Kinder aus der Region toben sich im Naturerlebnis-Camp aus

Bogenschießen und Kräutertee

Bevor die Sehnen schnellen, gab es eine ausführliche Sicherheitsanweisung. Alexander (links) hat durch den Schulsport schon allerhand Erfahrung im Bogenschießen.

Dötlingen - Von Phillip Petzold. Bogenschießen, Schmieden und Schnitzen – 32 Kinder können sich im Naturerlebnis-Camp der Volkshochschule Wildeshausen in dieser Woche unter fachkundiger Betreuung ausgiebig im Wald austoben. Dabei lernen sie auch allerhand über die heimische Natur.

Der Waldboden ist feucht und weich, durch das Blätterdach fallen vereinzelt Regentropfen. Das Wetter will diese Woche nicht so recht mitspielen, doch davon lassen sich die jungen Naturfreunde nicht abhalten. Schon von weitem sind die Axtschläge zu hören, als die Kinder Holz für den Ofen in der Waldhütte des Polizeisportvereins schlagen. Drinnen ist es gemütlich warm, an einem Tisch knacken vier Mädchen Bucheckern. Nachdem diese geröstet sind, werden sie gemahlen und zum Kuchenbacken benutzt. „Das Rösten ist wichtig, damit die Blausäure rausgeht“, klärt eine Betreuerin auf.

Doch auch im Freien vor der Hütte sind die Kinder fleißig und konzentriert bei der Arbeit. Es werden Holzmesser, Türschilder und Frühstücksbretter geschnitzt. „Schnitzen gefällt mir“, sagt der elfjährige Franz. „In der Natur zu sein, macht Spaß.“

Handy ist das Lieblingstier

Als nächstes bilden die Kinder einen Kreis für eine Kennenlernrunde. Dabei werfen sie einander einen Schaumstoffwürfel zu und stellen eine Frage. Zum Beispiel nach dem Lieblingstier des Fängers. „Handy!“, antwortet Kevin verschmitzt, als der Würfel in seinen Händen landet. Schiebt aber nach kurzem Überlegen noch eine Antwort nach: „Katze oder so.“

Auf die Frage, wer nochmal Bogenschießen möchte, schnellen die Finger nach oben. Der von Alexander ist nicht dabei: „Ich hab ein Jahr in der Schule Bogenschießen gemacht und würde lieber im Wald toben.“ Die anderen Mädchen und Jungen freuen sich, als sie nach einer ausgiebigen Sicherheitsunterweisung die Pfeile in Richtung Zielscheibe schnellen lassen.

Richtig in die Natur ging es für die Teilnehmer zwischen zehn und 15 Jahren am Montag. „Wir sind durchs Poggenpohlsmoor gewandert und haben uns die Glaner Braut angeschaut“, erzählt Betreuerin Heike Agresti. „Da haben die Kinder auch was über Geschichte erfahren.“

Die Nase des Dachses gesehen

Eine Tour führte die Naturkundler zu einem Dachsbau – dessen Bewohner zeigte sich angesichts des unerwarteten Besuchs aber scheu. „Ich habe aber seine Nase gesehen, das war voll schön“, freut sich der elfjährige Florian. Auf dem Programm stehen außerdem noch Knotentechniken und wie man Kräutertee sowie -salze herstellt. Am Donnerstag kommt noch ein Schmied und zeigt den Kindern, wie man Metall verarbeitet. Dabei setzt er auch Raseneisenerze ein, die an den Wurzeln von Bäumen zu finden sind. Dort lagert sich das Material ab, wenn es aus dem Boden gewaschen wird. „Die Stücke sehen aus wie Steine oder Tonscherben“, erläutert Agresti. „Vor der Weiterverarbeitung muss aber noch der Dreck daraus entfernt werden.“

Die Volkshochschule Wildeshausen veranstaltet das Camp diesem Jahr zum vierten Mal und ist komplett ausgebucht. „Es gab sogar eine Warteliste“, berichtet Agresti. Die Teilnahme der Aktion ist für die Kinder kostenlos, das niedersächsische Kultusministerium bezahlt.

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