Entwurf geht in die nächste Runde

Campingplatz-Planung erfordert hohe Kompensation

Im Laufe der Jahre sind auf dem Campingplatz Aschenbeck Bauten „gewachsen“, die aus rechtlicher Sicht nicht dort stehen dürften.

Aschenstedt - Von Tanja Schneider. Die Neubeordnung des Campingplatzes Aschenbeck lässt sich nur mit Kompromissen realisieren. Dies wurde am Donnerstagabend während der Sitzung des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses im Neerstedter Rathaus deutlich. Den Entwurf zur Änderung des Flächennutzungs- sowie des Bebauungsplanes schickte das Gremium nach der Vorstellung in die nächste Runde – sprich in die öffentliche Auslegung. Der Gemeinderat muss noch zustimmen.

Bekanntlich sind auf dem Campingplatz im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einige Bauten entstanden, die mit der festgelegten Nutzung nicht konform gehen. Dies hatte der Landkreis Oldenburg moniert und die Gemeinde Dötlingen zum Handeln aufgefordert. Mit dem jetzigen Planverfahren, das sowohl beim Betreiber als auch bei den Campern auf Zustimmung stößt, sollen die ausgeuferten Bauten im Nachhinein „legalisiert“ werden. Alle werde man auf diese Weise aber nicht „einfangen“ können. Vereinzelt drohe trotzdem ein Rückbau oder Teilabriss, so Ulrike Hollmann vom Bauamt.

Ein erster Entwurf hat bereits die frühzeitige Beteiligung der Bürger und Träger öffentlicher Belange durchlaufen. Die Zahl der Stellungnahmen hielt sich laut Hannes Korte vom Planungsbüro Diekmann und Mosebach in Grenzen. Gefolgt wird der Anregung des Landkreises Oldenburg, das Wort „Camping“ in die Bezeichnung aufzunehmen. So wird künftig von dem „Camping- und Wochenendhausplatzgebiet“ die Rede sein.

Umweltbericht „fast fertig“

Ferner ging es um den Umweltbericht, der laut Korte „fast fertig ist“. Derzeit laufe die Endabstimmung. Er werde den Entwürfen bei der öffentlichen Auslegung beiliegen. Während der Erstellung samt Eingriffs-Ausgleichsbilanzierung sei erst das Ausmaß der erfolgten Versiegelung deutlich geworden, die nun planungsrechtlich gültig gemacht werden soll. Sie erfordert im Nachhinein eine Kompensation auf sechs Hektar, davon Waldanpflanzungen auf knapp 2 000 Quadratmetern. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, gestand Korte. Ein Großteil der Ausgleichsmaßnahmen könnte, wenn der Landkreis zustimmt, auf einer Fläche südlich des Platzes erfolgen.

Private Stellungnahmen waren nicht aufgelaufen, dafür hatten die Grünen einen ganzen Fragenkatalog eingereicht. Diesen sah Dirk Orth auch ausreichend beantworten, dennoch brannte ihm vor allem das Thema „Versiegelung“ unter den Nägeln. Laut Entwurf sind auf den 100 Quadratmeter großen Parzellen Bauten von 60 Quadratmetern sowie zusätzlich Gartenhütten von 20 Quadratmetern zulässig – eine Versiegelung von 80 Prozent. „Das ist mir zu hoch. Das kann man noch nach unten drehen“, sagte Orth, der sich bei der Abstimmung enthielt. Anderen Ausschussmitgliedern kam es hingegen darauf an, möglichst viel zu erhalten und abzusichern – auch wenn die Bauten einst nicht auf legalem Wege entstanden sind. „Der Campingplatz ist schließlich eine Bereicherung für die Gemeinde“, begründete Gernot Kuhlmann (CDU). Wie er stimmten auch seine Parteikollegen Beate Wilke und Dietz Wiechers, Rudi Zingler und Ralf Metzing (SPD) sowie Wieland Garms (FDP) für den nächsten Verfahrensschritt.

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