Aktionstag soll den Wert des Stroms verdeutlichen

In Dötlinger Schulen bleiben die Lichter aus

Muss das Mehl für den Teig von Hand gemahlen werden, ist auch Stockbrot kein einfacher Grillsnack. - Foto: Petzold

Neerstedt - Ein Tag ohne elektrisches Licht, ohne Heizung und ohne Schulgong erwartet die Kindergarten- und Grundschulkinder der Gemeinde Dötlingen am Freitag, 21. Oktober. Damit soll den Kids der Wert des Stroms verdeutlicht und gezeigt werden, dass er kein selbstverständliches Gut ist, das es nicht zu verschwenden gilt.

Mit welchen Aktionen dieser Tag begleitet werden kann, erfuhren 35 Erzieher und Lehrer der Gemeinde am Mittwoch im Rahmen einer Fortbildung in der Grundschule Neerstedt. Dafür machten sich die Pädagogen zunächst einmal selber bewusst, wie stark Strom den Alltag beeinflusst und was ohne ihn gar nicht funktionieren würde.

„Wir müssen unseren Unterricht komplett umstellen“, sagte Hilburg Kästner, die an der Grundschule Neerstedt unterrichtet. „Schließlich können wir keine Beamer oder Projektoren einsetzen und müssen auch auf Fotokopien verzichten. Das heißt: zurück zu Tafel und Büchern.“ Kästner ist vom Nutzen der Aktion überzeugt und findet es wichtig, zu zeigen, wie Mühselig das Leben ohne Strom ist.

Das erfuhren die Pädagogen auch am eigenen Leib, als es daran ging, Getreide für Stockbrot zu mahlen. Angeleitet wurden sie dabei vom Regionalen Umweltzentrum Hollen (RUZ). Die Naturexperten hatten ein buntes Angebot an lehrreichen Aktionen dabei. 

Neben Stockbrot backen gehörten auch der Bau eines Ofens und das Basteln mit kleinen solarbetriebenen Motoren dazu. „Grade die Solarbaukästen kommen immer gut an“, berichtet Robert Pietschner vom RUZ. „Die Schüler sind immer begeistert und entwerfen die verücktesten Konstruktionen.“ Strom sei zwar dabei, gesteht Pietschner, aber der sei sauber erzeugt. So könnten die Kinder auch gleich etwas über alternative Energiequellen lernen.

Bevor es aber nach draußen ging, um die praktischen Aufgaben anzupacken, galt es zu überlegen, wie der Alltag in den Einrichtungen auch ohne Hilfe aus der Steckdose funktionieren kann und welche Vorbereitungen zu treffen sind. „Die Anregungen und Beispiele, die wir hier bekommen, sind super und so gestaltet, dass wir sie auch bei uns in der Kita gut umsetzen können“, freute sich Erzieherin Marlies Specketer.

Die Idee für den Aktionstag kam vom Arbeitskreis der Grundschul- und Kita-Leitungen der Gemeinde. „So eine Veranstaltung gab es noch nie“, erzählt Gudrun Löhlein vom Arbeitskreis. „Es ist wirklich toll, dass alle Lehrer mit dabei sind – auch die von der Sprachheilschule“, so Löhlein weiter. - pp

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