Dötlinger fragen die Kandidaten

Die Bürgermeisteraspiranten stellen sich den Fragen der Gemeindebewohner

Die drei Bürgermeisterkandidaten Andreas Krems (v.l.), Antje Oltmanns und Dietmar Herchenröder.
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Werden mit Fragen konfrontiert: Die drei Bürgermeisterkandidaten Andreas Krems (v.l.), Antje Oltmanns und Dietmar Herchenröder.

Mit großem Interesse verfolgten rund 80 Gemeindebewohner die Vorstellungsrunde der Bürgermeisterkandidaten am Mittwoch im Saal des Landhotels in Dötlingen. Unter dem Motto „Dötlinger fragen die Bürgermeisterkandidaten“ haben Antje Oltmanns, Andreas Krems und Dietmar Herchenröder den Besuchern Rede und Antwort gestanden.

Dötlingen – „Ich werde Sie durch den Abend führen und einige Fragen stellen, die die Dötlinger bis vor Kurzem einreichen konnten. Natürlich dürfen Sie sich im Publikum auch gerne melden und ihre Fragen an die Bürgermeisterkandidaten richten“, begann der Dötlinger Gästeführer Ralf Holtz, der die Veranstaltung moderierte. Im Anschluss stellte er die Einstiegsfrage:

Was hat Sie dazu bewegt, zu kandidieren?

Krems stellte sich als erster der Fragestellung. Er sehe es als Vorteil, gebürtig nicht aus der Gemeinde zu kommen und somit keine zu engen persönlichen Beziehungen zu pflegen. „Das bringt andere Sichtweisen mit sich, und das sehe ich als eine Chance an.“ Oltmanns hingegen sei schon seit ihrer Jugend häufig in der Gemeinde gewesen. Sie kenne den Ort und die Menschen gut. „Ich kann hier etwas bewegen und mitgestalten. Dieser Verantwortung stelle ich mich gerne.“ Auch Herchenröder sei eng mit der Gemeinde verbunden. „Meine beiden Kinder gehen hier zur Schule. Deshalb kandidiere ich. Ich möchte in der Gemeinde noch lange weiter leben.“

Dötlingen ist Teil des globalen Lebens. Was sehen Sie als wichtigstes gesellschaftliches Problem und wie würden Sie das angehen?

„Das habe ich mich auch schon oft gefragt“, so Krems. Zum einen sei der öffentliche Nahverkehr ein Problem. Ein möglicher Haltepunkt in Aschenstedt ist ein Thema, was er prüfen wolle. Weiterhin sehe er den Gewerbepark Hockensberg kritisch. „Ich hätte ihn so nicht entstehen lassen.“ Es hätten eher heimische Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten bekommen sollen. So entstehe auch ein Mehrwert an qualifizierten Arbeitsplätzen. Oltmanns sieht das Klima als Hauptproblem. „Wir müssen mehr auf regenerative Energien setzen. Wir wollen ja klimaneutral werden.“ Dafür müsse vor Ort angefangen werden. Eine gute Chance sei dafür der Gewerbepark in Neerstedt. „Was ich mir gut vorstellen kann, ist ein regeneratives Gewerbegebiet. Wir könnten Vorreiter sein.“ Herchenröder sehe eher Probleme in dem Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen und möchte daran aktiv innerhalb der Gemeinde arbeiten. Dabei sieht er eine besondere Wichtigkeit in den Vereinen der Gemeinde. „Ich möchte ein Vereinsjournal herausgeben, in dem sich die Vereine vorstellen können. Dieses soll dann jeder Neubürger bekommen, damit er einen Ansprechpartner haben.“

.Wie soll die langfristige Gemeindeentwicklung vonstattengehen? Und wie stehen Sie zum Wachstum der Gemeinde?

„Das ist mein großes Thema“, erzählte Oltmanns. Sie habe viele Gespräche geführt und sehe die Dringlichkeit der Frage. Die Gemeinde wolle wissen, wo es hingeht. „Maßvoll wachsen“ ist dabei ihre Devise. „Stillstand ist Rückstand. Es gibt viele junge Leute, die in der Gemeinde bauen möchten. Aber es gibt kaum Möglichkeiten. Auf diese Menschen sind wir aber angewiesen“, erklärte sie. Auch Krems sei ein Freund des langsamen Wachstums. „Es muss aber auch Wohnungen für die Menschen geben, die hier hinziehen wollen“, gab er zu bedenken. Deshalb müssten Bauplätze geschaffen werden. Aber so, dass die dörfliche Struktur erhalten bleibe. Dass die Gemeinde wachse, habe man zuletzt durch das Gewerbegebiet Hockensberg gesehen, erzählte Herchenröder. Er setze auf Wohlstand durch Wachstum. „Aber wir müssen aufpassen, dass die Vergrößerung unserer Gemeinde die Schönheit nicht verdrängt.“

Die Gemeinde hat jetzt erst den Jahresabschluss von 2011 fertiggestellt. Woran liegt das? Was kann unternommen werden, dass das schneller geht?

„Warum das so lange gedauert hat, ist für mich nicht nachvollziehbar“, erzählt Oltmanns. Als Grund werde auch die Personalsituation in der Verwaltung aufgeführt. Das könne aber auch nur eine Entschuldigung für etwa zwei Jahre sein. „Die Situation ist völlig inakzeptabel.“ „So schwierig ist das auch gar nicht, einen Jahresabschluss zu erstellen“, meinte Krems. Gerade deshalb könne er nicht nachvollziehen, wieso die Jahresabschlüsse so lange dauern. Externe Dienstleister wären eine Möglichkeit, dies in den Griff zu bekommen. Es dürfe keine Entschuldigungen mehr geben. „Ich würde gucken,woran es liegt. Ich bin ja auch Manager“, sagt Herchenröder. Die Situation könne analysiert werden, damit später daraus gelernt werden kann. „Ich habe keine Angst vor Zahlen, ich bin Maschinenbauingenieur.“

L andratskandidat Christian Pundt schreibt in seinem Wahlprogramm „Internet bis an jede Milchkanne“. Wie viele Kannen muss ich als Dötlinger kaufen, um ein akzeptables Netz zu bekommen?

„Ganz schön viele“, sagte Krems. Das Problem sei ihm bekannt, nur müsse für eine bessere Anbindung die Kommune selbst Geld in die Hand nehmen. „Als Bürgermeister würde ich viele Gespräche fuhren und die Konzerne und den Landkreis nerven. Die Situation ist inakzeptabel.“ Dass es schon Ideen und Möglichkeiten gibt, erklärt Oltmanns. „Im Landkreis Cloppenburg werden Richtfunkmasten errichtet, mit denen ein besseres Netz möglich ist.“ Es ist ein Thema, mit dem sich die Gemeinde kurzfristig beschäftigen müsse. „Richtfunk wollen wir hier nicht“, sagt Herchenröder. „Wer will schon einen großen Funkturm in seinem Garten haben?“ Glasfaser zu verlegen ginge bei Neubaugebieten, aber bei vorhandener Infrastruktur sei das schwierig. „Da muss Geld in die Hand genommen werden.“

Nach etwa zweieinhalb Stunden beendete Holtz die Fragerunde. „Wir haben viele, aber auch nicht alle Themen anreißen können. Die verbliebenen Fragen können sicherlich zu einem anderen Zeitpunkt gestellt werden. Vielen Dank an unsere Kandidaten. Ich freue mich auf eine spannende Wahl.“

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