Feuerwehrmann im Einsatz

Dötlinger im Schneechaos in Oberösterreich

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Schnee soweit das Auge reicht: Der Dötlinger Feuerwehrmann Klaas Ehmen (l.) unterstützte die Österreicher beim Schneeschippen.

Dötlingen/Grünburg - Die Schneemassen haben Bayern und Österreich weiter fest im Griff: Die Lawinengefahr ist hoch, Dächer drohen einzustürzen, und in vielen Orten sitzen Menschen fest. Mittendrin ist ein Dötlinger Feuerwehrmann, der kurzerhand als Helfer rekrutiert wurde.

Nach Oberösterreich reist Klaas Ehmen regelmäßig. Schließlich hat der Dötlinger dort Verwandtschaft. Auch diesen Monat machte sich der Feuerwehrmann auf den Weg in Richtung Alpen, wo ihn vor allem eines erwartete: jede Menge Schnee. Aufgrund der extremen Witterung wurde während seines Aufenthaltes in der Region der Katastrophenfall ausgerufen. 

Die örtliche Feuerwehr räumte tagelang schneebedeckte Dächer. Ehmen, der sich eigentlich nur das Feuerwehrhaus in Grünburg ansehen wollte und deshalb Kontakt zu den dortigen Brandschützern aufgenommen hatte, fand sich plötzlich mitten im Katastropheneinsatz wieder. „Du kommst erst einmal mit zum Schneeschippen. Morgen früh um 6 Uhr geht’s los! Danach können wir uns die Feuerwache immer noch ansehen“, habe er zu hören bekommen.

Zusammen mit den Einsatzkräften der Feuerwehr Grünburg räumte Klaas Ehmen (Dritter v.r.) Dächer in Oberösterreich frei.

Was zunächst nach einem schlechten Scherz klang, war bitterer Ernst, teilt der Dötlinger Feuerwehrpressewart Jannis Wilgen mit, den Ehmen über die Lage in Österreich informierte. Zahlreiche Gebäude in der Region drohten unter der meterhohen Schneelast einzustürzen, sodass die Dächer schnellstmöglich von den Einsatzkräften geräumt werden mussten. „Jede helfende Hand wurde benötigt, ein Wettlauf gegen die Zeit“, berichtet Ehmen. 

Gleich am nächsten Morgen wurde der 27-Jährige von der Grünburger Feuerwehr eingekleidet - inklusive eines für ihn angepassten Klettergurtes, um sich auf den rutschigen Dächern zu sichern. Im Anschluss machten sich die Feuerwehrfahrzeuge auf den Weg ins Einsatzgebiet nach Rosenau am Hengstpaß. Dort sei dem Dötlinger Feuerwehrmann das Ausmaß der Katastrophe erst richtig bewusst geworden: „Es war mehr Schnee gefallen, als ich jemals zuvor in meinem Leben gesehen hatte - links und rechts der passierbar gemachten Straßen türmten sich mannshohe weiße Wände auf.“

Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten aus Grünburg und unzähligen anderen Einheiten der verschiedenen Hilfsorganisationen begann Ehmen mit der schweißtreibenden Arbeit auf den verschneiten Dächern - immer an einer Leine gegen den Absturz gesichert.

Rund acht Stunden lang befreiten die Helfer die Gebäude mit Aluschaufeln und sogenannten Schneehexen von der Last. Mit speziellen Schneidwerkzeugen wurden Schneeblöcke abgestochen, um diese dann auf Planen vom Dach rutschen zu lassen. „Generell gab es keine Patentlösung, jedes Dach war anders, und es musste entsprechend den Gegebenheiten improvisiert werden“, so Ehmen. Am Boden seien Radlader eingesetzt worden, um die Schneemassen in Lastwagen zu verladen und abzutransportieren.

Beeindruckt zeigte sich der Dötlinger von der Unterstützung seitens der Bevölkerung: „Die Menschen sind sichtlich dankbar und stellen warme Getränke an jeder Einsatzstelle bereit.“ Generell habe die Versorgung der Helfer hervorragend geklappt.

Mit Einbruch der Dämmerung rückten die Feuerwehrleute schließlich wieder ab. Ein weiteres Mal musste Ehmen nicht mehr mit anpacken. Die Grünburger Feuerwehr wurde nach mehreren Tagen im Einsatz abgelöst.

Letztlich konnte so auch noch der Besuch des Grünburger Feuerwehrhauses zwei Tage nach dem Hilfseinsatz stattfinden und Ehmen sich ein näheres Bild von der Ausstattung der Wehr machen.

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