Dötlinger und De Marner feiern traditionelle Partnerschafts-Kohltour/Fete bis Mitternacht

Kohlkönigspaar mit Fingerspitzengefühl

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Tieneke Loonstra und Gerold Schnier sind das neue Königspaar.

Brettorf - Von Anja Nosthoff. Kann ein 54-Teile-Puzzle zum Verhängnis werden? Einige Kohlkönig- und Kohlkönigin-Anwärter brachte es am Samstagabend im Schützenhof Brettorf zumindest beinahe zum Verzweifeln. Die mehr als 200 Zuschauer aus den Gemeinden Dötlingen und De Marne in den Niederlanden hatten dagegen ihren Spaß. Um ja nicht zu verpassen, wem in diesem Jahr die Königswürde zufiel, drängten sich bald Massen an Schaulustigen um den Spieletisch in der Saalmitte.

Massen an Schaulustigen drängten sich um den Spieletisch in der Saalmitte, wo die Anwärter für die Kohlkönigswürde an ihren Puzzlen verzweifelten.

Während die Dötlinger und De Marner jeweils ihre Favoriten anfeuerten, blieb es nicht bei guten Ratschlägen für die Anwärter. Vielmehr zeigten sich die munteren Kohlgänger alle besonders puzzlewütig. Mit Argusaugen verfolgten sie, wie das ein oder andere Bild auf dem Spieletisch langsam Gestalt annahm, und griffen dabei den eifrigen, konzentrierten und manchmal verzweifelnden Puzzlern auch schon mal über die Schulter, um selbst ein Teilchen an den richtigen Platz zu setzen. Kein Wunder, dass bei einem solch freudigen Gedränge bald so manch einer den Überblick verlor. Fest stand jedoch auf jeden Fall eines: Während vor zwei Jahren der König aus De Marne und die Königin aus der Gemeinde Dötlingen stammte, sollten die Würden nun umgekehrt verliehen werden: Die Niederländer hatten fünf ihrer Damen an den Tisch geladen, während der Dötlinger Bürgermeister Ralf Spille fünf Männer nominiert hatte.

„Ich habe genau beobachtet, wer heute wo viel oder wenig gegessen hat und wer wo nicht richtig mitmarschiert ist“, hatte Spille schalkhaft seine Nominierung eingeleitet. Denn schließlich hatten die Dötlinger und De Marner schon den halben Tag miteinander verbracht. Gegen 14Uhr war ein Bus mit 69 Niederländern in Brettorf angekommen. Dort gab es im Haus der Vereine erst einmal Kaffee und Kuchen. Neben den De Marnern wurden auch die Dötlinger Ratsmitglieder sowie Gemeindemitarbeiter von der AG Brettorfer Vereine bewirtet.

So gestärkt startete man schließlich zur eigentlichen Kohltour. Dabei stießen jede Menge ortsansässige Teilnehmer hinzu, sodass man bald mehr als 200 Frauen und Männer zählte. Nach einem Rundgang durchs Dorf Brettorf kehrten die Kohlgänger noch einmal zu einem Glühwein ins Haus der Vereine ein, um dann abends pünktlich zum deftigen Grünkohlessen im Schützenhof zu erscheinen. Dort stellte Spille fünf gestandene Männer vor die Königsaufgabe.

„Eigentlich brauchen wir heute Wettbewerber mit ganz viel Fingerspitzengefühl“, meinte Spille angesichts der Puzzle-Aufgabe. „Leider sind unsere Männer aber alle eher Grobmotoriker“, scherzte er. Der Bürgermeister beorderte Helmut Koletzek, Winfried Behm, Heiko Wilkens, Gerold Schnier und Heinz Günther Höfel an den Spieletisch. „Einer von ihnen muss uns ruhigen Gewissens während der nächsten zwei Jahre regieren“, verkündete Spille.

Altkönig Willem Bos aus De Marne holte sodann die Königinnenanwärterinnen an den Tisch – und schon ging das lustige Puzzlen los. Bei so viel Konzentration zwischen Feucht-Fröhlichkeit waren die Spielregeln zwischendurch allerdings nicht mehr ganz klar. Da wurde laut gejubelt „Wir haben einen König!“ als das erste Puzzle fertig war – allerdings durften sich die Anwärter mit den fertigen Bildern wohl eher darüber freuen, dass „der Kelch“ in Form der Königs- und Königinnenwürde noch einmal an ihnen vorüber gegangen war.

Schließlich stand fest, dass Tieneke Loonstra und Gerold Schnier das alte Königspaar Margit Mutke und Willem Bos ablösen würden. Großer Jubel brach los. Den Eröffnungstanz meisterte das neue Paar mit Bravour. Viel beklatscht drehte es sich auf der Tanzfläche – bis es auch die Umstehenden nicht mehr auf ihren Plätzen hielt und sich bald eine Polonaise durch den Saal schlängelte. Bis um Mitternacht wurde ausgelassen gefeiert – dann startete der Bus der De Marner wieder Richtung Niederlande.

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