Delegation aus Nowomiejski vor Ort

Erst Schwarzröcke, dann Reetdächer

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Gästeführerin Marianne Mennen (l.) zeigte der 14-köpfigen Gruppe aus Nowomiejski, dem polnischen Partnerlandkreis des Landkreises Oldenburg, den Dötlinger Dorfkern mit dem Heuerhaus, dem Hof Schwarz und der St.-Firminus-Kirche.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. „Dzien dobry“, wünschte Gästeführerin Marianne Mennen am Mittwoch der Delegation aus dem polnischen Nowomiejski, dem Partnerlandkreis des Landkreises Oldenburg, einen guten Morgen. Nachdem die 14 Gäste aus Politik und Verwaltung am Dienstag das Wildeshauser Gildefest samt Ausmarsch und Königsschießen im Krandel miterlebt hatten, stand am nächsten Morgen das Kontrastprogramm an. Im Rahmen eines Rundgangs lernten sie das ruhige Dötlingen und seine Sehenswürdigkeiten kennen.

„Wir möchten unseren Gästen schließlich auch ein bisschen Natur zeigen“, meinten der Erste Kreisrat Christian Wolf und Marion Helms von der Kreisverwaltung. Dabei hatten die polnischen Besucher gerade erst betont, wie grün doch Wildeshausen sei. In der Kreisstadt hatten sie am Vortag nicht nur Wissenswertes über das Gildefest erfahren, sondern waren mittendrin. Landrat Andrzej Ochlak durfte mit seinem Amtskollegen Carsten Harings in der Kutsche fahren (wir berichteten). Die übrigen Gäste verfolgten den Ausmarsch der mehr als 2 800 Gildemitglieder gemeinsam mit anderen Schaulustigen und staunten. „Männer im schwarzen Frack hatten sie in dieser Menge natürlich noch nie gesehen“, erzählte Wolf.

Der Erste Kreisrat war am Dienstag noch mit einer kleinen Gruppe bei der Polizeiwache an der Herrlichkeit gewesen, wo es um den friedlichen Verlauf des Gildefestes ging. „Auch das wurde äußerst positiv aufgenommen“, berichtete Wolf.

In Dötlingen sorgten hingegen Fachwerk und Reetdächer für beeindruckte Gesichter. Mennen führte die Gruppe, zu der auch Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille sowie einige Kreistagsmitglieder gehörten, vom Parkplatz „Zur Loh“ aus zum Heuerhaus, dem Hof Schwarz, der alten Dorfeiche, dem Tabkenhof sowie der St.-Fiminus-Kirche. „Ich freue mich immer, wenn ich netten Menschen mein schönes Dorf zeigen kann“, sagte sie. Bei den anschließenden Erklärungen gab es Unterstützung von einer Dolmetscherin. „Ich möchte aber nicht so sehr Geschichtszahlen nennen, sondern Geschichten erzählen“, versprach Mennen, die den Bogen von den Großsteingräbern über die Giebelinschriften und das alte Handwerk bis hin zum Goldmedaillengewinn beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (2010) spannte. Die Gäste lauschten interessiert und zückten immer wieder Kamera oder Smartphone, um fleißig Bilder zu schießen.

Gegen Mittag ging es weiter zum Aerodrome beim Flugplatz Ganderkesee und anschließend zur Feuerwehrtechnischen Zentrale. Für diesen Donnerstag ist noch ein Ausflug nach Bremen geplant, ehe die polnische Delegation am Freitag die Heimreise antritt – mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck. Und hoffentlich nicht ohne vorher – wie üblich – eine Einladung zum Gegenbesuch ausgesprochen zu haben.

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