Hendrik Abel arbeitet in Start-Up-Unternehmen an Energiewende mit

Brettorfer will helfen, den Strommarkt umzukrempeln

Der gebürtige Brettorfer Hendrik Abel kümmert sich bei dem StartUp-Unternehmen GridX um die Finanzen.

Brettorf/Aachen - Von Phillip Petzold. Die Energiewende ist ein gewaltiges Projekt – und zugleich Chance für kleine und junge Unternehmen. Der Student und gebürtige Brettorfer Hendrik Abel ist im Management eines Aachener Start-Ups, das herkömmlichen Energieerzeugern Konkurrenz machen will.

Die Nähe zu dem umstrittenen belgischen Atomkraftwerk Tihange mache deutlich, wie nötig die Förderung alternativer Energien sei, so Abel. In der Grenzregion zu Belgien sei der störanfällige Meiler ein Dauerthema. Mit einer spektakulären Aktion wollten Abel und seine Mitstreiter vor einigen Wochen nochmals darauf aufmerksam machen und zugleich für ihr Produkt werben. Dafür projizierten sie mit einem Laser die Forderung „Stop Tihange and Doel“ auf die Wände des Meilers. „Wir hatten uns vorher bei belgischen Anwälten erkundigt, was für Konsequenzen wir zu erwarten hätten“, berichtete Abel. „Die Aktion lief dann erstaunlich lange, erst nach 15 Minuten hat uns die Polizei mit einem Platzverweis weggeschickt“, freute sich der 25-jährige Jung-Unternehmer.

Der Brettorfer stieß im August zu dem im Mai gegründeten Aachener Unternehmen GridX. „Meine Liebe für Start-Up-Unternehmen habe ich entdeckt, als ich Praktika in den USA und China gemacht habe“, so Abel. Besonders in der Volksrepublik gebe es eine sehr aktive Start-Up-Szene.

Zurück in Deutschland hat Abel, der an der RWTH Aachen Wirtschaftsingenieurwesen studiert, seine neue Leidenschaft umgesetzt und kam schließlich zu GridX.

Das Unternehmen wurde von zwei Aachener Studenten gegründet und bietet eine Infrastruktur, mit der Batteriespeicher von Photovoltaikanlagen vernetzt werden können. Besitzer solcher Anlagen sollen so in der Lage sein, den Überschuss des daheim produzierten Stroms dem Energiemarkt zur Verfügung zu stellen.

Abel, bei dem Unternehmen für die Finanzen und Organisatorisches zuständig, erklärte, das große Ziel sei es, Erzeugern und Verbrauchern einen Kostenvorteil zu verschaffen und damit die Batteriespeicher attraktiver zu machen. Diese seien derzeit noch recht teuer. „Wir möchten Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ermöglichen“, so Abel. Das Unternehmen wird durch das Exist-Gründerstipendium der Bundesregierung gefördert und auch durch ein Seed-Investment aus dem Silicon-Valley unterstützt.

Die „Gridbox“ soll das Ziel des Unternehmens ermöglichen. Dieses Steuerungsgerät wird an die Energieerzeugungsanlagen angeschlossen und koordiniert Stromangebot und -Nachfrage. Dafür sammelt es Daten über den Füllstand der Batterien, den Stromverbrauch und der Leistung der Photovoltaikanlage. Der als überschüssig ermittelte Strom kann dann vermarktet werden, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöhen soll.

Geplant ist, die Box bis zum zweiten Quartal kommenden Jahres zur Serienreife zu bringen und mit ihr herkömmliche Energieerzeuger überflüssig zu machen. „Bei unserer Pre-Order hatten wir eine positive Resonanz“, freute sich Abel.

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