Aktion für Über-80-Jährige

Dötlinger Senioren erhalten Mutmachbriefe

Kooperation zugunsten der Senioren: Bürgermeister Ralf Spille (2.v.l.), Hella Einemann-Gräbert, Ute Meinert-Kaiser und Holger Spille (alle „Wi helpt di“, v.l.).
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Kooperation zugunsten der Senioren: Bürgermeister Ralf Spille (2.v.l.), Hella Einemann-Gräbert, Ute Meinert-Kaiser und Holger Spille (alle „Wi helpt di“, v.l.).

Neerstedt – „In der Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung, auf dem Lande zur Unterhaltung der anderen.“ Dieses Zitat von Oscar Wilde ist vielleicht auch etwas böse gemeint. Aber es lässt sich zugleich als Gedanke an die Mitmenschlichkeit lesen – und passt deshalb sehr gut zu der Aktion „Mutmachbriefe“ des Vereins „Wi helpt di“ und der Gemeinde Dötlingen.

Der Satz findet sich im Heft „Alles wird gut...“, das der Rotary Club Wildeshausen gemeinsam mit fünf weiteren Ortsverbänden herausgegeben hat. Es wird unter anderem an alle Über-80-Jährigen in der Gemeinde verteilt.

Insgesamt seien auf den Aufruf hin, ermunternde Texte, Bilder oder Basteleien zu schicken, 332 Einsendungen eingegangen, berichtet Hella Einemann-Gräbert von „Wi helpt di“. Auch die Kindergärten sowie die Schulen der Kommune hätten sich mit insgesamt rund 100 Beiträgen an der Aktion beteiligt. Ab heute sollen alle Menschen über 80 Jahre Post erhalten – insgesamt 312 Personen.

Keine kleine Aufgabe. Aber: „Wir sind froh, wenn wir arbeiten dürfen in dieser Zeit“, erklärte Einemann-Gräbert. Auch „Wi helpt di“ hatte mehrere geplante Veranstaltungen aufgrund der Pandemie absagen müssen.

Heft liegt den Mutmachbriefen bei

Zu fünft habe der Verein sich in den vergangenen Tagen bemüht, die Umschläge möglichst passend zu bestücken. In jedem zu finden sind ein Brief von Bürgermeister Ralf Spille, ein Infoflyer von Wi helpt di sowie das „Alles wird gut...“-Heft der Rotarier.

Einemann-Gräbert freut sich, dass nicht nur Menschen aus der Gemeinde, sondern auch aus allen umliegenden Kommunen sich an der Aktion beteiligt haben.

Manche Leute hätten ganz allein zehn Briefe geschrieben, andere den Aufruf offenbar an entfernt lebende Freunde weitergeleitet: Ein auf Rügen lebender Pastor habe zahlreiche Tipps, welche Aktivitäten trotz Pandemie möglich seien, geschickt, erzählt sie.

Rotarierin Schumacher lobt „inspirierende Idee“

„Die große Arbeit und Mühe lag bei ,Wi helpt di‘, vielen Dank dafür“, merkte Bürgermeister Spille an. Er findet die Idee besonders gut, weil sie mitten in der Coronakrise ein positives Zeichen setze. „Die ältere Generation hat ja das Problem, dass sie immer noch keinen sehen kann und mit keinem schnacken kann“, sagte er. Vielleicht seien die Mutmachbriefe ja auch ein Anstoß für Gespräche miteinander.

Sie habe die Idee des Vereins „inspirierend“ gefunden, erklärte Oksana Schumacher, Präsidentin des Wildeshauser Rotary-Clubs. Als Hans-Werner Aschoff dann angekündigt habe, ein paar seiner Gedichte beizusteuern, sei schließlich die Idee aufgekommen, ein kleines Heft zu gestalten, berichtete Jens Schachtschneider, bei den Rotariern für die Pressearbeit zuständig.

Er sammelte einige Zitate, Psychotherapeutin Schumacher stellte Tipps für den Alltag zusammen und Fotograf Karsten Rubbert bebilderte die Publikation. Es sei gut gewesen, trotz der Pandemie etwas für andere tun zu können, findet Schumacher. „Wir wollten auf mentaler Ebene ein bisschen Nähe schaffen.“

Ein Heft zur „Erhaltung der Fröhlichkeit“ haben die Wildeshauser Rotarier Oksana Schumacher, Jens Schachtschneider (l.), Hans-Werner Aschoff (2.v.r.) und Karsten Rubbert (hinten l.) gestaltet. Jürgen Michaels (Rotary Club Hude-Oldenburg, 3.v.r.) und Hans-Hermann Schweers (Rotary Club Ganderkesee, r.) schlossen sich an.

Aschoff hob hervor, dass es keinerlei Zögern gegeben habe: „Es ging ruckzuck, das war klasse.“ Gerade einmal zwei Wochen seien zwischen Idee und Druck vergangen.

Da die Initiative auch bei befreundeten Clubs Anklang fand, sind nun 10.000 Hefte gedruckt worden. Neben der Wildeshauser Gruppe, die das Projekt mit Weihnachtstombola-Erlösen größtenteils finanzierte, sind auch die Rotarier aus Ganderkesee, Hude-Oldenburg, Delmenhorst, Diepholz-Vechta und Vechta beteiligt.

Verteilt werden soll die Publikation vor allem über Apotheken sowie Seniorenheime. Laut Schachtschneider sind sie in Neerstedt und Wildeshausen kostenlos erhältlich.

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