Camper auf dem Platz Aschenbeck bei Dötlingen lassen sich durch Regen nicht die Laune vermiesen

Schlechtes Wetter einfach ignorieren

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Bei Lea kommt nie Langeweile auf, schließlich ist sie die „Hundesitterin“ vom Campingplatz Aschenbeck.

Dötlingen - Von Sophie Filipiak. „Camper kriegt man nicht kaputt“, meint Ulrich Possenriede. Er und seine Familie sind oft auf dem Campingplatz Aschenbeck bei Dötlingen anzutreffen. Selbst von Regen und niedrigen Temperaturen lassen sie sich ihren Spaß nicht verderben. So wie alle anderen dieser „unkonventionellen“ Gemeinschaft.

Schlechtes Wetter hält die zwölfjährige Lea nicht davon ab, draußen zu sein. Egal, ob bei Regen, Wind oder Sonnenschein fetzt sie mit dem Hund „Dutchman“ über den Campingplatz. Eigentlich ist es aber gar nicht ihr eigener Hund. „Wir haben ständig die Tiere aus der Nachbarschaft bei uns“, erklärt ihr Vater Ulrich Possenriede. „Uns macht das nichts aus.“ So hat Lea immer eine Beschäftigung, wenn sie mit den Hunden spielt. „‚Dutchman‘ versteht aber kein deutsch. Er gehört unseren holländischen Nachbarn“, so die Zwölfjährige. „Aber auf seinen Namen und ‚Down‘ anstatt ‚Sitz‘ hört er. Das reicht völlig.“

Seit 13 Jahren besitzt die Dammer Familie ihren festen Platz auf dem Campinggelände. Jeden Sommer und die Wochenenden verbringt sie dort.

Die vergangenen Wochen haben Ulrich und Kirsten Possenriede die Zeit genutzt, um wichtige Reparaturen am Wohnwagen und am Vordach zu erledigen. „Das ist für mich die richtige Urlaubsentspannung“, so der Familienvater. Vor Jahren hat er sich das Gefährt zugelegt. „Damals dachte ich noch: ‚Super, einfach alles einpacken und losfahren.‘“ Aber die Entscheidung, den Wagen dauerhaft in Aschenstedt zu parken, hat er nicht bereut. „Die Gemeinschaft hier ist super, jeder hilft dem Anderen.“

Auch Reiner Neiter ist vom Zusammenhalt der Camper begeistert. Mit seiner Lebensgefährtin wohnt er dauerhaft in einem kleinen mobilen Heim. Seit drei Jahren hilft er bei der Verwaltung des Platzes mit.

Im Winter oder bei schlechtem Wetter treffen sich alle Dauercamper zum Frühstücken, Kartenspielen oder einfach nur zum Schnacken. „Hier wohnen wir abseits vom Stress der Stadt, mitten im Grünen eben.“ Neuankömmlinge fänden schnell Anschluss: „Alle sind unkonventioneller, als man es vielleicht kennt.“ Jeden Monat gebe es zudem Veranstaltungen, um die Gemeinschaft zusammenzubringen.

Der Frühling sei nicht so toll gewesen, meint Neiter. „Es war viel zu lange viel zu kalt.“ Dennoch sei die Auslastung in der Hauptsaison zufriedenstellend gewesen. Im Frühjahr waren die Campingplatzbetreiber sogar in Essen auf einer Touristikmesse, um für sich und die Region Wildeshauser Geest Werbung zu machen. „Das hat uns schon viele Besucher gebracht“, so der Mitarbeiter.

Aber neben den Dauercampern sind zurzeit auch noch einige Urlauber auf dem Gelände zu finden. So wie Siegfried und Waltraud Teuber aus Dortmund, die seit dem 12. August mit Tochter Susanne Borringo und ihrem Mann Udo die Zeit in der Wildeshauser Geest genießen.

Sie sind zum ersten Mal in Dötlingen, obwohl sie schon seit 30 Jahren mit ihrem Wohnwagen halb Europa bereisen. „Eile mit Weile“ ist dabei ihr Motto. Nach seiner Pensionierung hat sich der ehemalige Polizeiobermeister Teuber den Wohnwagen angeschafft. Von schlechten Wetter lassen sich die leidenschaftliche Camper nie abschrecken, selbst im Winter fahren sie mit ihrer mobilen Wohnung in den Ski-Urlaub. „Der Wagen ist mit einer tollen Fußbodenheizung ausgestattet“, erklärt Susanne Borringo. Von Dötlingen sind die Dortmunder begeistert, sie haben auch schon einige Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen, wie zum Goldenstedter Moor oder zu den Dötlinger Kunst-Werk-Tagen.

Sehr viele Camper außer dem „harten Kern“ lassen sich aber kaum vormittags blicken. „Die meisten kommen abends und bleiben auch nur ein oder zwei Tage da“, meint Platzbetreiber Gerd Aschenbeck. Viele Schweden und Holländer machen nur einen kleinen Zwischenstop.

Außerdem neigt sich die Hauptsaison ihrem Ende entgegen. Aus diesem Anlass wollen die Bewohner am Sonnabend, 29. August, ein „Lampionfest“ feiern. Ab 15 Uhr sind alle Interessierten zu Kaffee, Kuchen Bratwürsten vom Grill und zu einem Spiel auf der Minigolf- und Bouleanlage eingeladen. Und um die Gemeinschaft der besonderen Art kennen zu lernen.

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