Welttag des Buchs

„Die ersten zehn Seiten müssen fesseln“

Ein Bücherstapel liegt auf einem Tisch im Garten, daneben steht eine Kaffeetasse
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Krimi, Komödie oder Drama? Ein gutes Buch schnappen, draußen lesen und dabei einen leckeren Kaffee trinken – was gibt es Besseres, wenn der Frühling erwacht?

Dötlingen – Sie entführen uns in fremde Länder und Welten, wir lernen durch sie neue, interessante Menschen und Kulturen kennen, und durch sie können wir den Alltag für einen Moment vergessen: Bücher. Am heutigen Freitag, 23. April, ist Welttag des Buches.

Das hat die Wildeshauser Zeitung zum Anlass genommen, mit drei Dötlingerinnen über ihre Lieblingswerke zu sprechen. Und wer weiß, vielleicht bekommt der ein oder andere nach ein paar Leseempfehlungen ja Lust, mal wieder einen Roman zur Hand zu nehmen.

Christiane Knepel hat drei Krimispaziergänge geschrieben und Spiele entwickelt. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Dötlingerin den Kinderroman „Zoff im Sparschwein“. Neben Thrillern liest sie gern historisch „angehauchte“ Romane. „Ich finde es interessant zu erfahren, wie die Menschen damals gelebt haben“, erzählt sie.

Ihr Lieblingsbuch ist „Die Wanderapothekerin“, „weil ich selber lange Zeit im Außendienst gearbeitet habe. Die Geschichte spielt im 17. oder 18. Jahrhundert und die Protagonistin ist auch als Außendienstmitarbeiterin unterwegs, aber viel zu Fuß und nicht mit dem Auto. Ich fand es total faszinierend – auch welchen Gefahren sie ausgesetzt ist.“ Sie habe einige Parallelen entdecken können. Sie sagt weiter: „Ich war total traurig, als es zu Ende war“ und lacht. Aktuell arbeitet sie als Personalberaterin in einer Oldenburger Firma.

Christiane Knepel

Mehrere Bücher gleichzeitig lese sie nicht – „wirklich immer nur eins nach dem anderen. Sonst vermischt man zu viele Handlungen. Ich habe aber eine Warteliste. Die Bücher stapeln sich schon bei mir, ich lese sie dann der Reihe nach.“

Den Autor Sebastian Fitzek möge sie gerne, aber sie sei in der Hinsicht flexibel. „Ich bin offen für alles. Ich lese auf dem Burchrücken die Handlung durch und die muss mich ansprechen“, sagt Knepel. Und was macht für sie ein Buch zu einem gutem Buch? „Das muss mich innerhalb der ersten zehn Seiten fesseln. Ich hasse Bücher, die einen am Anfang nicht so greifen.“ Aktuell lese sie den Roman „Caligula“. „Das handelt von dem römischen Herrscher. Das Buch ist aus Sicht seiner Schwester geschrieben.“

Bei sich Zuhause habe sie „viele, viele, viele“ Bücher stehen. „Ich habe auch mal welche aussortiert und verschenkt. Um die 200 sind das bestimmt. Ich habe zwei propevolle Bücherregale, die aus allen Nähten platzen“, sagt die Autorin und lacht. Die Frage, ob sie in der Coronazeit mehr gelesen hat, bejaht sie.

Ute Meinert-Kaiser

Ute Meinert-Kaiser ist im Vorstand des Vereins „Wi helpt di“, hat bei verschiedenen Verlagen gearbeitet und gemeinsam mit zwei anderen Autoren ein Fachbuch geschrieben. 27 Jahre sei sie beim Universum Verlag in Wiesbaden als Redakteurin, Lektorin sowie als Institutsleiterin tätig gewesen. „Jetzt bin ich in Rente und lebe mit Mann und Hund im schönen Dötlingen.“

Ein Lieblingsbuch habe sie nicht. „Es gibt einfach zu viele sehr gute Bücher. Ein wichtiges Kriterium für mich ist, dass ich über den Inhalt eines Buches lange nachdenken kann. An die wirklich guten Werke erinnere ich mich auch noch nach vielen Jahren“, so Meinert-Kaiser. Am liebsten greife sie zu Romanen.

In der Regel lese sie ein Werk nur einmal. „Es gibt aber Ausnahmen, wie zum Beispiel ,Mein Herz so weiß‘ von Javier Marías, das würde ich auch noch ein drittes Mal lesen“, verrät sie. Sie möge viele Autoren. „Die Palette ist ganz breit: sie reicht von Stefan Zweig bis zu Dörte Hansen. Ich habe eine gewisse Affinität zu spanischen und lateinamerikanischen Autorinnen und Autoren, weil deren Sprache oft so schön bildhaft ist, wie zum Beispiel die von Gabriel García Márquez.“

Sowohl die Sprache als auch der Inhalt müssten sie bei einem Buch überzeugen. „Ein noch so interessantes Thema bleibt ohne Wirkung, wenn die sprachliche Umsetzung nicht gelungen ist“, findet die Dötlingerin. Zurzeit lese sie das Buch „Vom Ende einer Geschichte“ von Julian Barnes. In der Coronazeit lese sie nicht mehr als sonst. „ Das Lesen von Büchern war für mich immer sehr bereichernd und ist es bis heute“, so Ute Meinert-Kaiser.

Autorin Helga Bürster

Die Schrifstellerin Helga Bürster hat zuletzt im Jahr 2019 den Roman „Luzies Erbe“ veröffentlicht und zudem mehrere Hörspiele verfasst. Ihr Lieblingsbuch ist „Krabat“ von Otfried Preußler, verrät sie. Sie lese alle Genres gerne – „außer Krimis“, so Bürster. Sie empfiehlt die Neuerscheinung „Vom Aufstehen“ von Helga Schubert.

Was macht ein Buch für die Autorin zu einem guten Buch? Es müsse sich um eine Geschichte handeln, „die mir auf kluge Weise etwas über das Leben erzählt, und das in einer Sprache, die ich genießen kann“. Wie viele Bücher sie bei sich Zuhause hat, könne sie nicht genau sagen. „Tausend?“, so die Schriftstellerin. Aktuell schreibe sie an einem neuen Buch. Wir dürfen also gespannt sein.

Online-Tipp

Der Geest-Verlag hat für Sonntag, 25. April, ab 17 Uhr, Autorin Helga Bürster zu einem Online-Gespräch in der Reihe „Farbwechsel“ eingeladen. Interessierte können das Interview auf dem Youtube-Kanal „Farbwechsel – für ein Nachdenken“ verfolgen.

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