Kleinenkneter will seine Sammlung stiften

Dötlinger beraten über Beisserts Museumsangebot

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Hans-Werner Beissert zeigte Insa Huck, Ralf Spille, Thea Freiberg, Anke Spille, Eckehard Hautau und Walter Ulrich (v.l.) seine umfangreiche Sammlung – in der Hoffnung, dass sich die Dötlinger für die Errichtung eines Museums starkmachen.

Dötlingen/Kleinenkneten - Von Tanja Schneider. Seit Jahren träumt der Kleinenkneter Hans-Werner Beissert von einem Bauern- und Künstler-Museum in Dötlingen, für das er große Teile seiner eigenen Sammlung stiften würde. Erhört wurde sein Wunsch bislang kaum. Nun soll über das Thema in der Gemeinde zumindest gesprochen und beraten werden. Dies ist das Ergebnis eines Ortstermines, an dem Vertreter aus dem Rat, von der Dötlingen Stiftung sowie vom Bürger- und Heimatverein teilnahmen.

Beissert, der in Kleinenkneten das Museum „Urgeschichte – Neuzeit“ betreibt, hatte vor einem guten Jahr einen neuen Versuch gestartet und unter anderem Bürgermeister Ralf Spille angeschrieben (wir berichteten). „Denn ich werde nicht jünger und muss langsam wissen, ob von Seiten Dötlingens Interesse besteht“, erläuterte der 76-Jährige, dem im Dorf ein Museum vorschwebt, das die Bereiche „Landschaft“, „Künstler – damals bis heute“ sowie die Entwicklung von der Steinzeit bis zum Jahr 1930 umfasst. Untrennbar zusammen gehören für ihn die Geschichte der Dötlinger Bauern sowie der Maler.

Sowohl was den Standort als auch das Gebäude angeht, hat der bekennende Dötlingen Liebhaber genaue Vorstellungen, die er seinen Besuchern präsentierte. Ideal wären seiner Ansicht nach ein alter Bauernhof oder ein historisches Gebäude – natürlich in zentraler Lage. Denkbar sei auch ein Neubau – optisch angelehnt an den Schafkoben am Wildeshauser Westring. „Ebenerdig, in Fachwerkbauweise und erweiterbar, bitte keine hypermoderne und teure ,Utopia-Raumschiff-Architektur‘“, meinte er. Betreiben lasse sich eine solche Einrichtung mithilfe einer Überwachungsanlage und nur einer ehrenamtlichen Person.

Beissert ist Gemeinde Dötlingen voraus

Die Vertreter aus der Gemeinde Dötlingen waren gedanklich lange nicht so weit wie Beissert. In erster Linie wollten sich der Bürgermeister, die Ratsmitglieder Anke Spille (CDU), Insa Huck (SPD) und Eckehard Hautau (FDP, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins) sowie Thea Freiberg, Gerti Essing und Walter Ulrich als Vertreter von Stiftung und BHV erst einmal einen Eindruck von der Sammlung verschaffen, die sich über mehrere Gebäude auf dem Anwesen erstreckt. „Damit wir überhaupt wissen, womit wir es zu tun haben“, sagte Ralf Spille. Während eines Rundganges wurde schnell deutlich, dass Beisserts Fundus umfangreicher ist als gedacht. „Das würde für drei Museen reichen“, bemerkte Freiberg. Der Kleinenkneter betonte, dass die Sammlung, die von Dokumenten über alte Alltagsgegenstände und landwirtschaftliche Geräte bis hin zu Malerei reicht, nicht komplett übernommen werden müsste. Er könnte sich auch vorstellen, beispielsweise nur Bilder an Dötlingen abzugeben. Und hier gab es tatsächlich einige, die auf Interesse stießen. So erregte ein Werk von Franz van der Glas (1878-1964), auf dem die Kate am Rittrumer Kirchweg zu sehen ist, die Aufmerksamkeit der Stiftungsvertreter ebenso wie die sechs August-Kaufhold-Bilder und ein Gemälde von Heinrich Wilhelm Stöver, das den Volkmann-Hof zeigt. „Von Stöver habe ich mehr als 500 Bilder, ein großartiger Maler“, schwärmte Beissert.

Was fehlt, sei ein Museum

Begeistert ist er auch von der Geschichte und Schönheit Dötlingens, die geradezu zu einem Museum verpflichteten. Auch wenn aktuell die Errichtung eines Kulturpavillons im Gespräch sei, was Beissert begrüßte, fehle weiterhin ein Museum. Und deshalb forderte er seine Besucher nach der Besichtigung dazu auf, „das Thema zu beraten und möglichst bald eine Entscheidung zu treffen“. Der Bürgermeister dämpfte die Erwartungen: „Einen Schnellschuss wird es nicht geben.“ Dies bedeute aber nicht, dass kein Interesse besteht. „Das Kernproblem wird sein, geeignete Räume zu finden. Damit steht und fällt das Vorhaben“, betonte Spille, der zudem die Befürchtung äußerte, dass ein solches Projekt für die Gemeinde Dötlingen alleine eine Nummer zu groß sei. Dennoch wäre es schade, wenn die Sammlung von Beissert irgendwann „in alle Winde verstreut wird“. Deshalb gelte es, die Eindrücke zunächst sacken zu lassen und im Rat, innerhalb des BHV und der Stiftung zu beraten. „Wir werden uns dann sicherlich austauschen, welche Möglichkeiten es gibt“, teilte der Verwaltungschef mit.

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