Bürgermeisterkandidatur Dötlingen

Herchenröder will auf Spille folgen

Porträt eines Mannes, im Hintergrund die Dötlinger Kirche
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Will nah an den Menschen sein – und Bürgermeister werden: der Dötlinger Dietmar Herchenröder.

Er kommt nicht über den „Dötlinger Weg“, sondern allein: Dietmar Herchenröder ist die dritte Person, die ihren Hut für das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Dötlingen in den Ring wirft. Der 52-Jährige will für Bürgernähe und Transparenz stehen.

Dötlingen – „Ich möchte ein Bürgermeister der Bürger sein“, erklärt Dietmar Herchenröder. Der Dötlinger, der seit 33 Jahren CDU-Mitglied ist, hat entschieden, ohne den Rückhalt einer Partei in den Wahlkampf zu ziehen. Mit der Entscheidung über die Wahlleitung kann er nun damit beginnen, in der Bevölkerung die notwendigen Unterschriften zur Unterstützung seiner Kandidatur zu sammeln (siehe Infokasten unten).

Auf der Liste seiner Ziele ganz oben stehen Bürgernähe, die Einschränkung von Lobbyismus sowie die Förderung der Zusammenarbeit und die Vermeidung von politischen Spaltungen. Interessenverbände, etwa aus den Bereichen Immobilien, Bauland und Straßenbau, aber auch Parteien übten einen zu großen Einfluss auf die politischen Entscheidungen in der Gemeinde aus, findet Herchenröder. „Da werden Diskussionen totgemacht.“ Die Öffentlichkeit werde zu wenig einbezogen: „Mein Eindruck ist, dass ganz Vieles, das gar nicht geheim sein müsste, in den Verwaltungsausschuss geschoben wird.“

Wunsch zur Kandidatur bereits im Sommer 2020

Herchenröders kritischer Blick von außen gründet einerseits auf seinem beruflichen Hintergrund, andererseits auf der Entstehungsgeschichte seiner Kandidatur. Der Landmaschinenmechaniker und Diplomingenieur besitzt keine Verwaltungsausbildung. Im Studium für das Berufsschullehramt Politik habe er aber politik- und verwaltungswissenschaftliche Kenntnisse erworben, erklärt der 52-Jährige. Derzeit absolviere er eine Weiterbildungsmaßnahme, die ihn zum Ausbilder für Kaufleute im Büromanagement qualifiziert.

Dass er kandidieren will, habe er seiner Partei, der CDU, bereits im Sommer 2020 mitgeteilt und sich später auch auf die gemeinsame Ausschreibung der Ratsfraktionen beworben. Allerdings habe er schlussendlich eine Absage erhalten, sagt Herchenröder. Die Christdemokraten unterstützen die Bewerberin Antje Oltmanns.

Die Absage sei für ihn kein Problem, sondern ermögliche ihm nun eine gewisse Unabhängigkeit. Er sei zuversichtlich, die nötigen mindestens 54 Unterstützerstimmen für eine Kandidatur zusammen zu bekommen. Die Leute, die bereits erklärt hätten, hinter ihm zu stehen, seien „proaktiv“ und wünschten sich einen Wandel in der Gemeindepolitik, schildert der Dötlinger.

Politisch sei er „schwarz-grün, aber auch sozial“

Inhaltlich hat der 52-Jährige, der seine politische Färbung als „schwarz-grün, aber auch sozial“ beschreibt, bereits einige Punkte festgesetzt: Er will die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Gemeindeteile stärker berücksichtigen, Arbeitsgruppen von Landwirtschaft und Naturschutzverbänden fördern, mit Blick auf den Klimawandel einen Wassernutzungsplan aufstellen und bei der Flächenplanung langfristig und mit frühzeitiger Beteiligung der Bürger vorgehen.

Zwischenbebauung und die altersbezogene Durchmischung der Ortschaften gehören ebenso zu seinen Zielen wie ein „Wegebelastungsplan“, der Schäden durch schwere Fahrzeuge minimieren soll.

„Wenn mir dieses Vertrauen geschenkt würde, das wäre natürlich eine Nummer“, sagt Herchenröder zu seinen Erfolgschancen. Für ihn gehe es um die Sache und nicht um persönlichen Erfolg. Ihm sei klar, dass er kein Konsenskandidat sei. Doch das müsse nichts heißen: „Das soll letztendlich der demokratische Wettbewerb entscheiden.“

Kommunalwahl: Unterstützerlisten

Wer nicht von einer Partei, die bereits im Gemeinderat oder dem Kreistag vertreten ist, als Kandidat aufgestellt wird, muss laut Gesetz eine bestimmte Anzahl von Unterstützerunterschriften vorlegen. Das soll die Ernsthaftigkeit der Bewerbung sicherstellen. Vor Beginn der offiziellen Sammlung muss feststehen, wer die Wahlleitung inne hat. Der Rat der Gemeinde Dötlingen hat dafür nun Katrin Albertus-Hirschfeld bestimmt, die Stellvertretung übernimmt Anke Wilkens.

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