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„Es braucht konkrete Maßnahmen“

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Für den Klimaschutz setzt sich die Dötlinger Grünen-Fraktion ein symbol
Für den Klimaschutz setzt sich die Dötlinger Grünen-Fraktion ein. © symbolfoto: dpa

Dötlingen – Die Dötlinger Grünen wollen den Klimaschutz in der Gemeinde vorantreiben und haben zwei Anträge gestellt, die im zuständigen Ausschuss beraten sowie im Gemeinderat beschlossen werden sollen. „Die aktuellen Pläne und Maßnahmen reichen nicht aus, um die Erwärmung dauerhaft auf die angestrebten 1,5 Grad zu begrenzen, und deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, schnell zu handeln“, macht Gabriele Roggenthien, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, das Anliegen der Grünen deutlich.

In dem Antrag betont die Fraktion, dass bereits 1,5 Grad Celsius Erderwärmung unter anderem dazu führen, dass der steigende Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar macht. „Die Weltbank schätzt, dass in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Klimaflüchtlinge auf über 140 Millionen Menschen ansteigen wird“, heißt es in dem Schreiben. Im Landkreis Oldenburg werde der Klimawandel ebenfalls zu spüren sein, „so werden zum Beispiel die Landwirtschaft und die Menschen hier von den Folgen direkt betroffen sein“. Der Klimawandel habe, so die Grünen, erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Gesundheit der Menschen sowie den Tierschutz und ist letztendlich auch ein Sicherheits- und Friedensproblem. Es könne und solle nicht erwartet werden, dass die Lösung dieses Problems alleine durch Eigenverantwortung und von Einzelpersonen erreicht wird.

Mitarbeiter sollen geschult werden

„Es braucht jetzt auf kommunaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene griffige Maßnahmen, um den drohenden Auswirkungen entgegenzuwirken“, betont die Fraktion. Es sei wichtiger denn je, schnell zu handeln. „Die Gemeindepolitik und das entsprechende Handeln der Gemeindeverwaltung sind ein wichtiger Mosaikstein bei der Umsetzung dieses Handlungssystems“, wird Roggenthien zitiert.

Aus diesen Gründen beantragen die Grünen, dass in allen Beschlusspapieren/-vorlagen für die Fachausschüsse und den Gemeinderat in Zukunft neben den fachlichen und finanziellen Ausführungen ebenso die Vor- und Nachteile der Entscheidung für das Klima dargestellt werden, wann immer möglich, jene Entscheidungen prioritär behandelt werden, die den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen, das Beschaffungswesen der Gemeinde für „mehr Klimaschutz“ evaluiert wird, klimafreundliche Handlungsempfehlungen erarbeitet werden und dass die Mitarbeiter dementsprechend informiert und gegebenenfalls geschult werden.

Bereits 2007, als der Klimawandel zwar schon Thema war, aber noch nicht so sehr im Fokus politischen Handels stand, hat sich die Gemeinde Dötlingen auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Heino Pauka auf den Weg gemacht, Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes zu ergreifen, schreibt Roggenthien im weiteren Antrag. Seinerzeit sei die Initiative „Energieeffizientes Dötlingen“ ein Leuchtturmprojekt im gesamten Landkreis und darüber hinaus gewesen. „Dötlingen wurde in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz zum Vorbild für viele andere Gemeinden.“

Klimaschutz- und Energiekonzept soll fortgeschrieben werden

Die Arbeit der Initiative wurde durch ein Projektteam, das sich aus Verwaltungsmitarbeitern, Ratsmitgliedern, Dötlinger Handwerkern, der EWE und Bürgern zusammensetzt, gesteuert. Gemeinsam mit den Gemeinden Hatten und Hude wurde 2010 ein Klimaschutz- und Energiekonzept vorgelegt, in dem Ziele formuliert und Maßnahmen zur Umsetzung beschrieben sind.

2012 wurde zudem (gemeinsam mit der Gemeinde Ganderkesee) ein Klimaschutzmanager eingestellt. Mit dessen tatkräftiger Unterstützung seien viele der im Klimaschutz- und Energiekonzept beschriebenen Maßnahmen umgesetzt worden.

„Zu unserem Bedauern wurde Lars Gremlowski nach Auslaufen des Personalkostenzuschusses durch das Bundesumweltamt 2017 nicht mehr weiter beschäftigt und es passierte, was wir befürchtet haben: Das Thema Klimaschutz geriet immer mehr in den Hintergrund, weil unter anderem andere Projekte – wie zum Beispiel die Entwicklung immer neuer Baugebiete und vor allem der Gewerbepark Hockensberg sehr viel Arbeitskraft in der Verwaltung binden“, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und ergänzt: „Insbesondere in den Bereichen Kommunale Liegenschaften, Straßenbeleuchtung und Ausbau regenerativer Energie ist in der Gemeinde schon früh sehr viel zur Reduzierung der CO2-Emissionen passiert, aber angesichts der auch bei uns immer deutlich spürbareren Auswirkungen des Klimawandels, brauchen wir jetzt auch auf kommunaler Ebene wieder griffige Maßnahmen, um auch hier vor Ort den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken.“

Daher fordert die Fraktion, dass das Klimaschutz- und Energiekonzept der Gemeinde fortgeschrieben wird.

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