Dötlinger Honighof: Die Uhr läuft

Nichts los: Das Honighaus an der Adresse Heideweg 30 ist kein Anziehungspunkt für Ausflügler mehr. Auch die Namenstafel ist abmontiert. Foto: Backhaus

Sogar ein Gemeindeweg war im Sommer 2018 für den Honighof in Dötlingen umbenannt worden – seitdem lautete seine Adresse „Immen Patt“. Doch von summender Geschäftigkeit kann keine Rede sein. Seit knapp einem Jahr hängt der Betrieb in der Luft, bald läuft eine Frist des Landkreises ab.

Dötlingen – Kontakt zu Fred Klockgether, dem Pächter des etwa 5 500 Quadratmeter großen Areals am Immen Patt in Dötlingen, das der Familie Tabken gehört, habe er nicht, sagt Fabian Ebelt. Er ist Verwalter des Tabkenhofs und damit auch für die Verpachtung zuständig. Klockgether, der vor etwa drei Jahren auf dem Gelände gemeinsam mit seiner Frau Liudmila den Honighof eröffnete, habe angeboten, das dort errichtete Haus samt Inventar an ihn zu verkaufen. Darauf einzugehen sei allerdings nicht geplant, erklärt Ebelt.

Offenbar wollen sich Klockgethers aus ihrem Projekt, das zeitweise viel Anklang fand, zurückziehen. Bereits ein gutes Jahr nach Eröffnung ging der Ärger los: Auf Schildern warb der Hof mit dem Angebot von „Speis und Trank“, ohne allerdings eine Gastronomielizenz zu besitzen. „Ein Gastronomie-Betrieb steht ausdrücklich im Widerspruch zu der damals erteilten Baugenehmigung“, urteilte 2018 das Ordnungsamt des Landkreises Oldenburg. Es untersagte dem Betreiberpaar die Bewirtung von Gästen daraufhin.

Gastronomie sorgte für Ärger mit Landkreis

Die Genehmigung, die Klockgether für den Bau eines Hauses auf dem Pachtgrundstück erhalten hatte, bezog sich auf eine Vollerwerbsimkerei mit Verkaufsfläche. Eine solche könne als privilegierter landwirtschaftlicher Betrieb gelten. Aufgrund der Tatsache, dass der Bereich als Landschaftsschutzgebiet gilt und im Außenbereich gebaut worden ist, sei eine Anerkennung durch die Landwirtschaftskammer notwendig. Das Problem: Bis heute habe Klockgether diesen Nachweis beim Kreis nicht erbracht, bestätigt dessen Pressesprecher. Eine erste Frist sei am 31. Dezember 2019 ausgelaufen. Nun sei sie bis Ende Juni verlängert worden. Was dann mit dem Gebäude geschehe, liege in der Hand der Grundstücksbesitzer.

Derzeit ist dort nichts mehr los: Die Hinweisschilder an der Einfahrt sind verschwunden, das Haus sieht verlassen aus und die Namenstafel über der Tür fehlt. Wer mit dem Fahrrad das Gelände passiert, hat keinen Grund mehr, eine Pause einzulegen. Das ist schon länger so: Seit dem vergangenen Sommer sind auch die Sitzgelegenheiten vom Gelände am Immen Patt verschwunden. Das Bauordnungsamt des Landkreises hatte dies nach einer Ortsbesichtigung verfügt, erläuterte Klockgether damals gegenüber unserer Zeitung. Dass ein Picknickplatz über die Genehmigung, Honigprodukte zu entwickeln und zu vermarkten, hinausgeht, wollte er damals nicht einsehen. Eine Bürgerinitiative gründete sich, um den Hof zu unterstützen. Der Freundeskreis sammelte für die Aktion „Rettet den Honighof“ mehr als 1 600 Unterschriften. Inzwischen ist die Internetseite der Unterstützenden nicht mehr online zu finden – ebenso wenig wie die des Honighofs.

Der Pachtvertrag Klockge-thers laufe bis 2025, bestätigt Ebelt. Sollte der Betreiber den Nachweis über einen anerkannten landwirtschaftlichen Betrieb vor Ort nicht erbringen, würde die vorläufige Baugenehmigung für den Hof wohl erlöschen. Klockgether war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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