Zehn Jahre „EED – Ideen für eine nachhaltige Zukunft“

„Dötlingen ist ein Vorreiter“

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Ließen zehn Jahre „Energieeffizientes Dötlingen“ Revue passieren: Bürgermeister Ralf Spille, Harri Brendler, Andreas Hauth, Sandra Stolle, Gerd Bolling, Götz Neuber, Jürgen Hasselberg, Stefan Tholen, Rudi Zingler, Dötlingens ehemaliger Klimaschutzmanager Lars Gremlowski sowie Bauamtsleiter Uwe Kläner (v.l.).

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Die öffentlichen Gebäude in der Gemeinde Dötlingen sind „rundum saniert“, die Straßenbeleuchtung ist zu einem großen Teil auf LED umgerüstet, und dank eines kommunalen Förderprogramms haben Bürger in energetische Maßnahmen an ihren Altbauten investiert.

Im Rahmen des Projektes „Energieeffizientes Dötlingen“ (EED) sind in der Gemeinde so einige Vorhaben mit dem Ziel, Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren, realisiert worden. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des EED-Arbeitskreises gab es am Dienstagabend im Neerstedter Rathaus einen Rückblick auf die bisherigen Erfolge sowie einen Ausblick auf weitere Aktionen.

„Der Arbeitskreis hat dazu beigetragen, die Umwelt ein bisschen besser zu machen“, würdigte Bürgermeister Ralf Spille das Engagement. Er erinnerte an Oktober 2007, als „der längste Beschluss in der Geschichte des Dötlinger Gemeinderates“ gefasst wurde. Damals sprach sich das Gremium unter Spilles Vorgänger Heino Pauka dafür aus, dass sich „die Kommune verpflichtet, Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes zu planen und umzusetzen“. Unter dem Titel „Energieeffizientes Dötlingen“ wollte die Gemeinde einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, die Lebensqualität und die touristische Attraktivität verbessern, Energiekosten senken und das ansässige Handwerk unterstützen.

Start Anfang 2008

Anfang 2008 traf sich der Arbeitskreis zur ersten Sitzung. Viele der heutigen Mitglieder waren schon vor zehn Jahren dabei. „Ihr habt einiges umgesetzt, andere Ideen musstet ihr nach gründlicher Prüfung fallen lassen“, so Spille. Die gesetzten Ziele seien aber konsequent verfolgt worden – nicht zuletzt durch die Einstellung von Klimaschutzmanager Lars Gremlowski, den sich Dötlingen rund fünf Jahre lang mit der Gemeinde Ganderkesee geteilt hat. Bekanntlich ist er mittlerweile ganz in die Nachbarkommune gewechselt. Und so stand am Dienstag auch seine Verabschiedung aus dem EED-Arbeitskreis auf dem Programm.

Gremlowski zog eine sehr positive Bilanz und griff gleich zu Beginn die Frage auf, ob Dötlingen in Sachen Klimaschutz ein Vorreiter ist. „Ja, ganz klar“, lautete seine Antwort. Die Gemeinde sei zum einen sehr früh aktiv geworden und habe konkrete Beschlüsse gefasst – in einer Zeit, als das Thema Klimaschutz erst ins Rollen kam. „Zum anderen hat Dötlingen das Thema sehr breit aufgestellt“, sagte Gremlowski mit Blick auf die Vielzahl an Maßnahmen. Die Kommune sei nicht nur daran interessiert gewesen, ihre eigenen Liegenschaften „EED“-fit zu machen, sondern habe auch die Öffentlichkeit mitgenommen. 

196 Beratungen

Er verwies auf diverse Vorträge sowie 196 Beratungen innerhalb von fünf Jahren, die im Zuge von Aktionen wie „Taten statt warten“ oder „Clever heizen“ in der Kommune über die Bühne gegangen sind, sowie auf das Förderprogramm zur Sanierung von Altbauten. 100.000 Euro hatte die Gemeinde zur Verfügung gestellt. „Gemessen an ihrer Größe suchte dies seinesgleichen“, so Gremlowski. Innerhalb von gut zweieinhalb Jahren seien 103 Anträge positiv beschieden worden. „Das Gesamtinvestitionsvolumen lag bei 1,33 Millionen Euro.“

Aufgeteilt in Arbeitsgruppen, haben sich die „EED“-Mitglieder im vergangenen Jahrzehnt unterschiedlichen Bereichen gewidmet. Während die einen unter dem Stichwort „Mobilität“ für die Reaktivierung des Aschenstedter Bahnhofes kämpften, den Bedarf für einen Bürgerbus ausloteten und sich mit der Elektromobilität befassten, erstellten andere ein Konzept für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, das ab 2014 realisiert wurde. 

Bauamtsleiter Uwe Kläner machte in diesem Zusammenhang auf Einsparerfolge aufmerksam. Schon der erste Abschnitt habe eine Reduzierung des Energieverbrauches von 9,9 Prozent gebracht, mittlerweile seien es um die 30 Prozent – und das, obwohl auch zusätzliche Straßenlaternen aufgestellt wurden.

Einsparungen erwirkt

Einsparungen brachten auch die Maßnahmen im Bereich der Arbeitsgruppe „Liegenschaften/Energie“, die sich nicht nur mit der Dötlinger Solardachbörse, dem Anschluss von Rathaus und Co. an das Fernwärmenetz und zuletzt dem Bürgerwindpark befasste. Im Fokus stand auch die energetische Sanierung von Kitas, Schulen, Sporthallen und Vereinsheimen. Ab 2016 folgte noch die Hohlwanddämmung an sechs Gebäuden. Um auch Kleinigkeiten nicht aus den Augen zu verlieren, standen 2017 energetische Rundgänge durch insgesamt 13 Gebäude an. 

„Daraus hat sich eine To-do-Liste ergeben, die nun abgearbeitet wird“, teilte Gremlowski mit. Zudem hat das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Hollen, das für das Controlling und die pädagogische Begleitung wie Aktionen in den Kitas verantwortlich zeichnet, einen Energiebericht erstellt, der in zwei Wochen während der öffentlichen Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses präsentiert wird.

Beschäftigen wird die Gemeinde laut Gremlowski, dessen Aufgaben ab dem 1. März die im Bauamt angesiedelte Silke Eichhorn-Röpken übernimmt, noch das Thema Elektromobilität. Die erste E-Ladesäule, die im Mai in Dötlingen installiert wurde, werde gut angenommen. „Sie ist bisher 30 Mal genutzt worden“, so Gremlowski. 

Durch ein Förderprogramm erhält die Kommune zudem ein E-Auto samt Solarcarport (wir berichteten). Passend dazu referierte Maximilian von Bose vom EWE-Zentrum „eMobility“ über die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität. Im Anschluss diskutierten die AK-Mitglieder eifrig über Reichweiten, Preise und das Tanken.

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