Gemeinde erhöht Kanalbaubeiträge und prüft Abwassergebühren

Damit das Geld nicht versickert

Das Dötlinger Kanalnetz ist 45 Kilometer lang und teilweise 40 Jahre alt: Jährlich wird es in den unterschiedlichen Ortschaften gespült, um Ablagerungen zu beseitigen. 
Archivfoto: fra
+
Das Dötlinger Kanalnetz ist 45 Kilometer lang und teilweise 40 Jahre alt: Jährlich wird es in den unterschiedlichen Ortschaften gespült, um Ablagerungen zu beseitigen. Archivfoto: fra

Dötlingen – Es ist gut 45 Kilometer lang, hat schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und ab und an mal mit Wehwehchen zu kämpfen – das Schmutzwasserkanalnetz der Gemeinde Dötlingen. Die Rohre, die das Abwasser aus den Haushalten aufnehmen, enden letztlich in der Druckrohrleitung zur Wildeshauser Kläranlage. Die Kommune hält das Kanalnetz in Schuss und zahlt jährlich einen hohen fünfstelligen Betrag für die Abwasserbeseitigung an die Kreisstadt. Die Bürger wiederum entrichten Abwassergebühren und Kanalbaubeiträge – zu wenig, wie für Erstere derzeit nur vermutet wird und für Letztere schon nachgewiesen ist.

Der Gemeinderat hat deshalb während seiner Sitzung gehandelt und einstimmig die Änderung der Abwasserbeseitigungsabgabensatzung beschlossen. Diese sieht eine Anhebung des Kanalbaubeitrages von 1,69 auf 2,90 Euro pro Quadratmeter vor. „Die Summe wurde hochwissenschaftlich ermittelt“, meinte Bürgermeister Ralf Spille. Der alte Beitrag, der bei einem Anschluss an das Kanalnetz zu zahlen ist, stammt aus dem Jahr 1994. Laut Verwaltung war 2006 eine Grobkalkulation vorgenommen worden, bei der ein Beitrag von 2,05 Euro pro Quadratmeter ermittelt worden war. „Warum auch immer wurde er damals aber nicht über eine Satzungsänderung festgesetzt“, berichtete Spille. Nun gibt es eine neue Grobkalkulation mit einer Prognose bis zum Jahr 2024. Grundlagen für die Ermittlung des Beitrages waren die Kosten der Ersterschließung sowie der voraussichtliche Investitionsaufwand. Nach Auswertung aller Unterlagen ergab sich laut Verwaltung der neue Betrag in Höhe von 2,90 Euro pro Quadratmeter.

Der Gemeinderat begrüßte zwar die Anhebung, wies aber auf eine viel dringendere Anpassung hin. „Viel entscheidender ist doch, dass die laufenden Kosten kalkuliert werden“, sagte Eckehard Hautau (FDP). Der Bürgermeister versicherte: „Das ist notwendig, und da sind wir auch dran.“ Die Politik drängt schon seit Jahren, die Abwassergebühren anzugleichen. CDU-Ratsfrau Anke Spille hatte während einer früheren Sitzung bemängelt, dass die Satzung ein Schattendasein friste, und befürchtet, dass Gelder im Untergrund versickern könnten. Ihr Parteikollege Gernot Kuhlmann hatte vor einem guten Jahr betont, dass der Bereich Kanal eigentlich ein eigener Haushalt sei, der sich selbst tragen sollte. Zahlen müssten auf den Tisch.

Die Abwassergebühren sind im Vergleich zum Kanalbaubeitrag der weitaus größere Batzen und unter anderem notwendig, um Reparaturen am Kanalnetz zu finanzieren. Dieses sei zwar alt, „aber im Großen und Ganzen ist es noch gut in Schuss“, berichtet Ulrike Hollmann vom Bauamt der Gemeinde Dötlingen. Mitte der 1970er-Jahre seien die ersten Rohre verlegt worden. Es folgten regelmäßige Erweiterungen. „Vor etlichen Jahren, ich glaube etwa 15, haben wir das Netz mal flächendeckend filmen und für die Aufstellung eines Kanalkatasters bewerten lassen“, sagt sie. Damals festgestellte Schäden seien natürlich behoben werden. Es tauchten aber immer mal wieder neue Schwachstellen auf, zum Beispiel durch Wurzeleinwüchse oder andere Hindernisse. Gut kann sich Hollmann noch an die Absackung eines Schmutzwasserschachtes vor rund zweieinhalb Jahren in Brettorf erinnern. Damals war ein Zulaufkanal gebrochen. Es kam zu Ausspülungen und in deren Folge zur Absackung (wir berichteten). Eine aufwendige Reparatur war notwendig.

Zu den ungewöhnlicheren und kostspieligen Maßnahmen gehörte vor etwa zehn Jahren der Einsatz von Formverschlüssen, um das kanalbedingte Geruchsproblem in Aschenstedt in den Griff zu bekommen. Seitdem musste allerdings schon nachgebessert werden. Und vor etwa zwei Wochen, als die Temperaturen höher waren, kam aus Aschenstedt wieder ein Hinweis, dass es stinke. „Das kann partiell vorkommen“, weiß Hollmann. Ab Montag stehen erst einmal Kanalspülungen auf dem Programm. Dann könnte sich das vermeintliche Problem erledigen.

Von Tanja Schneider

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Verstappen überrascht Mercedes - Vettel motzt in Silverstone

Verstappen überrascht Mercedes - Vettel motzt in Silverstone

Fotostrecke: Werder-Sieg gegen Eintracht Braunschweig - Zurück im Wettkampfmodus

Fotostrecke: Werder-Sieg gegen Eintracht Braunschweig - Zurück im Wettkampfmodus

Beirut: Gewalt bei Protesten - Premier schlägt Neuwahlen vor

Beirut: Gewalt bei Protesten - Premier schlägt Neuwahlen vor

38,2 Grad am Samstag - und die Hitze bleibt

38,2 Grad am Samstag - und die Hitze bleibt

Meistgelesene Artikel

Dachstuhlbrand löst Großeinsatz aus

Dachstuhlbrand löst Großeinsatz aus

Den Tisch für Bienen reich gedeckt

Den Tisch für Bienen reich gedeckt

Viel Platz – und die Kinder stets im Blick

Viel Platz – und die Kinder stets im Blick

Kommentare