In Klattenhof arbeiten Jäger und Imker zusammen / Lang angelegtes Projekt

Den Tisch für Bienen reich gedeckt

Mehrere Männer stehen auf einer Blühwiese.
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Jäger und Imker arbeiten in Klattenhof zusammen

Klattenhof – In Klattenhof ist am Sonntag ein Gemeinschaftsprojekt vorgestellt worden, das bereits erste Blüten trägt: Um den Insekten und insbesondere Bienen sowie Wildbienen neue Lebensräume zu bieten, haben die Jäger vom dortigen Revier zusammen mit dem Imker Götz Neuber, dem Landschaftswart der Gemeinde Dötlingen Hans-Hermann Wilke und dem Vorsitzenden des Realverbands Klattenhof Hartmut Menkens eine circa ein Hektar große Fläche neu gestaltet.

Das Areal teilt sich auf zwei Wege auf, die jeweils einen Streifen zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen darstellen. Der Realverband beziehungsweise die Wegegenossenschaft Klattenhof stellt die ehemals genutzten Trasse zur Verfügung. „Vor gut 55 Jahren hießen diese Strecken Milchwege“, wusste Gerold Schnier zu berichten. „Die Idee für unser Projekt ist uns während einer Runde unter den Jägern gekommen“, sagte Schnier. Die Maßnahmen auf den Flächen wurden mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt. Der Imker Götz Neuber aus Klattenhof stand dabei immer wieder beratend zur Seite.

Auf den ehemaligen Wegen mussten einige Bäume gerodet werden, deren Holzstämme direkt als natürlicher Lebensraum für Wildbienen angelegt werden konnten. Wobei insbesondere Weiden und Birken bei diesen Maßnahmen herausgenommen worden sind.

„Wir haben rund 365 Bienenarten, die eine unterschiedliche Größe aufweisen und von denen die Hälfte auf der Roten Liste steht“, so Neuber weiter. Für deren neue Lebensräume wurde Hartholz von Eichen und Buchen eingesetzt. Neuber befreite die Holzstämme von der Rinde und bohrte danach Löcher von zwei bis zehn Millimetern Tiefe, um den verschiedenen Bienen einen Unterschlupf zu bieten. Einige bezogene Höhlen konnte er bereits vorweisen. Die Bohrungen wurden durch die fleißigen Bienchen bis zum Ausgang verklebt. „Wir haben hier einen guten Verbund von Habitaten und Nahrungsquellen für die Bienen“, erläutert der Fachmann. Einige der Wildbienen leben in einem Umkreis von 30 Metern und haben für ihre Population dadurch bessere Chancen. Die verschiedenen Bienenarten haben unterschiedliche Lebensräume: „Rund 70 Prozent der Wildbienen leben unterirdisch“, berichtete Neuber. So wurden bewusst Freiflächen eingeplant und Sandflächen frei gemacht.

Die diversen Aussaaten werden ungefähr bis in den September blühen und bieten den Insekten damit für einen ordentlichen Zeitraum Nahrung. Das sogenannte „Trachtfließband“ stellt dabei über die Saison ein lückenloses Nahrungsangebot für Blütenbestäuber dar. Durch die gesamte Vernetzung soll darüber hinaus eine Verinselung vermieden und der Genaustausch gefördert werden, um die Populationen zu stärken. Für die Auswahl der Gehölze wurde die Auflistung der Naturschutzstiftung des Landkreises herangezogen, bei der auch Neuber mitgewirkt hat. „Durch den Klimawandel stellt sich die Pflanzenwelt um. Ich habe Pflanzen, die bis in den Dezember als Nahrungsquelle für meine Bienen bereitstehen.“ „Unser ausgesäten Gehölze haben in den vergangenen beiden Jahren allerdings sehr mit der Trockenheit zu kämpfen“, ergänzte Schnier. Insbesondere die angepflanzten Bäume brauchen eine Menge Wasser. Auf dem zweiten ehemaligen Weg wurden Obstbäume gesetzt. „Wir haben unter anderen Kirsch-, Apfel- und Zwetschgenbäume angepflanzt“, so Gerold Schnier. Gleichzeitig stellte Neuber den nachhaltigen Aspekt dieser Maßnahmen dar: „Bis sich die Bienen etabliert haben, vergehen noch Jahrzehnte“.

Von Tamino Büttner

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