Wild- und Freizeitpark Ostrittrum: Öffnung für März geplant

Der schmucke Prinz am Bett

Die Betreiberin des Wild- und Freizeitpark Ostrittrums, Tanja Riesmeier, sitzt auf einem antiken Stuhl und schaut in die Kamera.
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Der Thronsaal: Tanja Riesmeier vom Wild- und Freizeitpark Ostrittrum nimmt schon einmal Platz. Bald werden dort der König und seine Gemahlin sitzen, um auf den Geburtstag ihrer Tochter anzustoßen.

Ostrittrum – Anmutig steht sie da. Sie trägt ein wunderschönes Kleid, das mit roten Rosen bestickt ist. Sie hat eine makellose, blasse Haut. Ihr langes blondes Haar ist gelockt, ihre Lippen sind rosafarben und um ihre geschlossenen Augen sind lange, schwarze Wimpern. Geschlossene Augen? Bei der jungen „Frau“ handelt es sich nämlich um Dornröschen, die in ihren 100-jährigen Schlaf gefallen ist.

Auf dieses neue Märchen im Märchenwald dürfen sich die Besucher des Wild- und Freizeitparks Ostrittrum freuen. Am 6. März möchte Betreiberin Tanja Riesmeier wieder Gäste in Empfang nehmen – vorausgesetzt, die Corona-Verordnung lässt es zu.

Noch erinnert der Märchenwald aber eher an ein Set für einen Horrorfilm: Körperteile fehlen, die Figuren wurden mit einem Sack abgedeckt und sie tragen keine Kleider. Das hat auch seinen Grund: Am Ende der Saison nimmt Riesmeier jede Figur genau unter die Lupe. „Wir entkleiden zum Saisonende die Figuren. Die Kostüme werden gewaschen und geflickt, wenn sie kaputt sind“, erzählt sie bei einem Rundgang. Vor Kurzem habe sie Gold- und Pechmarie einen neuen Anstrich verpasst. „Das sind Figuren aus den 1970er-Jahren.“ Dann geht ihr Blick nach oben zu Rapunzels Zimmer auf dem Turm: „Rapunzel bekommt neues Haar.“ Das sei bei Eichhörnchen beliebtes Nistmaterial. Für jede Figur hat Riesmeier Ersatzkostüm und -perücke parat. Die aktuelle Winterpause haben sie und ihre Nichte Sarah genutzt, um die Gesichter der Figuren des Märchenwaldes zu bemalen. Zudem haben sie acht Figuren für Dornröschen gestaltet.

Dornröschen-„Darsteller“ sind Schaufensterpuppen

Einige Puppen bestehen aus Styropor oder aus anderen Materialien. Als Dornröschen-„Darsteller“ dienen dieses Mal Schaufensterpuppen. „Und die haben alle offene Augen, aber im Märchen schlafen ja alle.“ Also musste Modelliermasse her, um die Augenlider zu schließen. „Dornröschen hat meine Nichte gemacht.“ Mit viel Liebe zum Detail – mit einer Krone, einem pompösen Kleid und wallendem Haar. Die Arbeit macht Riesmeier Spaß. „Es ist eine ganz andere Arbeit als im Sommer. Man kann total kreativ werden“, sagt sie und lächelt. „Ich verliere mich da total drin.“ Ihre Nichte bezeichnet sie als ihre „rechte Hand“. „Sie kann alles, was ich kann und macht auch alles, was ich mache.“ Seit drei Jahren unterstütze sie ihre Tante als Vollzeitarbeitskraft.

Neuen Schauplatz geschaffen

Wo sich vorher alte Geräte befanden, ist nun der Schauplatz für das neue Märchen geworden: Links steht eine Kutsche, vor die noch ein Pferd gespannt werden soll. Im Raum daneben befindet sich das Gemach der Prinzessin – ausgestattet mit einem Schminktisch, einem Teppich und einem rosafarbenen Bett. Und was wäre Dornröschen ohne Röschen? Auch daran hat Riesmeier gedacht und Kunstblumen angeschafft. „Für die Kunstrosen sind wir fast im vierstelligen Bereich“, sagt sie. Die Blumen sollen das Bett verzieren.

Möbel, Utensilien und die Kutsche gebraucht gekauft

Was darf in dem Märchen außerdem nicht fehlen? Die Spindel. Mit ihr beginnt ja schließlich das ganze Dilemma und hört erst dann auf, wenn der schmucke Prinz die Prinzessin geküsst hat.

Die Möbel, Utensilien und die Kutsche habe sie gebraucht gekauft. „Die Kutsche haben wir geschliffen und gestrichen.“ Olaf Schachtschneider vom gleichnamigen Pflanzenhof habe die Blumen geliefert, die Riesmeier und ihre Mitarbeiter vor der Kulisse in ein Beet eingepflanzt haben. „Das wird mega. Das wird richtig cool“, freut sie sich.

Eine wahre Schönheit: Dornröschen. Neben ihr steht der Koch.

Nun ist Platz für Dornröschen

Noch sind die Figuren in Riesmeiers Bastelzimmer eingelagert. Sobald es losgehen kann, platziere sie sie an richtiger Stelle. Den Text für das Märchen hat die Betreiberin in einem Tonstudio aufgenommen. Wieso eigentlich Dornröschen? Die Gäste hätten sie drauf aufmerksam gemacht, dass ihnen dieses Märchen noch fehle. Zudem habe vorher der nötige Platz gefehlt, so Riesmeier.

„Ich hab in diesem Winter auch eigene Geschichten geschrieben – Tiergeschichten“, berichtet die Betreiberin. Eine davon werde ebenfalls im Park zu sehen und zu hören sein. „Den Job, den wir hier haben, den muss man leben.“ Weiter sagt sie: Wir stecken da viel Herzblut rein.“

Besucher dürfen sich auf drei neue Tierarten freuen

Langeweile kommt bei Riesmeier und ihrer Familie also nie auf. Selbst in Zeiten eines Lockdowns nicht, denn auf ihrem 18 Hektar großen Gelände gibt es immer etwas zu tun. Während der Winterpause seien zudem Bäume gefällt und Totholz entfernt worden. Allein 2 000 Stauden seien gepflanzt worden. Und vor der Öffnung steht auch noch einiges an, das erledigt werden muss: Schilder und Bänke müssen unter anderem gereinigt werden. „Es entstehen dann auch Personalkosten. Und dann heißt es vielleicht, wir dürfen nicht öffnen.“

Und was erwartet die Besucher noch? „Wir kriegen drei neue Tierarten.“ Aber mehr als: „Die Tiere passen in meine Hand“, verrät sie nicht.

Voller Vorfreude auf Besucher sind die Zwergesel.

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