Drei Bäume am Steinweg in Neerstedt „bearbeitet“/Gemeinde prüft Vorfall

Zielgerichtete Beschädigung oder Jugendstreich?

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An der Kastanie auf dem Wendeplatz des Steinweges sind deutliche Schäden zu erkennen.

Neerstedt - Der Neerstedter Jörg Lieder ist verärgert. Gleich drei Bäume haben Unbekannte in der Nacht zu Freitag am Steinweg beschädigt. Mit einer Axt oder einem anderen scharfen Gegenstand haben sie tief in den Stamm geschlagen und so mehr als nur Rinde entfernt. Neben einer Kastanie mitten auf dem Wendeplatz sind zwei Linden betroffen, eine hatte Lieder 1982 selbst gepflanzt. „Ich bin erschüttert“, sagt der Neerstedter, der gestern auch die Gemeindeverwaltung informiert hat. Schließlich befinden sich alle drei Bäume auf öffentlichem Grund.

Im Neerstedter Rathaus möchte man den Vorfall nun prüfen. „Wir müssen uns den Sachverhalt natürlich vor Ort anschauen und uns ein Bild von dem Ausmaß der Schäden machen“, erläuterte Bauamtsleiter Uwe Kläner auf Nachfrage. Oft habe es die Gemeinde nicht mit Baumfrevel zu tun, ab und an würden aber schon Pflanzen beschädigt. Die Ursachen seien unterschiedlich. Manchmal handele es sich „lediglich“ um eine unüberlegte Aktion von Kindern oder Jugendlichen, die in die Rinde ritzen oder sie etwas abziehen. In anderen Fällen stecke Kalkül dahinter. „Bestes Beispiel sind die Ersatzpflanzungen für die 1000-jährige Eiche in Dötlingen. Die ersten beiden Bäume sind damals beschädigt worden, weil jemand sie dort nicht haben wollte“, erinnerte sich Kläner. Anhand der Schäden lasse sich meist erkennen, ob sie mutwillig herbeigeführt wurden. In der Regel erstatte die Gemeinde in solchen Fällen auch Anzeige.

Ob es sich am Steinweg um eine zielgerichtete Aktion handelt, ist unklar. Dass jemand zufällig vorbeigekommen ist und sich an den Bäumen zu schaffen gemacht hat, glaubt Lieder aber nicht. Schließlich handelt es sich beim Steinweg um eine Sackgasse in einem ruhigen Wohngebiet. Durchgangsverkehr gibt es dementsprechend nicht.

Der Neerstedter pflegt seit Jahren das Gemeindebeet, in dem auch die Linde steht, und hat der Kommune nun angeboten, die Wunden mit Wachs zu versorgen – „damit keine Pilzsporen oder Schadinsekten in den Stamm gelangen“. Laut Kläner müsse zunächst geprüft werden, ob die Schäden reparabel sind. „Es gab schon Fälle, in denen Bäume gefällt und durch Neuanpflanzungen ersetzt werden mussten.“

ts

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