21-Jähriger verurteilt / Mitangeklagter freigesprochen

Dreieinhalb Jahre Haft für Raub auf betagtes Ehepaar

Dötlingen/Oldenburg - Im Prozess um den schweren Raubüberfall auf ein betagtes Ehepaar in Höltinghausen hat die Große Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes den 21-jährigen Täter aus Oldenburg am Freitag zu dreieinhalb Jahren Jugendgefängnis verurteilt. Die Mitangeklagten aus Dötlingen (30) und Edewecht (49) wurden freigesprochen.

Wie berichtet, hatte der 21-Jährige die Tat gestanden und die beiden Mitangeklagten schwer belastet. Der Dötlinger, der Geld von ihm gefordert habe, habe ihn zu dem Raubüberfall gezwungen und erpresst, der Edewechter habe das Fluchtauto gefahren, sagte der Angeklagte. Das Gericht sah das aber nicht so. Zumindest fehlte es an Beweisen für eine derartige Tatbeteiligung der beiden Mitangeklagten, die die Angaben vehement bestritten.

Der Dötlinger hatte erklärt, dass der 21-Jährige ihm Geld schulde. Er habe ihn aber keineswegs zu dem Raubüberfall angestiftet. Der Edewechter gab an, am Tatabend tatsächlich gefahren zu sein. Der 21-Jährige habe ihm gesagt, dass er kurz seine Freundin in Hötlinghausen besuchen wolle. Von einem Raub sei keine Rede gewesen. Das Gericht schenkte ihm Glauben – zumal der Edewechter mit seinem Auto ohne Verdeckung des Kennzeichens durch Höltinghausen gekurvt war. So blieb der 21-Jährige als einziger Täter übrig.

Der Raub stehe sittlich auf unterster Stufe, sagte der Richter. Der Angeklagte hatte Insiderwissen ausgenutzt. Er war mit der Enkelin des betagten Ehepaares befreundet gewesen. Von den Opfern war er deswegen auch schon einmal zum Essen eingeladen worden. Maskiert und bewaffnet hatte er das Ehepaar an der Haustür überwältigt und es im Badezimmer eingesperrt. Dann durchsuchte er das Haus, will aber nach eigenen Angaben nichts Wertvolles gefunden haben. Die Opfer haben hingegen angegeben, dass Schmuck und Geld geraubt worden seien. Der 21-Jährige hat also bezüglich der Beute gelogen. Diese Lüge hatte schließlich Bedeutung hinsichtlich der belastenden Angaben gegen die Mitangeklagten. Der 21-Jährige sagt offenkundig nicht immer die Wahrheit, hieß es. 

wz

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