INTERVIEW mit Helga Bürster und Christiane Knepel

Dötlinger Autorinnen geben Buchtipps

Bücher lesen, Tee trinken, abwarten: Vielleicht keine schlechte Idee für einen grauen Pandemie-Januar.
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Bücher lesen, Tee trinken, abwarten: Vielleicht keine schlechte Idee für einen grauen Pandemie-Januar.

Dötlingen – Eine Verlängerung des Shutdowns bis mindestens Ende Januar, dunkle Winterabende und vielleicht auch die Sehnsucht nach einer Alltagsflucht: All das sind gute Gründe, um mal wieder ein Buch zur Hand zu nehmen. Die Dötlinger Schriftstellerin Helga Bürster und die Spiel- und Kinderbuchautorin Christiane Knepel erzählen, zu welchen Werken sie am liebsten greifen und geben Leseempfehlungen.

Helga Bürster hat zuletzt im Jahr 2019 den Roman „Luzies Erbe“ veröffentlicht und zudem mehrere Hörspiele verfasst, die unter anderem bei Radio Bremen produziert und ausgestrahlt wurden.

Helga Bürster liest aus ihrem Buch.

Was lesen Sie am liebsten?

Am liebsten lese ich Gesellschaftsromane und historische Romane, die mir auf kluge Art und Weise etwas über die Menschen und ihre Zeit erzählen. Wenn ich ein Buch mit dem Gefühl zuschlage, etwas dazugelernt zu haben, bin ich zufrieden.

Haben Sie während der Coronazeit mehr gelesen als sonst?

Nein. Ich lese immer viel.

Was mögen Sie besonders an Büchern und am Lesen?

Bücher sind geduldig und riechen gut. Lesen ist eine überaus friedliche Beschäftigung, die, wenn das Buch gut ist, mein Bild von der Welt bereichert und mich ein bisschen schlauer macht.

Welche Bücher können Sie aktuell empfehlen?

Gerade lese ich „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolf. Es ist eine Familiengeschichte über vier Generationen hinweg, die im Banat spielt, in der Grenzregion zwischen Rumänien, Serbien und Ungarn. Iris Wolf erzählt in einer wunderbaren, fast schwebenden Sprache.

Ganz anders – aber nicht weniger beeindruckend – fand ich Agota Kristofs „Das große Heft“. Es geht um Zwillingsbrüder, die im Krieg zu ihrer Großmutter geschickt werden und bei ihr auf brutale Weise das Überleben lernen. Die Sprache ist karg und schroff, dem Stoff angemessen.

Christiane Knepel ist unter anderem für ihre Krimispaziergänge und Spiele bekannt. 2020 veröffentlichte die Dötlingerin den Kinderroman „Zoff im Sparschwein“.

Christiane Knepel

Was lesen Sie am liebsten?

Ganz klar historisch „angehauchte“ Romane.

Haben Sie während der Coronazeit mehr gelesen als sonst?

Während der Coronazeit habe ich auf jeden Fall mehr gelesen als sonst. Da gesellige Treffen mit Freunden weggefallen sind, habe ich stattdessen die Zeit mit einem guten Buch auf dem Sofa verbracht.

Was mögen Sie an Büchern?

Das Eintauchen in eine längst vergessene Zeit, in eine andere Welt, in ein anderes Umfeld – kurzum in eine andere Kulisse, die sich von meinem Alltag abhebt.

Welche Bücher können Sie aktuell empfehlen?

Besonders fasziniert hat mich der Roman „Die Wanderapothekerin“ von Iny Lorentz. Da ich selbst hauptberuflich im Außendienst arbeite, hat mich die Reisetätigkeit der Protagonistin absolut fasziniert. Ich habe mich in vielen Abschnitten wiedergefunden – nur dass meine Tätigkeit nicht annähernd so mühsam ist wie im 18. Jahrhundert. Trotzdem gibt es interessante Parallelen.

Ebenso möchte ich das Buch „Töchter einer neuen Zeit“ von Carmen Korn erwähnen, welches die Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg beschreibt. Als Leserin ist es sehr schön zu beobachten, wie die Emanzipation langsam Fahrt aufnimmt.

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