Umfrage zu Corona-Maßnahmen

„Manches ist in Ordnung, manches nicht“

Eine FFP-2-Maske hängt an einem Haken an der Wand
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Neue Regeln gegen das Virus: Der Lockdown wird bis zum 18. April verlängert. Wie kommt das in Dötlingen an?

Gründonnerstag als „Ruhetag“ mit geschlossenen Geschäften und Büros, ein verlängerter Lockdown und keine Lockerungen für Urlaub an der Küste: Das sind die neuen Corona-Regeln. Wie denken Menschen in der Gemeinde Dötlingen darüber?

Neerstedt – 2021 soll schon das zweite sehr ruhige Osterfest werden. Das hat die Ministerpräsidentenkonferenz Montagnacht beschlossen: kein Kurzurlaub am Meer, keine Familienfeiern, dafür ein freier Gründonnerstag. Sind die neuen Beschlüsse nachvollziehbar und halten die Menschen sie für sinnvoll? Eine Umfrage in Neerstedt zeigt: Einige haben Verständnis, andere üben Kritik.

Sie ärgere am meisten, wie unklar die Lage derzeit sei, sagt Annika Bielefeld. „Meiner Meinung nach hätten sie ganz klar sagen müssen: ,Wir machen dicht‘.“ Denn so wisse sie kaum, was sie in den kommenden Wochen zu erwarten habe: „Ich habe kleine Kinder. Da weiß ich gar nicht, ob die jetzt weiter in die Kita gehen können, oder ob die Schule wieder geschlossen wird.“

Verständnis fehlt ihr auch dafür, dass die Selbsttests für Schulkinder freiwillig sind. Mädchen und Jungen, die von ihren Eltern keine Erlaubnis für einen Test bekämen, sollten ihrer Ansicht nach besser zuhause bleiben.

Annika Bielefeld wünscht sich klarere Regeln.

Eigentlich würde sie auch gern wieder arbeiten gehen, erklärt Bielefeld, die derzeit in Elternzeit ist. Doch bei der unsicheren aktuellen Lage könne sie mit ihrem Arbeitgeber nur schwer Absprachen treffen: „Das ist verdammt ärgerlich.“

Christian Bormann ist Sänger und Schauspieler und wohnt in Dötlingen. Der Künstler erzählt, dass er während der Pandemie beruflich Probleme habe. „Seit einem Jahr habe ich quasi nichts mehr zu tun.“

Er wolle jedoch nicht jammern, da er einsehe, dass es Maßnahmen gegen die Pandemie geben müsse. „Von alleine geht das bestimmt nicht vorüber. Allerdings fürchte ich, dass sich die Menschen durch diese Zeit in ängstliche Typen entwickeln.“

Christian Bormann hält die Maßnahmen für legitim.

Dass es gerade eine schwierige Zeit ist, findet auch Beata Wodniczak. Die gebürtige Polin lebt mit ihren beiden Söhnen in Neerstedt. Ihr gefalle das Kohortenprinzip in den Schulen: „Insgesamt ist hier schon einiges besser organisiert als in Polen“, erklärt sie. Allerdings würde sie sich wünschen, wieder verreisen zu können.

„Ich denke, die Politik ist in einer Zwickmühle“, meint Florian Schweiner. Denn auf sie werde von den Menschen viel Druck ausgeübt, während sie entscheiden müsse, wie mit der Pandemiesituation umgegangen werden soll. Sich eine Meinung zu den aktuellen Maßnahmen zu bilden, findet Schweiner schwierig.

Er kenne viele, die infiziert gewesen seien, weil er bis vor Kurzem in der Fleischbranche gearbeitet habe, sei selbst aber gesund geblieben. Wichtig ist ihm, niemanden zu gefährden, deshalb wolle er sich auch impfen lassen, sagt Schweiner. „Ich bin froh, wenn das alles vorbei ist.“

Katharina Husak-Wünscher kritisiert die Urlaubsregeln.

„Manches ist in Ordnung, manches eben nicht.“ So fasst Katharina Husak-Wünscher ihre Meinung zu den neuen Corona-Maßnahmen zusammen. Sie findet, dass die Schließungen über Ostern grundsätzlich gerechtfertigt seien. „Aber die meisten Menschen verbringen die Feiertage doch ohnehin zuhause. Ob das Konzept über Ostern wirklich etwas bringt, müssen wohl später die Coronazahlen zeigen“, erklärt sie.

Dass das Verreisen nach Mallorca jedoch von der Bundesregierung geduldet wird, kann sie nicht nachvollziehen. „Das soll also okay sein, aber ein Urlaub in Deutschland ist nicht möglich? Was soll das? Dafür habe ich absolut kein Verständnis.“

Andreas Hoffmann vertraut den jüngst beschlossenen Regelungen. „Wenn das so sein muss, dann muss das so sein. Wir wollen ja auch, dass Corona irgendwann einmal verschwindet.“

Führt der „Ruhetag“ zu vollen Geschäften?

Nicht alle wollten ihren Namen nennen, brachten aber weitere Punkte ein. So kommentierte eine Frau, sie finde es unlogisch, die Lebensmittelgeschäfte am Gründonnerstag zu schließen. Die Folge sei absehbar: volle Läden am Mittwoch und Ostersamstag. Eine andere forderte, die Impfkampagne müsse an vorderster Stelle stehen: „Es dauert einfach zu lang.“

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