Liegen gebliebene Grünabfälle behindern freiwillige Bermepflege

Deutsche Bahn: „Pflanzenreste dienen dem Umweltschutz“

Die Reste der Strauchschnittarbeiten behindern die Pflege des Grünstreifens durch die Anwohner. - Fotos: Petzold

Brettorf - Von Phillip Petzold. Verdeckte Signale, eingeschränkte Sicht. Die Bahn muss Gleise von Pflanzenbewuchs frei halten. Doch die Reste werden nicht immer vollständig abtransportiert. Das ärgert manche Anwohner in Brettorf.

In der Nacht zum 20. Juli rückten Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) in Brettorf an, um Büsche und Sträucher neben den Gleisen zurückzuschneiden, und so den Zügen weiterhin eine freie Fahrt zu ermöglichen. Das ist auch für Anwohnerin Helga Meyer absolut verständlich. „Klar, muss das gemacht werden, die Züge müssen ja ungehindert fahren können. Auch, dass die Arbeiten nachts durchgeführt werden, wenn keine Bahnen fahren, stört hier niemanden“, so die 67-Jährige. „Aber dass der ganze Grünschnitt auf der Berme nicht weggeräumt wird, ist schon sehr ärgerlich.“ Nachdem die Strecke freigeschnitten wurde, sei zunächst alles so liegengelassen worden, wie es gefallen war.

Auf Nachfrage kündigte eine Bahnsprecherin an, die Reste würden abtransportiert. Sie wurden nach ein paar Tagen aber lediglich geschreddert. Und wieder liegengelassen. „Die wollen das wohl einfach verrotten lassen“, so Meyer.

Bislang kümmerten sich die Anwohner des Bahnwegs freiwillig darum, die Böschung an der Strecke optisch in Schuss zu halten und das dort wachsende Gras zu mähen. Dies sei bei dem jetzigen Zustand aber nicht möglich. Die Menge des Grünschnitts ist beträchtlich, er bedeckt auf mehreren Hundert Metern die Flächen neben den Schienen.

„Vor zwei Jahren hatten wir dieselbe Situation. Da sind die Maschinen hier am Haus vorbeigefahren und haben unter anderem einen Buchsbaum gefällt. Der Dreck, darunter große Äste, blieb einfach liegen.“ Damals hatte sich Meyer bei der Bahn erkundigt. Auf eine Antwort wartete sie vergeblich.

Nun hat sich das Unternehmen geäußert: „Unsere Fachleute führen die Arbeiten mit Sinn und Verstand durch. Großes Gehölz räumen wir natürlich ab, kleine Schnittreste bleiben meist liegen“, sagte Sabine Brunkhorst, DB-Pressesprecherin. „Die Reste bieten Tieren Unterschlupf und dienen als natürlicher Dünger“, erklärte Brunkhorst. Was abgeräumt wird, würde je nach Situation entschieden. „Optik ist ja immer Ansichtssache“, so Brunkhorst weiter. „Uns geht es da nicht um Kostenersparniss, sondern um Umweltschutz.“ Beschnitten worden sei, weil Pflanzen ins Sichtfeld der Züge ragten.

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