Planungsbüro stellt im Kreis-Umweltausschuss Managementplan für das Poggenpohlsmoor vor

„Das Moor trocknet zunehmend aus“

Das Naturschutzgebiet Poggenpohlsmoor ist rund 116 Hektar groß.
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Das Naturschutzgebiet Poggenpohlsmoor ist rund 116 Hektar groß.

Dötlingen – Um das rund 116 Hektar große Naturschutzgebiet Poggenpohlsmoor in der Gemeinde Dötlingen ging es unter anderem während der jüngsten Sitzung des Kreis-Umweltausschusses. Das Land Niedersachsen hat den Landkreis Oldenburg aufgefordert, für seine FFH-Schutzgebiete (Fauna-Flora-Habitat) im Rahmen der europäischen „Natura 2 000“-Richtlinie sogenannte Managementpläne erstellen zu lassen.

Darin werden im Wesentlichen die nötigen Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung günstiger Zustände der Natura 2 000-Lebensraumtypen und -arten erarbeitet.

Doris Kinder vom Planungsbüro „Diekmann Mosebach & Partner“ stellte dem Gremium den Managementplan für das Poggenpohlsmoor in einer Präsentation vor. Zunächst erklärte die Fachfrau, dass das europaweite Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ aus FFH-Gebieten und EU-Vogelschutzgebieten bestehe. In Niedersachsen umfasse dieses Netz etwa zehn Prozent der Landesfläche. Ein Managementplan sei ein reiner Fachplan und nicht rechtsbindend. Er bildet die fachliche Grundlage für spätere verbindliche Festlegungen beziehungsweise Maßnahmen, ist der Präsentation zu entnehmen.

„Das Moor trocknet zunehmend aus“

Ferner kam Kinder auf die vom Fachbüro ermittelten Defizite in dem FFH-Gebiet zu sprechen. „Das Moor trocknet zunehmend aus“, konstatierte die Fachfrau. Insbesondere die Moorwälder und die Übergangsmoore seien davon betroffen. Allerdings reiche die Datenlage aktuell nicht aus, um zu erklären, warum das Areal Wasser verliere, so Kinder. Dafür bedürfe es eines zusätzlichen hydrologischen Gutachtens.

Dann ging sie auf die gebietsbezogenen Erhaltungsziele für die Lebensraumtypen ein. Laut Präsentation geht es dabei um den notwendigen Erhalt und teilweise auch um die sogenannte „Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen“, also die Entwicklung beziehungsweise Neuschaffung verloren gegangener oder verschlechterter Bereiche. Den Referenzzustand bildet in dem Fall der Befund aus dem Jahr 2009. Folgende Lebensraumtypen sind im Vergleich zur Basiserfassung aktuell nicht mehr vorhanden: magere Flachland-Mähwiesen sowie natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut-Gesellschaften.

Land Niedersachsen übernimmt Kosten der Erhaltungs-Maßnahmen

In der Präsentation werden Erhaltungsziele (verpflichtend) sowie Sonstige Schutz- und Entwicklungsziele (zusätzlich) genannt. Erstere müssen über Maßnahmen umgesetzt werden. So könnten unter anderem in einigen Bereichen Neophyten bekämpft sowie im Südwesten ein Stillgewässer mit Initialpflanzung angelegt werden. Insgesamt werden im Plan 33 Maßnahmen vorgeschlagen. Für die Umsetzung sei der Landkreis Oldenburg zuständig. „Aufgrund der herausragenden Vielfältigkeit und Gefährdung des Gebietes wäre zu empfehlen, eine Fachkraft als Gebietsbetreuung einzusetzen, die die Umsetzung der Maßnahmen organisiert und begleitet“, heißt es weiter.

Michael Feiner (FDP) wollte im Anschluss an die Präsentation wissen, wie es um die Eigentumsverhältnisse in dem Gebiet bestellt ist. „Es gibt auch viel private Eigentümer“, antwortete Baudezernentin Eva-Maria Langfermann. Doch gebe es auf dem parzellierten Areal eben auch viele öffentliche Flächen. Die Kosten der Erhaltungs-Maßnahmen übernehme das Land Niedersachsen. Allerdings bezweifelte sie, dass der Landeshaushalt hinreichend ausgestattet sei, um alle Arbeiten finanzieren zu können. Wann mit der Umsetzung begonnen wird, stehe noch nicht fest, ergänzte Annika Mutke, Leiterin des Amts für Naturschutz und Landschaftspflege. Der Managementplan liege ja auch erst jetzt vor. „Es wird ein Prozess werden“, dämpfte sie die Erwartung auf eine rasche Abarbeitung der Ziele – und diese werde „eine gewisse Hartnäckigkeit“ erfordern.

Carola Becker, die dem Ausschuss als beratendes Mitglied angehört, wollte von Kinder wissen, wie es um den aktuellen Zustand des Moores bestellt sei. „Es muss dringend etwas getan werden“, so die Expertin. „So schnell wie möglich.“  

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