Holzschnitte des Surrealisten zur „Göttlichen Komödie“ ab 29. September zu sehen

Dalí in Dötlingen: Originale im Kunsthaus ausgestellt

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100 Farbholzschnitte des spanischen Künstlers Salvador Dalí sind ab dem 29. September im Dötlinger Kunsthaus der Galeristin Julia Neulinger-Kahl ausgestellt. 

Dötlingen - Von Alina Pleuß. Als erst zweite private Galerie in ganz Europa präsentiert das Dötlinger Kunsthaus, Dorfring 12, 100 Original-Farbholzschnitte des weltberühmten Künstlers Salvador Dalí zu Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“. Die Vernissage geht am Freitag, 29. September, ab 19.30 Uhr über die Bühne.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, ein Stück Kunstgeschichte hier zu haben“, schwärmt die Dötlinger Galeristin Julia Neulinger-Kahl. „Eine ganz große Ausnahme, für die ich sehr dankbar bin.“ Die Werke des spanischen Künstlers sind bis zum 1. Dezember im Kunsthaus zu betrachten. Sie sind eine Leihgabe der Kunsthandlung Hülsmeier aus Osnabrück und wie Neulinger-Kahl erläutert, auch käuflich zu erwerben. Schon seit drei Tagen hängen die Stücke in der Galerie.

Vier Jahre dauerte die damalige Übertragung der Originalgemälde in Holzschnitte, die Dalí in Auftrag gab. „Er selbst hatte dabei zugesehen und kontrolliert, ob auch alles richtig abläuft.“ Es sei eine komplexe Technik, wie Neulinger-Kahl erklärt. In der Galerie liegt eine Mappe aus, in der anhand eines Beispiels die 34 Plattenabbildungen dargestellt sind, die für die Produktion benötigt wurden. Bei dieser Technik der Vervielfältigung baue man das Bild von hinten nach vorne neu auf. „Das sind viele verschiedene Farbschichten übereinander, die damit letztendlich eine ganz bestimmte Farbgebung und einen Effekt erzeugen.“ Auch einzelne Striche, feine Linien oder Punkte werden dabei mittels spezieller, hölzerner Platten aufgetragen. „Das ist eine so aufwendige Produktion, das wird in der Form heute gar nicht mehr gemacht“, so Neulinger-Kahl. Es entstanden 3. 500 einzelne Blöcke für den gesamten Zyklus.

Die ausgestellten Werke sind auf der Rückseite mit einem Echtheits-Zertifikat ausgestattet. „Es sind viele Fälschungen der Holzschnitte im Umlauf. Daher ist es auch für die Besucher wichtig zu wissen, dass diese Werke geprüft und wirklich Originale sind.“

Salvador Dalí ließ zahlreiche Holzschnitte seiner Werke zur „Göttlichen Komödie“ anfertigen. - Foto: Kunsthaus

Die italienische Regierung hatte Dalí damals damit beauftragt, zu Ehren des berühmten Dichters Dante Alighieri dessen Hauptwerk „Die göttliche Komödie“ in einer Gedenkserie in Aquarell und Feder bildlich darzustellen. Die kommunistische Partei Italiens protestierte jedoch dagegen, dass ein Spanier das Hauptwerk des berühmten Italieners Dante gestalterisch umsetzen sollte. Daraufhin nahm die italienische Regierung Abstand, woraufhin ein französischer Verleger einsprang. So entstand in Zusammenarbeit mit zwei Spezialisten der Zyklus von 100 Farbholzschnitten mit den Untertiteln „Inferno“, „Purgatorio“ und „Paradiso“ sowie einem Titelblatt.

Neulinger-Kahl erklärt dazu: „Dalí war ein Träumer. Er hat sich nicht das Werk durchgelesen und dazu gemalt. Er hat geträumt, das wiederum gemalt und erst im Nachhinein den jeweiligen Gesängen von Dantes Werk zugeordnet.“ Deshalb seien die Bilder etwas ganz Besonderes. „Das sind praktisch zwei Künstler, die sich in diesen Werken miteinander verknüpfen.“

Zwei weitere Veranstaltungen sind im Rahmen der Ausstellung geplant: Am 3. November ist ab 19.30 Uhr die Kunsthistorikerin Dr. Silke Köhn für eine Bildbesprechung zu Gast. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 04433/9699622 möglich. Die Teilnahme kostet fünf Euro. Außerdem zeigt das Kunsthaus zur Finissage am 1. Dezember ab 19.30 Uhr in Anlehnung an Dantes „Inferno“ den gleichnamigen Film mit Tom Hanks. Karten dafür gibt es ebenfalls unter der Telefonnummer 04433/9699622. Sie kosten fünf Euro.

Geöffnet ist das Kunsthaus mittwochs von 11 bis 13 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr, donnerstags von 16 bis 18 Uhr, freitags von 11 bis 13 Uhr sowie 16 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 14 bis 17.30 Uhr.

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