100 Farbholzschnitte hängen im Kunsthaus 

Dalí-Ausstellung in Dötlingen lockt Besucher an

+
Julia Neulinger-Kahl eröffnete die Ausstellung am Freitagabend im Kunsthaus Dötlingen.

Dötlingen - Von Ove Bornholt. Die Vernissage der Salvador-Dalí-Ausstellung im Kunsthaus Dötlingen hat am Freitagabend rund 70 Besucher angelockt. Zu sehen sind noch bis zum 1. Dezember 100 Farbholzschnitte, die Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ zeigen. Andreas Neulinger, Ehemann von Galeristin Julia Neulinger-Kahl, warf in seiner Eröffnungsrede die Frage auf, ob die Werke der Sammlung original Dalís sind.

„Viele Puristen meinen, es seien keine Originale“, so Neulinger, der engagiert und fesselnd vorzutragen verstand. „Dalí hat sie ja nicht selber gestochen“, räumte er ein. Aber wenn diese Holzstiche nicht als Originale gelten würden, müsste das auch für viele Stücke von Marc Chagall, Pablo Picasso und erst recht von Albrecht Dürer gelten. „Letztendlich muss sich jeder ein eigenes Urteil bilden“, meinte er und ging auf die Entstehung der Holzstiche in den 1950er-Jahren ein.

Deren Ursprung ist ein Auftrag der italienischen Regierung an den großen Surrealisten, das Werk Dantes malerisch darzustellen. Es gab ein paar Unstimmigkeiten, in deren Folge die 100 Aquarelle des Spaniers letztendlich in Frankreich veröffentlicht wurden. Diese seien dann in jahrelanger Arbeit von zwei Holzgraveuren in Platten gestochen worden, so Neulinger. Jetzt hängen sie in Dötlingen – und das als kompletter Satz. „Das gibt es eigentlich gar nicht mehr“, hob Neulinger hervor.

„Sie fließt weg, das ist typisch“

Obwohl die Werke sich an der Erzählung Dantes orientieren, zeigt sich Dalís Stil eindeutig. „Im Kopf hat man immer brennende Giraffen und fließende Uhren“, sagte Neulinger, der diese Art zu malen im Stück „Der Gotteslästerer“ wieder erkannte. Zu sehen ist eine Zunge, die sich diagonal über das Bild erstreckt. „Sie fließt weg, das ist typisch.“

Neulinger ging auch auf das Leben des Künstlers ein, das von Beginn an vom Thema „Original“ geprägt war. Der Spanier sei neun Monate und zehn Tage nach dem Tod des älteren Bruders geboren und von den Eltern ebenfalls Salvador genannt worden. „Sie sahen in ihm die Wiedergeburt ihres ältesten Sohns“, erklärte Neulinger. Noch als 70-Jähriger habe Dalí deswegen Schwierigkeiten gehabt, das Grab seines Bruders zu besuchen.

Solche Probleme haben die Besucher der Ausstellung am Dorfring 12 in Dötlingen wahrscheinlich nicht. Geöffnet ist mittwochs von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, freitags von 11 bis 13 und 16 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 17.30 Uhr. Weitere Termine können unter Tel. 04433/9699622 mit Galeristin Neulinger-Kahl vereinbart werden. Für Freitag, 3. November, ab 19.30 Uhr ist die Kunsthistorikerin Dr. Silke Köhn eingeladen, die auf die Werke eingehen wird. Die Teilnahme kostet fünf Euro. Anmeldungen unter der oben genannten Nummer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Fahrgeschäfte, Buden, Zelte: Das gefällt den Besuchern am besten 

Fahrgeschäfte, Buden, Zelte: Das gefällt den Besuchern am besten 

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Werder-Ankunft in Köln

Werder-Ankunft in Köln

Meistgelesene Artikel

Junge (9) angefahren und schwer verletzt

Junge (9) angefahren und schwer verletzt

180 Bewerbungen für neues Baugebiet „Vor Bargloy“

180 Bewerbungen für neues Baugebiet „Vor Bargloy“

Kammermusik lockt im „Mikado“ in Horstedt

Kammermusik lockt im „Mikado“ in Horstedt

Politik regt Wohnungen oder Hotel über dem Rewe-Markt an

Politik regt Wohnungen oder Hotel über dem Rewe-Markt an

Kommentare