Die Kirchenmaus auf der Glasscheibe

Evangelisch-methodistische Gemeinde freut sich über neues Fenster in Neerstedter Kapelle

Freuen sich über das Ergebnis: Gemeindemitglied Gerold Lüschen, Künstlerin Wilma Lembke, Gemeindemitglied Hartmut Hedemann und Pastor Rudi Grützke (von links).
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Freuen sich über das Ergebnis: Gemeindemitglied Gerold Lüschen, Künstlerin Wilma Lembke, Gemeindemitglied Hartmut Hedemann und Pastor Rudi Grützke (von links).

Neerstedt – Mittlerweile 162 Jahre ist die Kapelle der evangelisch-methodistischen Kirche an der Dorfstraße in Neerstedt alt. Damit sie auch weiterhin erhalten bleibt, wird sie seit einigen Jahren peu à peu verschönert und modernisiert: So wurden 2006 zwei neue Fenster, die Neerstedter Motive zeigen, an der Frontseite des Gebäudes eingebaut.

Ein Jahr später wurden die restlichen vier Fenster im Gottesdienstraum ausgetauscht, die ebenfalls die Künstlerin Wilma Lembke aus Süddeutschland im Tyffany-Stil gefertigt hatte und der Gemeinde schenkte. Zudem bekam das Gebäude eine moderne und großzügige Küche, und im Gottesdienstraum wurde ein neuer Boden verlegt.

Kapelle bekommt neues buntes Fenster

Ein besonderes Fenster ziert seit Kurzem die Kapelle in Neerstedt. Künstlerin Wilma Lembke fertigte es.

Und jetzt, 15 Jahre später, freuen sich die Gemeindemitglieder über das siebte Kirchenfenster, das einen Platz im neu gestalteten Eingangsbereich der Kapelle gefunden hat, der seit etwa anderthalb Wochen renoviert wird. „Die Eingangstür ist neu gemacht worden“, berichtet Gemeindemitglied Gerold Lüschen. Daneben befindet sich das farbenfrohe Fenster, das nicht zu übersehen ist. Am Mittwochmorgen setzten Mitarbeiter der Firma Holzzauber aus Kirchhatten die Glasscheibe ein und ersetzten somit die alten Glasbausteine aus den 1970er-Jahren. Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Das dachten sich auch die Kirchenmitglieder und machten es sich am Nachmittag draußen hinter der Kapelle mit Kaffee und reichlich Kuchen gemütlich.

Die Gestaltung des besonderen Fensters übernahm erneut Lembke. Im unteren Bereich zeigt es den brennenden Dornbusch, daneben sind Moses und die Schafe zu sehen – aber nicht nur weiße. „Es sind auch schwarze Schafe dabei, darauf habe ich Wert gelegt. Es dürfen alle in der Gemeinde sein“, erklärt die Künstlerin ihre Intention. Die Kapelle ist ebenfalls auf der bunten Glasscheibe zu sehen sowie vier Fahrräder. Fahrräder? Seit elf Jahren wird immer am 3. Oktober ein „Radfahrer-Café“ in der Kapelle veranstaltet. Diese Aktion griff Lembke ebenfalls mit auf.

Diejenigen, die ganz genau hinschauen, entdecken vielleicht auch ein winzig kleines Mäuschen auf der Scheibe. „Wir hatten mal eine echte Kirchenmaus hier“, erzählt Gemeindeleiter Hartmut Hedemann den Hintergrund und lacht. Eine weiße Taube und ein großer Regenbogen zieren ebenso die Scheibe, denn jeder sei in der Gemeinde willkommen, betonen Lüschen, Hedemann und Lembke. Aber auch Matz und Charlotte haben einen Platz gefunden. Die Maus und die Puppe haben die Gemeindemitglieder während der Coronazeit ins Leben gerufen. Die beiden Maskottchen sind auf der Videoplattform Youtube zu sehen und nehmen Kinder auf ein paar Abenteuer mit. Das Drehen übernimmt Hedemann, seine Frau Brigitte leiht der Maus ihre Stimme und Lüschens Frau Ingeburg spricht Charlotte.

So sah der Eingangsbereich vorher aus. Die Tür und die alten Glasbausteine wurden entfernt.

Im April hatte die Künstlerin mit den Arbeiten begonnen. „Du hast das Glas geschnitten und gelötet und es passte genau. Wir brauchten nichts zu ändern“, bedankte sich Hedemann vor den Gemeindemitgliedern bei der Künstlerin. „Es ist ein wunderschönes Fenster geworden. Wilma, ganz, ganz herzlichen Dank. Wir haben auch etwas für dich“, sagte er und überreichte ihr ein Präsent.

Sowohl den Anwesenden als auch dem Pastor Rudi Grützke war die Freude über das hübsch gestaltete und bunte Fenster anzusehen: „Die Sanierung ist auch ein Ausdruck des Gemeindewesens. Es geht nicht nur um das schöne Gebäude, sondern auch darum, wie hier gelebt wird“, so der Pastor. Die Idee zu den Motiven hatten die Gemeindemitglieder, die sich miteinander absprachen und der Künstlerin ihre Einfälle mitteilten. „Wir haben ein Brainstorming gemacht und überlegt, welches Motiv passen könnte“, sagt Hedemann.

An der Kapelle ist aber noch eine weitere Neuerung zu entdecken: eine etwa elf Meter lange Rampe für Rollstuhlfahrer, die das Bauunternehmen JKW aus Hude gebaut hat. „Wichtig war uns ein behindertengerechter Aufstieg“, so Hedemann. Die sei von der Organisation „Aktion Mensch“ mit 5 000 Euro voll finanziert worden, informiert Lüschen. Die restlichen Kosten konnten sie mithilfe von Spenden der Kirchenmitglieder finanzieren. Die Kapelle bekommt im Eingangsbereich noch einen neuen Boden, die Wände werden verputzt und gestrichen. Am 10. September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, so Lüschen, denn „am 11. September machen wir hier sauber“.

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