„Die große 500“ steht nun vor der „Müller vom Siel“-Kate/Kran hebt Koloss auf Fundament

Ein Urgestein ist zurück

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Besonders viel Geduld war in der Endphase gefragt: Langsam wurde der 5,3 Tonnen schwere Koloss über dem Fundament in Position gebracht, dann fädelte Künstler Wolf E. Schulz den Schlauch ein.

Dötlingen - Um kurz nach 16 Uhr hebte „Die große 500“ langsam von der Ladefläche des Anhängers vor der „Müller vom Siel“-Kate ab. Bis die 5,3 Tonnen schwere Skulptur des Huder Künstlers Wolf E. Schulz auf ihrem neuen Fundament am Rittrumer Kirchweg richtig in Position stand, sollte es aber noch gut eine Stunde dauern. Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl manövrierte Kasimir Kowalski vom Krandienst Hüffermann den Koloss, den er zuvor in Hude abgeholt hatte, Stück für Stück näher ans Ziel. Dabei musste so manches Hindernis berücksichtigt werden.

Schulz ließ seinen Granitfindling, den er Anfang der 1990er-Jahre am Geveshauser Kirchweg gefunden sowie bearbeitet hatte und schließlich mit nach Hude nahm, weil die Gemeinde Dötlingen ihn nicht kaufen wollte, keine Sekunde aus den Augen. Immer wieder fasste er mit an, wenn es darum ging, den Stein so zu drehen, dass er hinterher auf seinen neuen Sockel passte. Auf halber Strecke musste „Die große 500“ aber erst einmal abgesetzt und der Kran in eine neue Position gesteuert werden. „Sonst könnte er, wenn der Arm zu weit ausgefahren wird, wegen des Gewichtes des Steines kippen“, lautete die Erklärung.

Unter den gespannten Blicken vieler Mitglieder der Dötlingen Stiftung, die mit der Sanierung der „Müller vom Siel“-Kate derzeit ihr Projekt II realisiert, ging die Aktion „Steinlieferung“ in die Endphase. Langsam ließ Kowalski den Findling über dem Fundament schweben, wo noch eine besondere Schwierigkeit wartete. Denn da es sich bei der 500. Skulptur von Schulz um einen Brunnenstein handelt, aus dem später Wasser quellen soll, galt es, genau den Anschluss zu treffen. Für die Mission „Schlauch-Einfädelung“ gab Schulz auf dem Boden liegend Anweisungen, die Kowalski umsetzen musste. Auf Anhieb gelang dies nicht. Der Schlauch knickte im letzten Moment, und das Spiel begann von vorne. Der zweite Versuch war erfolgreich.

„Nun muss ich an einigen Stellen den Stein noch bearbeiten und eine Auffangwanne für das Wasser schaffen“, sagte Schulz, der sich schon auf die Enthüllung der Dauerleihgabe während der Einweihung der Kate am 25. April freut.

ts

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