Kastanie am Dorfring abgesägt

Wer darf wann Bäume fällen?

Gefällte Kastanie, in Stücke zersägt
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Im Inneren faul: Die Kastanie am Dorfring in Dötlingen ist am Donnerstagmorgen gefällt worden.

Immer wieder sind Baumfällungen in der Gemeinde Dötlingen ein Thema. Eine Kastanie am Dötlinger Dorfring, die am Donnerstagmorgen abgesägt worden ist, wirft erneut grundsätzliche Fragen auf: Wer entscheidet, wann welcher Baum fallen muss? Und wer hat da mitzureden?

Dötlingen – Grundsätzlich gilt laut Bundesnaturschutzgesetz, dass zwischen dem 1. März und dem 30. September weder Bäume gefällt noch Hecken oder Gebüsche abgeschnitten oder beseitigt werden dürfen. Doch ganz so einfach sei die Lage beim Thema Baumschnitt nicht, erklärt Jörg Brümmer vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege (untere Naturschutzbehörde) des Landkreises Oldenburg. Denn es gibt mehrere Ausnahmen.

Das können laut Gesetzestext zum Beispiel behördlich angeordnete Eingriffe sein oder „Maßnahmen, die im öffentlichen Interesse nicht auf andere Weise oder zu anderer Zeit durchgeführt werden können“.

Der Baum habe bereits mehrere Vorschäden gehabt, heißt es vonseiten der Gemeinde.

In diesem Fall müssen sie behördlich ausgeführt werden, behördlich zugelassen sein oder aber der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen. Eine ergänzende spezielle Baumschutzsatzung gebe es im Landkreis Oldenburg nicht, erläutert Brümmer.

Demnach ist auch die Fällung der Kastanie am Dötlinger Dorfring, die der Bauhof am Donnerstagmorgen erledigt hat, zulässig. Die Verkehrssicherheit des Baums sei nicht mehr gewährleistet gewesen, begründet Silke Eichhorn-Röpken vom Bauamt der Gemeinde die Arbeiten. „Wir wollten verhindern, dass er umkippt.“

Gemeinde holt sich Rat von Fachleuten

Während einer Baumschau in Begleitung eines Försters sei aufgefallen, dass die Kastanie faule Stellen sowie Vorschäden hatte. Auch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises habe dies bei einem Besuch vor Ort bestätigt. Gerade bei solchen markanten Bäumen sei es der Gemeinde wichtig, Fachleute bei der Diskussion über eine Fällung ins Boot zu holen, betont Eichhorn-Röpken.

Die Entscheidung, einen Baum zu entfernen, liege prinzipiell in der Zuständigkeit der Gemeinde, erklärt Brümmer. Lediglich in Sonderfällen, etwa, wenn ein Baum in einem Landschaftsschutzgebiet betroffen sei, müsse auch der Landkreis einbezogen werden. Manchmal trete das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege auf Anfrage auch in beratender Funktion in Erscheinung.

Die Beachtung des gesetzlich vorgeschriebenen Artenschutzes, nach dem zum Beispiel Wohnstätten wild lebender Tiere nicht zerstört werden dürfen, liege prinzipiell in der Hand der jeweils zuständigen Kommune. Diese habe die zu fällenden Bäume sorgsam darauf zu überprüfen, ob sich darin Bruthöhlen oder Spalten, in denen Fledermäuse leben, befinden. „Im Zweifel braucht man ein Gutachten“, erklärt Brümmer. Das gelte sowohl für Gemeinden als auch für Privatleute.

Weitere Informationen

Der Landkreis Oldenburg bietet grundlegende Informationen zum Thema – auch für Privatleute – auf seiner Internetseite www.oldenburg-kreis.de unter dem Stichwort Baumschutz an.

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