Jägerschaft ehrt, wählt und begrüßt Nachwuchs

„Blaue Mauritius“ für alte Hasen

Der Vorsitzende Karl-Wilhelm Jacobi (r.) und sein Stellvertreter Helmut Blauth mit den Geehrten Heino Stolle, Jan-Bernd Meyerholz, Max Hunger, Heino Rippen, Rudolf Alfken und Kreisjägermeister Friedrich Hollmann (v.l.). Foto: Rinne

Altona – Jungjäger, alte Hasen, Blühstreifen, Imagepflege, Pflanzengifte, Nutria und Afrikanische Schweinepest waren die Schlagworte während der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Oldenburg-Delmenhorst am Freitagabend im Saal des Hotels „Gut Altona“.

Der Vorsitzende Karl-Wilhelm Jacobi überreichte 63 Jungjägern nach bestandener Prüfung den Jagdbrief, der zum Lösen des Jagdscheins berechtigt. Neben den Jagdschulen Sauerwein in Delmenhorst (20), Handelsmann in Dötlingen (15) und Dalinghaus in Ahlhorn (5) bildete die vor zwei Jahren gegründete Jagdschule der Kreisjägerschaft 22 Nachwuchsjäger aus. Das damals gewährte Investitionsdarlehen in Höhe von 6 000 Euro konnte im vergangenen Jahr vorzeitig zurückgezahlt werden. Die Vorbereitung für die nächste Prüfung startet im September. Dazu gibt es am 15. Mai ab 19.30 Uhr auf dem Schießstand in Altona einen Informationsabend.

Jacobi ehrte zudem die „alten Hasen“ der Kreisjägerschaft. Rudolf Alfken (Harpstedt), Max Hunger (Großenkneten), Jan-Bernd Meyerholz (Ganderkesee) und Heino Rippen (Hude) stehen ihren Hegeringen jeweils seit 15 Jahre als Leiter vor. Heino Grotelüschen gehört seit 50 Jahren der Landesjägerschaft an, und Friedrich Hollmann ist 40 Jahre Mitglied. Allerdings konnten die verdienten Jäger nur mit einer Urkunde bedacht werden. Der Landesjägerschaft waren schlicht und einfach die Ehrennadeln ausgegangen. Und selbst die Urkunde war fehlerhaft. Dem Wort „Niedersachsen“ war ein „s“ abhandengekommen. Jacobi nahm es mit Humor: „Bisher war das niemandem aufgefallen. Nun ist das eben die Blaue Mauritius unter den Urkunden.“

Anhand einer repräsentativen Umfrage von Emnid zeichnete der Vorsitzende ein positives Bild der Jägerschaft in der niedersächsischen Öffentlichkeit. „Hohes Vertrauen und Zustimmung in die Arbeit und Fachkompetenz der Jäger findet sich aber nicht nur im jagdpraktischen Bereich, auch als Ansprechpartner rund um die heimische Tier- und Pflanzenwelt wird ihr Fachwissen weithin anerkannt“, vermittelte Jacobi den Anwesenden die Umfrageergebnisse. Damit das auch so bleibt, forderte er die Jägerschaft auf, die vielfältige Arbeit für den Naturschutz ins rechte Licht zu rücken – getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“.

Wie auch später im Streckenbericht von Kreisjägermeister Friedrich Hollmann deutlich wurde, ist der Bestand an Federwild – vor allem bei Fasanen und Rebhühnern – stark rückläufig. Neben der Bejagung des Raubwildes sieht Jacobi vor allem die Bauern unter den Jägern in der Pflicht: „Wir sind Partner der Landwirtschaft. Liebe Landwirte im Saal, helft uns, das Biotop des Niederwildes zu erhalten. Prüft bitte, ob ihr nicht doch auf das eine oder andere Pflanzenschutzmittel verzichten könnt.“

Eine Maßnahme, die die Jägerschaft seit sieben Jahren intensiv betreibt, ist das Blühstreifenprogramm. Der Landkreis hat im vergangenen Jahr den Zuschuss auf 20 000 Euro verdoppelt. Gemeinsam mit der Landwirtschaft haben die Jäger 2018 im Landkreis Oldenburg und in Delmenhorst insgesamt 180 Hektar Blühstreifen neu angelegt. Das Programm wird in diesem Jahr mit wissenschaftlicher Unterstützung der Leuphania-Universität Lüneburg fortgesetzt.

In der Streckenliste des Kreisjägermeisters wurde ein gravierendes Problem für die Wasser- und Bodenverbände deutlich. Der Nutria vermehrt sich explosionsartig. Wurden 2014 noch vier Nutrias erlegt, waren es im vergangenen Jahr 874 Exemplare. Um den Abschuss und die Verwertung als Nahrungsmittel zu fördern, verzichtet der Landkreis auf die Gebühr für die Trichinenschau, so Kreisveterinär Dr. Carsten Görner.

Mit der Afrikanischen Schweinepest nahm der Tiermediziner ein weiteres Problem ins Visier: „Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wann sie kommt“, stellte Görner klar. Doch der Landkreis sei gut gewappnet.

Die Vorstandswahlen gerieten beinahe zur Nebensache. Mit dem Vorsitzenden Jacobi, seinem Stellvertreter Helmut Blauth, Lars Kosten als Schriftführer sowie Schatzmeister Martin Schröder wurde der Vorstand einstimmig wiedergewählt.  hri

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