Comedy-Club gastiert in Dötlingen: Faisal Kawusi, David Anschütz und Brian O‘Gott begeistern 150 Zuschauer

„Nackt vor dem Zimmer des Brautpaares“

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Der Comedy-Club verstand es einmal mehr meisterhaft, das Publikum zu unterhalten.

Dötlingen - Von Anja Nosthoff. Woran merken wir, dass wir älter werden? „Ich kam in eurem idyllischen Dorf Dötlingen an – und fand es wunderschön“, wunderte sich der Kölner Comedian David Anschütz über die Tücken der voranschreitenden Zeit und des Erwachsenwerdens. Warum es bei ihm in der Hochzeitsnacht seines Bruders zum Erwachsenwerden noch nicht ganz reichte, berichtete der afghanisch-deutsche Comedian Faisal Kawusi.

Und „Unterhaltungsfachkraft“ Brian O’Gott verstand es, das Publikum mit außergewöhnlichen „Sponsorengeschichten“ zu amüsieren. So genossen 150 Zuschauer am Samstagabend den Comedy-Club von Radio Bremen Vier im Dötlinger Schützenhof „Unter den Linden“. Moderator Malte Janssen führte durch die Lach-Veranstaltung, bei der die jungen Stand-Up-Comedians in zwei Runden ihre Gags brachten. Dabei nahm Faisal Kawusi seine afghanischen Wurzeln genauso aufs Korn wie seinen stattlichen Bauch oder sein Single-Dasein. Auch mit Vorurteilen gegenüber Migranten und ethnischen Stereotypen spielte er.

Ganz autobiographisch witzelte der gelernte Bankkaufmann über angebliche prägende Erlebnisse. So wie über die Hochzeit seines Bruders. „Mein Vater versicherte mir ‚Du bist als nächstes dran‘“, erzählte er. So habe er in der Hochzeitsnacht in froher Erwartung nackt vor dem Schlafzimmer des Brautpaars gewartet, dass der Ältere „brüderlich“ mit ihm teile. Er bekam zwar mit, wie sich das Brautpaar vergnügte, muste aber feststellen, etwas missverstanden zu haben.

David Anschütz outete sich in Dötlingen als Karnevalsflüchtling. Vielleicht lag das daran, dass er beim letzten Mal die „Stufe drei des Pinkelns“ kennengelernt hatte. Mit viel Körpereinsatz beschrieb er die Stufen. Während bei der ersten noch eine Hand zum Festhalten ausreichte, wurden bei der zweiten schon zwei gebraucht. Schließlich musste dann die Hauswand zum Anlehnen zu Hilfe genommen werden. „In dem Moment kam aus der Kneipe ‚Die Hände zum Himmel….“, machte Anschütz das Missgeschick zur Freude des Publikums komplett.

Im Programm des Wahlkölners fehlte auch der Christopher Street Day nicht. So amüsierte er mit einigen Erlebnissen eines Heterosexuellen, der sich plötzlich als Minderheit fühlt. „Mein erstes Mal in Köln, das war eine bunte schrille Demo unter dem Motto ‚Arsch hoch, Zähne auseinander‘, zu der ich Aachener gepilgert bin. Als ich das nächste Mal in Köln war, gab es schon wieder eine bunte, schrille Masse auf der Straße.“ Natürlich habe er sich sofort dazugestellt und mitgemacht – und erfuhr dann, dass das Motto etwas variierte: „Nein Süßer, heute heißt es ‚Zähne hoch, Arsch auseinander!“

Brian O’Gott schlüpfte in die Rolle der Werbefee. Er drehte ausdauernd an einer schier endlosen Rolle und brachte so ständig neue Einkaufstaschen mit Geschäftslogos zum Vorschein. So erzählte er eine ausgefallene Geschichte, die für einen Lacher nach dem anderen sorgte. Im Verlauf der Story fand sich der Comedian beispielsweise an der Theke wieder und bestellte: „Ich Bier, Douglas (Du Glas)“, während er sich gleichzeitig dachte: „Trink nicht zu Fielmann (viel, Mann).“

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