Nach dem Aus für den Kulturpavillon 

Bürgerinitiative ist sich keiner Schuld bewusst

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Die Versammlung im Juli im Dorfgarten war der erste öffentliche Auftritt der Initiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Die Mitglieder der Initiative „Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt“ fühlen sich ungerecht behandelt. Sie widersprechen dem Vorwurf, dass „ihre andauernde massive und persönliche Kritik“ dazu geführt habe, dass die Dötlingen Stiftung und der 96-jährige Detlef Knechtel, der 1,5 Millionen Euro für eine kulturelle Begegnungsstätte spenden wollte, das Projekt nicht weiterverfolgen (wir berichteten).

„Diese Behauptung weisen wir entschieden zurück“, so die Initiative, der es im Rahmen eines Pressegespräches am Freitag unter anderem um die Außenwahrnehmung ging. 

Den „Schwarzen Peter“ wollen sich die Mitglieder nicht zuschieben lassen. Sie hätten keine persönliche, sondern sachliche Kritik geäußert, meinen sie und erklären im selben Atemzug: „Herrn Knechtel zollen wir für seine Entscheidung, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, Respekt. Er hat erkannt, dass es sein Wunsch war, der den Widerspruch im Dorf ausgelöst hat.“ Und in Richtung Stiftung: „Zu erkennen, dass ihr Handeln und ihre Fehleinschätzung die Situation ausgelöst haben, dafür verstellt den Stiftungsmitgliedern möglicherweise ihr Eigeninteresse heute noch die Sicht.“ Laut Meinung der Initiative ist die Stiftung selbst Schuld an der Misere. Es sei zu lange hinter verschlossenen Türen diskutiert worden. Neben der „mangelnden Bürgerbeteiligung“ monieren die Vertreter, dass wesentliche Fragen bis zum Schluss unbeantwortet geblieben seien und es keine Bewegung seitens der Stiftung gegeben habe – „weder bei Gestaltung und Nutzung noch bei Finanzierung und Folgekosten“.

„Auf der Bürgerversammlung am 26. September mit rund 120 Teilnehmern, den Vertretern der Stiftung und des Gemeinderats hatten wir den Eindruck gewonnen, es könnte doch noch etwas Gemeinsames für Dötlingen entstehen“, so die Initiative. Deren Vertreter plädierten dafür, „die in Gesprächen mit maßgeblichen Interessengruppen wie ,Wi helpt di‘ und der Leitung der Grundschule erfragten tatsächlichen Bedürfnisse in das geplante Gebäude einzubringen“. Schon während der Bürgerversammlung waren Begriffe wie „Dorfgemeinschaftshaus“ und „Kümmererhaus“ gefallen. Die Initiative berichtet von drei Gesprächsrunden – zuletzt am 15. Dezember – und bemängelt, dass die Stiftung dabei ein solches Bürgerhaus abgelehnt und stattdessen Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerte bevorzugt habe. Der Hauptzweck der Stiftung ist allerdings auch die Förderung von Kunst und Kultur. In diesem Sinne wollten die Ehrenamtlichen das Gebäude mit Leben füllen.

„Optisch vom Stil her ein Fremdkörper“

Nach Ansicht der Initiative wäre der geplante Pavillon dafür ungeeignet gewesen. Ein Berliner Architekt mit Verbindung zu Dötlingen, auf den die Mitglieder „rein zufällig“ gestoßen seien, habe nicht nur die fehlende Verbindung der Gestaltung des Gebäudes zum Ort und zur Landschaft aufgezeigt, sondern auch auf gravierende technische Mängel hingewiesen. Die da wären „wenig Tageslicht im Inneren des Gebäudes, keine flexible Raumgestaltung für vielseitige Nutzungen“. Optisch vom Stil her ein Fremdkörper, hieß es am Freitag.

„Die Planung und Umsetzung eines solchen Gebäudes unter Einbeziehung der Bürger sowie deren Wünsche und Bedürfnisse wäre tatsächlich eine großartige Chance für eine positive und zukunftsweisende Weiterentwicklung der Gemeinde Dötlingen gewesen“, teilt die Initiative mit. Sie meint nun, „den dörflichen Charakter im Ortskern“ und „wahrscheinlich auch die Gemeinde auf längere Sicht vor hohen Unterhaltungskosten“ bewahrt zu haben. „Es war dieses (unser) Dötlingen, das Wettbewerbe wie ,Unser Dorf hat Zukunft‘ gewonnen hat– auch ohne den geplanten Kulturpavillon im Landschaftsschutzgebiet.“

Die Bürger, die den Dorfcharakter und die historischen Gebäude pflegen und damit die Attraktivität Dötlingens für die Einwohner und Besucher erhalten, müssten zukünftig bei gravierenden Eingriffen ins Ortsbild früh genug informiert und einbezogen werden, so die Initiative. „An die Politik richten wir die dringende Aufforderung, für den Kernbereich von Dötlingen eine aktualisierte Planung der Dorferneuerung auf den Weg zu bringen“, so die Initiative. „Wir sind optimistisch, dass sich die Wogen glätten werden und wir zukünftig wieder konstruktiv im Ort miteinander an gemeinsamen Projekten zur Bewahrung und Förderung der Dorfentwicklung arbeiten werden.“

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