Brandschutz bei der Kinderfeuerwehr

Wenn der Nachwuchs Feuer und Flamme ist

Herbert Aschenbeck und Silke Bleckwehl mit einigen der Kinderfeuerwehr-Mitgliedern. - Foto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Silke Bleckwehl führt die Finger zum Mund und pfeift. Der Geräuschpegel im Dötlinger Feuerwehrhaus reißt schlagartig ab. „Alle antreten“, ruft die Kinderfeuerwehrwartin. „Wir wollen ein Foto machen.“ Die Mädchen und Jungen sind sofort zur Stelle, positionieren sich vor dem Tanklöschfahrzeug, setzen ihr Fotolächeln auf und erzählen anschließend für den 14. Teil unserer Serie, warum es in der Kinderfeuerwehr so viel Spaß macht.

Der Startschuss für das gemeindeweite, kostenlose Angebot, das sich an Mädchen und Jungen ab sechs Jahren richtet, fiel vor gut fünf Jahren – im August 2013. „Ziel ist es, den Nachwuchs schon früh für die Feuerwehr zu begeistern – möglichst, bevor sich die Kinder auf andere Interessen festgelegt haben“, informiert Pressewart Jannis Wilgen. Die Gruppe ist eine Vorstufe der Jugendfeuerwehr, in die die Mädchen und Jungen dann ab einem Alter von zehn Jahren wechseln können. So manches „Kinderfeuerwehrgewächs“ hat dies mittlerweile getan. Während es bei den Jugendlichen schon um eine feuerwehrtechnische Ausbildung geht, gibt es bei den Sechs- bis Zehnjährigen einen pädagogischen Schwerpunkt, auch wenn durchaus mal Themen wie der Brandschutz oder die Erste Hilfe auf dem Dienstplan stehen. „Ich durfte schon einmal ein Strahlrohr halten. Das war voll cool“, erzählt Miguel. Ausflüge, Spielenachmittage und Bastelstunden runden die Aktivitäten ab.

Die 20-köpfige Gruppe, die seit ihrem Start immer voll belegt ist, trifft sich einmal im Monat – von Anfang an unter der Leitung von Bleckwehl. Als Erzieherin und Feuerwehrfrau ist die Dötlingerin für das Amt der Kinderfeuerwehrwartin prädestiniert. Unterstützung erhält sie stets von Herbert Aschenbeck, der durch die Brandschutzerziehung von Grundschülern schon reichlich Erfahrung gesammelt hat und die Bande ganz gut in Schach halten kann. „Neben uns beiden gibt es noch zwei Erzieherinnen, die ab und an aushelfen“, berichtet Bleckwehl. Weitere Helfer sind nicht nur willkommen, sondern werden sogar gesucht.

Altersdurchschnitt momentan bei 7,8 Jahren

Da im Sommer viele jüngere Kinder aufgenommen wurden, liegt der Altersdurchschnitt der Gruppe momentan bei 7,8 Jahren. Im kommenden Jahr wollen weitere Zehnjährige in die Jugendfeuerwehr wechseln und damit Platz für andere Kinder machen. Die Betreuer wissen: „In dem Alter sind sie Feuer und Flamme für den Brandschutz.“ Dass nicht alle Mädchen und Jungen am Ball bleiben, versteht sich von selbst. Gerade nach dem Wechsel auf die weiterführenden Schulen könnten sich die Interessen noch einmal verschieben. „Es gibt aber einige, die es zumindest in der Jugendfeuerwehr versuchen“, sagt Bleckwehl.

Entgegen der Vermutung gehören nicht nur Kinder von Feuerwehrleuten zu der Nachwuchstruppe. Viele von ihnen haben aufgrund der Brandschutzerziehung in den Schulen Gefallen gefunden. Und dennoch sind es nicht unbedingt die Feuerwehrthemen, die ihnen am meisten Spaß machen. Wer nach den schönsten Beschäftigungen der Kindergruppe fragt, erhält folgende Antwort: „Die Spiele sind am besten. Basteln ist auch gut.“ Dabei steht Letzteres gar nicht so häufig auf dem Programm, wundert sich Bleckwehl. Der jetzige Eindruck trüge. Gerade gestalten die Kinder im Dötlinger Feuerwehrhaus Mobiles aus Colouraplast sowie Weihnachtsbäume mit Tonpapier und Holzstäbchen. „Und wir haben auch schon mal aus zusammengerollten Zeitungen Häuser gebaut“, berichtet Niklas. „Wir wussten erst gar nicht, wie es funktionieren soll. Aber dann ging‘s.“ Mit etwas Kreativität meisterten die Kinder die Aufgabe mit Bravour.

Ansonsten stehen Besuche bei der Jugendfeuerwehr, der Polizei oder auch im Krankenhaus auf dem Dienstplan. Die Gruppe nimmt Feuerwehrfahrzeuge unter die Lupe, erkundet den Wald oder amüsiert sich bei Wasserspielen. Für 2019 hat Bleckwehl schon die eine oder andere Idee – auch für einen besonderen Ausflug. „Ich hoffe, es klappt“, ist sie zuversichtlich.

Serie „Unsere Feuerwehr“

„Retten, löschen, bergen, schützen“ lautet das Motto der Feuerwehr. Die Zeiten, in denen sie nur Brände bekämpfte, sind längst vorbei. Mittlerweile decken die Männer und Frauen, von denen in der Gemeinde Dötlingen rund 150 im aktiven Dienst sind, ein breites Spektrum an Aufgaben ab. Rund um die Uhr sind die Ehrenamtlichen der drei Ortswehren Brettorf, Dötlingen und Neerstedt zur Stelle, wenn im Notfall Hilfe benötigt wird. Daneben engagieren sich rund 100 weitere Mitglieder in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, der Brettorfer Feuerwehrkapelle sowie den Altersabteilungen. Der demografische Wandel und ein veränderter Arbeitsmarkt stellen die Feuerwehren heutzutage insbesondere personell vor einige Herausforderungen. Weitere aktive Mitglieder sind vor diesem Hintergrund immer willkommen. Was sie bei den drei Dötlinger Ortswehren erwartet, stellt die Wildeshauser Zeitung in einer Serie vor. Die Artikel befassen sich mit den vielfältigen Arbeitsbereichen, lassen die Einsatzkräfte zu Wort kommen und beleuchten Themen wie die Ausstattung und Ausbildung.

www.feuerwehr-doetlingen.de

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