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Der Traum? „iPad-Klassen“

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Von: Lara Terrasi

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Seit 2017 werden an der Grundschule Dötlingen interaktive Boards genutzt.
Seit 2017 werden an der Grundschule Dötlingen interaktive Boards genutzt. © lat

Neerstedt – „Eine iPad-Klasse oder iPad-Klassen: Das ist noch so ein kleiner Traum, vor allem von einer Kollegin von mir“, sagte Andrea Selke, Leiterin der Grundschule Neerstedt. Während der hybriden Sitzung des Ausschusses für Bildung und Erziehung am Donnerstagabend stellte sie das überarbeitet Medienbildungskonzept vor. Die Digitalisierung an den Grundschulen der Gemeinde Dötlingen war unter anderem Thema auf der Tagesordnung.

2019 wurde der „Digitalpakt Schule“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die digitale Infrastruktur der Schulen zu verbessern.

Wie berichtet, wurde die Firma „expandBIZ“ aus Hamburg damit beauftragt, die Bildungseinrichtungen bei der Erstellung ihrer Konzepte zu begleiten und zu unterstützen. Sylke Pundt von „expandBIZ“ und Eyk Franz von „Medienberatung+“ stellten dem Ausschuss die Grundzüge der Vorgehensweise zur Erarbeitung des Medienentwicklungsplanes und der pädagogischen Medienbildungskonzepte vor. Pundt erklärte zunächst die Vorgaben des „Digitalpakts Schule“, was der Gegenstand der Förderung ist (beispielsweise der Aufbau digitaler Vernetzung in Schulgebäuden sowie auf dem -gelände, schulisches Wlan, digitale Arbeitsgeräte) und wie eine Medienentwicklungsplanung des Schulträgers, also der Gemeinde Dötlingen, vonstattengeht.

Schulleiterinnen stellen Konzepte vor

Im Anschluss stellte Franz die Medienkompetenzen vor. „Das sind praktisch die Grundlagen für die Medienbildungskonzepte“, erklärte Pundt. Diese werden in sechs Bereiche auf drei Kompetenzstufen gegliedert. „Die Grundschulen in der Gemeinde haben sich darauf geeinigt, die Niveaustufe 1 als Ziel für die Primarstufe anzustreben und die Schüler mit diesen Kompetenzen auch auszustatten“, sagte Franz. „Wenn das so jetzt umgesetzt werden kann, ist das ein wunderbares Startpaket, das die Schüler mit auf die weiterführenden Schulen nehmen.“

Während ihrer Vorstellung des Konzeptes nannte Melanie Kahnt-Bock, Leiterin der Grundschule Dötlingen, ein paar Beispiele dafür: Die Schüler sollen sich unter anderem auf Internetseiten für Kinder gezielt bewegen können sowie Texte mit einem Computer oder Tablet schreiben und gestalten können. „Weitere Ziele sind der regelmäßige Einsatz der iPads im Unterricht sowie die Kombination dieser Geräte mit interaktiven Boards zu Präsentationszwecken, um beispielsweise Plakate im Sachunterricht zu erstellen. Das ist eine feine Sache für Klasse vier“, so Kahnt-Bock.

Die Leiterin der Grundschule Neerstedt stellte ebenfalls das Medienbildungskonzept vor. „Unser Ziel ist die Erfüllung des Bildungsauftrags ,Bildung in der digitalen Welt‘ mit dem Schwerpunkt auf der pädagogisch sinnvollen Mediennutzung“, sagte sie und informierte, mit welchen Geräten die Schule bereits ausgestattet ist: „Wir haben Whiteboards in allen Klassenräumen und im Lehrerzimmer, wir haben in zwei Klassen Apple-Tvs und 30 Schüler-iPads für den Unterricht“, so Selke. Ebenso wie Kahnt-Bock nutzten sie und ihre Kollegen sehr häufig den Schulserver „Iserv“: „Für das Distanzlernen war es wichtig, um den Kontakt zu den Schülern und Eltern zu halten und um Schüler mit Aufgaben zu versorgen“, nannte sie Beispiele und ging auch auf das Zukunftsbild ein: „Wir wünschen uns Apple-TVs in allen Klassen und im Klassenzimmer sowie iPad-Klassensätze pro Jahrgang.“ Der Wunsch einer iPad-Klasse oder Klassen kam ebenfalls zur Sprache. „So hätten wir für jedes Kind eine Eins-zu-eins-Ausstattung.“ Somit könnten die Geräte auch zu Hause für die Hausaufgaben genutzt werden. „Man könnte auch Videosprechstunden mit Lehrkräften einführen“, listete sie auf.

Bedeutet iPad-Klasse ein leerer Schulranzen?

Ob man sich unter einer iPad-Klasse einen leeren Ranzen vorstellen könnte, wollte Franziska Leppin, hinzugewähltes Mitglied, wissen. „Nein, ein ganz leerer Ranzen wird es nicht sein, aber man braucht natürlich auch nicht mehr die ganzen schweren Bücher mitzuschleppen. Das hat natürlich Vorteile, wenn man die digitalen Bücher verwenden könnte“, entgegnete Selke.

Katrin Albertus-Hirschfeld von der Gemeindeverwaltung erläuterte danach den Medienentwicklungsplan des Schulträgers näher (siehe Infokasten). „Der Schulträger hat für eine sach- und zeitgemäße Ausstattung der Grundschulen zu sorgen.“ Des Weiteren muss der Schulträger unter anderem ein strukturiertes Wlan-Netzwerk in den Schulen zur Verfügung stellen. „Das ist auch sichergestellt“, so Albertus-Hirschfeld. Ferner unterstützt der Träger die Grundschulen bei der medienpädagogischen Entwicklung.

Einstimmig empfahlen die Ausschussmitglieder den Medienentwicklungsplan.  

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