erste Mal gestutzt“, so der Dötlinger.

„Ich habe die Deutschlehrerin bei fast allen Punkten unterbrechen müssen und sie auf die moderneren deutschen Speisen und Umgangsformen hingewiesen“, erklärte Bötefür.

Denn was auf den Tisch kam, waren meist Gerichte, die in Deutschland in der Form schon längst aus der Mode sind. So gab es Kartoffelsuppe mit Knoblauch und trockene Hähnchenschnitzel mit verkochtem Rotkohl.

Bei der Hochzeit war auch wieder ein Kamerateam dabei. Die Produktionsfirma dreht unter anderem für VOX, sodass die Bötefürs bald wieder im Fernsehen zu sehen sein könnten – diesmal aber nur als Statisten. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

fio

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