Katharina Konradi veröffentlicht „Liebende“: Wie das Lied vom Beiwerk zur Kunstform wurde

Dötlingen Stiftung fördert neue Klassik-CD

Spendenübergabe: Walter Ulrich, Katharina Konradi und Eckehard Hautau (von links).
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Spendenübergabe: Walter Ulrich, Katharina Konradi und Eckehard Hautau (von links).

Dötlingen – Mit einer Spende unterstützt die Dötlingen Stiftung die Produktion der CD „Liebende“ der Neu-Dötlingerin Katharina Konradi. Die Veröffentlichung war bereits vor der Corona-Pandemie geplant gewesen. Dann aber brachen durch die Veranstaltungsverbote im ersten Halbjahr 2020 sämtliche Konzerteinnahmen weg.

Viele Künstler, die von den Einschränkungen besonders hart betroffen waren und immer noch sind, begegnen der Krise mit erfrischender Kreativität. So war das Musikerpaar Katharina Konradi und Roland Vieweg, das seit 2020 in der Gemeinde lebt, Ideengeber für ein Sommerkonzert. Die „Dötlingen Stiftung“ nutzte das kurze Zeitfenster für Veranstaltungen dieser Art und setzte die Idee unter dem Titel „Sommerkonzert auf dem Lerchenstieg“ um.

Bei dieser Gelegenheit erfuhren die Verantwortlichen der Stiftung, dass Konradi im Juli ihre zweite CD aufgenommen hatte. Die Veröffentlichung über das Label für Kammermusik „Avi-Service for Music“ stand allerdings noch aus.

Eckehard Hautau und Walter Ulrich sagten ihre Unterstützung zu und sammelten persönlich 1 780 Euro. Nun übergaben die beiden der Sopranistin die Spende im Namen der „Stiftung in der Müller-vom-Siel-Kate. „Ich möchte mich herzlich bei den vielen Dötlinger Musikfreunden bedanken“, kommentierte die Sängerin freudestrahlend die Unterstützung. Mit der Spende finanziert sie das Fotoshooting für das CD-Booklet bei der Kölner Fotodesignerin Sonja Werner.

Das musikalische Ergebnis von Konradis Anstrengungen könnte so Manchen aufhorchen lassen. „Liebende“ ist ein faszinierender Einblick in die Welt des Kunstliedes. Mit Vertonungen der drei Komponisten Mozart, Schubert und Strauss bildet Konradi mit dem Pianisten Daniel Heide die Entwicklung des lyrischen Gesangs von der Wiener Klassik über die Romantik bis zur Spätromantik ab.

Während für Wolfgang Amadeus Mozart Lieder eher noch zum kompositorischen Beiwerk gehörten, entwickelte Franz Schubert das Lied zur eigenen Kunstform, die über den deutschsprachigen Bereich hinaus strahlte. Nicht ohne Grund übernahmen sowohl Franzosen als auch Engländer das Wort „Lied“ in ihre Sprachen (le lied, the lied). Das Klavier emanzipierte sich Anfang des 19. Jahrhunderts vom Sänger.

„Ich konnte mich davon überzeugen, dass das eine wunderbare Stimme ist, eine ganz temperamentvolle Künstlerin“, berichtet der Weimarer Pianist Daniel Heide in einem Trailer zur CD über die erste Probe mit der Dötlinger Sopranistin in Wiesbaden. Dass der lyrische Sopran der gebürtigen Kirgisin für das Kunstlied wie geschaffen scheint, kann man in dem Trailer erahnen. Der Videoclip beginnt mit Mozarts „Abendempfindung“ und kann auf dem YouTube Kanal „KatharinaKonradiOfficial“ aufgerufen werden.

„Mozart liegt meiner Stimme sehr, so wie auch das leicht-lyrische Repertoire von Richard Strauss. Schubert nimmt mit seinem ungeheuren Liedschaffen und seinem musikalischen Reichtum ohnehin eine Sonderstellung ein. Das Lied im Allgemeinen ist für mich die Königsdisziplin des Gesanges, der ich mich mit voller Leidenschaft verschrieben habe“, so Konradi über ihre zweite CD-Produktion.

„Liebende“ erscheint am 12. Februar sowohl auf CD als auch online auf allen bekannten Streaming-Plattformen. Aber auch im Opernfach geht Katharina Konradi den nächsten Karriereschritt. Mitte März wird die junge Künstlerin an der Bayerischen Staatsoper München in der Rolle der Sophie im „Rosenkavalier“ von Richard Strauss debütieren. „Dann hoffentlich vor Publikum“, wünscht sich die Neu-Dötlingerin.

Von Holger Rinne

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